Andrew Gilding hat bei den
Poland Darts Open 2026 eindrucksvoll die zweite Runde erreicht. In Krakau drehte der Engländer einen frühen 0:3-Rückstand gegen
Jeffrey de Graaf und gewann am Ende souverän mit 6:3. Mit einem Average von 106,55 bewies „Goldfinger“, dass er im entscheidenden Moment sein bestes Niveau abrufen kann.
Dabei trat Gilding keineswegs beschwerdefrei ans Oche. Kurz vor dem Match zog er sich eine schmerzhafte Muskelverletzung zu – und kämpfte dennoch unbeirrt weiter.
Starker Start von de Graaf – Gilding bleibt eiskalt
Zu Beginn der Partie deutete alles auf ein frühes Aus für Gilding hin. De Graaf startete furios, eröffnete mit einem 15-Darter und stellte schnell auf 2:0. Anschließend warf der Schwede zwei Maxima in Serie und erhöhte mit einem 12-Darter sogar auf 3:0. Der Druck auf Gilding war enorm.
Daumen hoch: Andrew Gilding brillierte zum Auftakt der European-Tour-Saison mit einem 107er-Average
Doch der Engländer bewahrte Ruhe. Mit einem 108er-Finish meldete er sich erstmals auf dem Scoreboard an. Es folgte ein 100er-Checkout zum Ausgleich – und von diesem Moment an dominierte Gilding die Partie. Ein 64er-Finish brachte ihm das entscheidende Break und die Führung. Danach spielte er seine Routine aus, kontrollierte das Geschehen und machte den 6:3-Erfolg mit einem Weltklasse-Average von 106,55 perfekt.
Gilding nimmt Schmerzen in Kauf
Nach dem Spiel sprach Gilding offen über seine körperlichen Probleme. „Ich weiß eigentlich nicht, wo das herkam“, sagte er im Interview bei
Tungsten Tales. „Kurz bevor ich im Practice Room auf Bull geworfen habe, habe ich mir einen Muskel im Bein gezerrt, daher hatte ich ziemliche Schmerzen. Ich dachte, das würde mich beeinträchtigen, aber offenbar nicht.“
Ganz verschwunden sind die Beschwerden allerdings nicht. „Es ist noch ein bisschen empfindlich, aber wenn ich so spiele, halte ich das aus“, erklärte er nüchtern.
Zusätzlichen Schub erhielt Gilding vom Publikum in Krakau. „Da waren ein paar Leute, die meinen Namen gerufen und skandiert haben, also habe ich ihnen kurz den Daumen hoch gezeigt“, berichtete er.
Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht. Nach seinem intensiven Auftritt setzt Gilding vor allem auf Regeneration. „Wenn ich die Gelegenheit bekomme, das Hotel zu verlassen, dann ja. Für jetzt gehe ich zurück und schlafe“, sagte er.
Kulinarisch bleibt der Engländer ebenfalls entspannt. „Nein, ich hatte gestern Abend Chinesisch. Aber es waren chinesische Dumplings dabei, also ist das ungefähr polnisch, oder?“, witzelte er zum Abschluss.