Nach dem viel diskutierten Fall um Noa-Lynn van Leuven: erneut Transgender-Kontroverse in der Dartswelt

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Dienstag, 08 September 2026 um 9:30
Samantha Lewis
Die Debatte über trans Frauen im Dartsport erhält erneut ein juristisches Nachspiel. Die 29-jährige Samantha Lewis hat eine Diskriminierungsklage eingereicht, nachdem sie von Frauenturnieren ausgeschlossen wurde. Die Spielerin aus dem englischen North Cave nahe Hull behauptet, sie sei wegen ihrer Gendertransition benachteiligt worden.
Lewis sagt, sie habe jahrelang problemlos an Frauenturnieren teilgenommen. Nach ihren Angaben spielte sie sieben Jahre lang mit, bevor sich die Lage 2024 änderte. Im Mai desselben Jahres teilte ihr die England Darts Organisation mit, dass sie bei Veranstaltungen der Organisation nicht mehr willkommen sei. Auch Tri Nations Darts schloss sie anschließend aus.
Nach Ansicht von Lewis steht die Entscheidung in direktem Zusammenhang mit ihrer Geschlechtsidentität. In ihrer Klage führt sie an, seit vierzehn Jahren als Frau zu leben. Sie begann im Alter von vierzehn Jahren mit dem Dartspielen, änderte 2015 ihren Namen offiziell per Deed Poll und sagt, sie befinde sich seit zehn Jahren in einer Hormontherapie, um ihren Östrogenspiegel zu erhöhen und ihren Testosteronspiegel zu senken.
Die beiden Dartsorganisationen bestreiten jedoch, dass ihr Ausschluss mit ihrer Gendertransition zusammenhing. Sie erklären, Lewis sei wegen eines Facebook-Beitrags aus dem Jahr 2024 über Deta Hedman, eine der bekanntesten Dartspielerinnen der Welt und eine ausgesprochene Gegnerin der Teilnahme von trans Frauen an Frauenturnieren, gesperrt worden.

Vorfall mit Hedman

Nach Angaben der Organisationen enthielt Lewis’ Beitrag falsche Informationen über Hedman. Lewis soll behauptet haben, Hedman habe das Finale der Denmark Women's Open gegen die niederländische trans Spielerin Noa-Lynn van Leuven verloren. Zudem habe sie geschrieben, Hedman habe anschließend ihrer Gegnerin den Handschlag verweigert und wütend die Halle verlassen.
Die beteiligten Organisationen erklären, diese Vorwürfe seien unzutreffend. Außerdem führen sie an, dass die Klage von Lewis verspätet eingereicht worden sei.
Der Fall spielt vor dem Hintergrund einer breiteren Debatte innerhalb der Dartswelt über die Teilnahme von trans Frauen an Frauenturnieren. Im April 2024 veröffentlichte England Darts bereits eine Erklärung, wonach die Organisation keine Frauenturniere mehr mit Teilnahme sogenannter „non-birth gender females“ ausrichten wolle. Das könne letztlich zum Verschwinden des Frauensports führen, so die Organisation.
Noa-Lynn van Leuven in Aktion auf der Bühne des Alexandra Palace
Noa-Lynn van Leuven ist die bekannteste trans Frau im Darts

Van Leuven zuvor im Mittelpunkt der Debatte

Der Fall Lewis ist damit die jüngste juristische und gesellschaftliche Kontroverse im Darts. Zuvor rückte Noa-Lynn van Leuven weltweit in den Fokus, nachdem sie als trans Frau im Damenbereich Erfolge feierte. Ihre Teilnahme löste heftige Reaktionen aus, woraufhin auch sie schließlich mit Einschränkungen bei der Teilnahme an bestimmten Events konfrontiert wurde.
Die Klage von Lewis soll voraussichtlich im Dezember am Hull County Court verhandelt werden. Dabei wird unter anderem zu klären sein, warum Lewis genau ausgeschlossen wurde und ob die Entscheidung der Dartsorganisationen gegen die geltenden Antidiskriminierungsgesetze verstieß.
Das Urteil könnte zudem Auswirkungen darauf haben, wie Dartsorganisationen in England künftig mit trans Spielerinnen umgehen. Der Sport steht damit erneut an einem Scheideweg zwischen Inklusion, Gleichbehandlung und der Frage, wie Frauenturniere künftig organisiert werden sollen.
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