Jesus Salate hat Geschichte geschrieben – und das auf Kosten eines der Publikumslieblinge des letzten Jahres. Der Argentinier setzte sich auf der CDLC-Tour hauchdünn gegen
Rashad Sweeting durch und wird als erster Spieler aus Argentinien bei der
Darts WM antreten. Mit seinem Triumph an der Spitze der Rangliste löste Salate das begehrte WM-Ticket und verdrängte Sweeting auf den zweiten Platz.
Vor dem abschließenden Wochenende in Santiago de Chile lag Salate mit acht Punkten in Führung. Das gesamte Jahr über lieferten sich beide ein spannendes Duell um den Spitzenplatz. In den ersten vier Turnieren hatten Salate und Sweeting jeweils zwei Siege errungen – die Entscheidung musste also in Chile fallen.
Im Halbfinale des fünften Events trafen sie direkt aufeinander. Salate zeigte in den entscheidenden Momenten seine ganze Klasse, gewann drei Legs und siegte mit 6:2. Im anschließenden Finale ließ er Norman Madhoo beim 6:0 keine Chance. Sweeting stand damit unter Druck, das sechste Turnier zu gewinnen, um seine WM-Hoffnungen am Leben zu halten. Doch im Halbfinale kam es erneut zum direkten Duell, das Salate mit fünf gewonnenen Legs aus den letzten sechs für sich entschied – und damit den Traum seines Rivalen beendete. Auch das Finale gegen Madhoo gewann der Argentinier souverän.
Für Rashad Sweeting ist das bittere Ende einer bemerkenswerten Geschichte. Der Bahamaer hatte sich im vergangenen Jahr in die Herzen vieler Dartfans gespielt, als er bei 194 Restpunkten eine 180 warf – nur, weil ein Fan ihn um den „Cole Palmer“-Jubel gebeten hatte. Durch die Charity-Aktion (bei jeder 180 gab es 1000 Pfund für eine Wohltätige Organisation), die von Paddy Power unterstützt wurde, blieb ihm am Ende jedoch nur der Versuch auf der ungeliebten Doppel 7. Er verpasste die 2:0-Führung gegen Jeffrey de Graaf, wurde aber für seine Fairness und seinen Humor gefeiert. Paddy Power spendierte ihm daraufhin sogar den Heimflug.
Eine der Geschichten der Darts WM 2025: Rashad Sweeting
Trotz der Enttäuschung über das verpasste WM-Ticket bleibt Sweeting einer der beliebtesten Spieler der CDLC-Tour. Doch dieser Moment gehört Jesús Salate. Sein Erfolg ist ein Meilenstein für den südamerikanischen Dartsport. Der Argentinier hat das Potenzial, die Tour in den kommenden Jahren zu prägen und Spieler wie Sweeting und Madhoo dauerhaft in den Schatten zu stellen.
Salate hat bereits auf internationaler Bühne überzeugt. Beim World Cup of Darts in Frankfurt spielte er gemeinsam mit Victor Guillin groß auf. Das Duo gewann die Gruppe L mit einem 4:1 gegen Finnland und besiegte Neuseeland mit 4:3, ehe sie gegen Australien ausschieden. Wenn Salate an diese Form anknüpft, könnte er beim Debüt im Ally Pally für die nächste südamerikanische Sensation sorgen.
| Finals |
| Jesus Salate |
(88.41) |
6 |
VS |
0 |
(69.09) |
Norman Madhoo |
| Semi-Finals |
| Jesus Salate |
(80.31) |
6 |
VS |
3 |
(72.52) |
Rashad Sweeting |
| Norman Madhoo |
(74.41) |
6 |
VS |
3 |
(68.33) |
Sudesh Fitzgerald |
| Quarter-Finals |
| Rashad Sweeting |
(65.34) |
6 |
VS |
4 |
(61.51) |
Daniel Riveros |
| Jesus Salate |
(83.44) |
6 |
VS |
4 |
(77.63) |
Guillermo Soto |
| Sudesh Fitzgerald |
(72.99) |
6 |
VS |
3 |
(67.74) |
Jonathon Heron |
| Norman Madhoo |
(69.81) |
6 |
VS |
2 |
(59.21) |
Nelson Rahming |
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
- Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst.
Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine.
Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht.
Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.
- Hochinteressante Analyse. Dank dafür.
- Dritter Euro Titel war in Graz nicht Sindelfingen
- Dieser Unterschied im Average ist echt krass!
111+ ist für die Development- Tour überragend und schonübertrieben stark.
Unter 60 im Ave dagegen eigentlich schon zu schwach - gerade mal 40+ erst recht.
Da gewinnst keinen Blumentopf - ist ja noch krasser wie ein Pokalspiel eines Kreisligisten vs einem Bundesligisten.
- Ganz tolle Aktion!
- Das beste, was dem Darts-Sportjournalismus in Deutschland passieren konnte, Adrian Geiler! Tolles Portrait :).
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