Ehemaliger Weltmeister enthüllt Skandal um infiziertes Blut, das ihn fast umgebracht hätte: "Die Ärzte sagten mir, ich hätte noch sechs Monate zu leben"

BDO
Donnerstag, 30 Mai 2024 um 17:30
david
Der ehemalige Darts-Weltmeister Tony David hat enthüllt, dass ihm von seinen Ärzten gesagt wurde, er habe nur noch sechs Monate zu leben, nachdem er ein mit Hepatitis C verseuchtes Blutplasma erhalten hatte.
David sorgte 2002 im Lakeside für großes Aufsehen, als er als erster australischer Darter überhaupt Weltmeister wurde. In jenem Jahr war es nur eines von zwei Malen, dass er bei seinen sechs Lakeside-Teilnahmen die erste Runde überstand.
Sieben Jahre nach dem Gewinn des Lakeside-Titels hing sein Leben am seidenen Faden, nachdem bei ihm eine Lebererkrankung im Stadium 4 diagnostiziert worden war. Die Ursache für seine Krankheit war ein Blutplasma, das er erhalten hatte. Dieses Blutplasma war David in jungen Jahren verabreicht worden, doch später stellte sich heraus, dass es mit Hepatitis C infiziert war.
''Ich war zusammengebrochen. Die Ärzte sagten mir, ich hätte noch etwa sechs Monate zu leben", sagte David, der an Hämophilie (Bluterkrankheit) leidet, zu 9News. Er entkam dem Tod nach einer Lebertransplantation, von denen der Australier drei benötigte, um am Leben zu bleiben.
Der heute 56-jährige Davids, der in seiner Glanzzeit als der "Deadly Boomerang" bekannt war, ist einer von Tausenden von Australiern, die sich zwischen den 1970er und den frühen 1990er Jahren durch Blutspenden mit Hepatitis C infiziert haben. Andere wurden mit dem HIV-Virus infiziert.
David wurde mitgeteilt, dass er keinen Anspruch auf Entschädigung für die Infektion oder die daraus resultierenden gesundheitlichen Probleme habe. Der australische Meister fordert nun Maßnahmen im Blutskandal. Die Opfer fordern eine königliche Untersuchungskommission sowie eine Entschuldigung und Entschädigung durch die Bundesregierung.
Inzwischen wird auch in Großbritannien wegen möglicherweise verunreinigter Blutspenden ermittelt. Die ersten Untersuchungsergebnisse besagen, dass der NHS (der britische Gesundheitsdienst) wissentlich Zehntausende von Patienten durch verunreinigtes Blut und Blutprodukte einer Infektion ausgesetzt hat. Letzte Woche wurde bekannt gegeben, dass die britischen Opfer eine Entschädigung in Höhe von 19 Milliarden Dollar erhalten werden. Britische Patienten, die sich im fraglichen Zeitraum einer Lebertransplantation unterzogen haben, werden voraussichtlich zwischen 2,7 und 3 Millionen Dollar Entschädigung erhalten.
"Was in Großbritannien passiert ist, ist auch hier passiert", so David weiter. "Ich kenne viele Menschen, die daran gestorben sind, und ich weiß, was mit mir passiert ist. Ich bin noch am Leben und kann daher meine Geschichte erzählen. Viele können sie nicht erzählen. Es gibt immer noch Menschen, die leiden, weil es keine Kontrollen für Transplantationen gibt, die Leben retten könnten.''