Luke Littler befürchtet das Schlimmste gegen Mensur Suljovic: „Wenn es am Ende harmloser ist als erwartet, bin ich darüber nur froh“
PDC
Luke Littler geht mit klarem Kopf in seine Drittrundenpartie der Darts WM. Am Samstagabend trifft der amtierende Champion im Alexandra Palace auf Mensur Suljovic – und erwartet ein Duell, das mentale Stärke ebenso fordert wie Qualität am Board. Der Österreicher ist bekannt für sein bedächtiges Tempo und seine auffällige Art auf der Bühne. Genau darauf bereitet sich Littler bewusst vor.
„Ob es der Gegner ist oder das Publikum, du musst immer vom Schlimmsten ausgehen“, erklärt Littler im Gespräch mit Sky Sports. Der 18-Jährige weiß, dass gerade bei einer WM nicht alles nach Plan läuft. „Wenn es am Ende harmloser ist als erwartet, bin ich darüber nur froh.“ Für Littler zählt vor allem, vorbereitet zu sein – unabhängig davon, wie sich das Match entwickelt.
Littler bleibt bei seinem Spiel
Suljovic machte bereits in der vorherigen Runde Schlagzeilen. Gegen Joe Cullen fiel er durch lange Pausen zwischen den Würfen auf und zog damit nicht nur den Unmut des Publikums, sondern auch eine Verwarnung von Schiedsrichter Kirk Bevins auf sich. Zudem feierte der Wiener seine Scores mehrfach seitlich der Bühne, was die Atmosphäre zusätzlich auflud.

Luke Littler fürchtet das langsame Spiel seines kommenden Gegners nicht.
Littler lässt sich davon nicht beirren. Er betont, dass er seinen eigenen Rhythmus nicht verändern wird. „Ich werde mein Spiel nicht anpassen“, sagt er. „Ich werde nicht langsamer werfen oder anders zum Board gehen. Ich trainiere und spiele so weiter wie immer.“
Weiterlesen
Das Duell zwischen Littler und Suljovic ist ihr erstes direktes Aufeinandertreffen auf der großen Bühne. Die Rollen scheinen klar verteilt, doch Littler warnt vor zu viel Selbstverständlichkeit. „Auf dem Papier erwarten alle, dass der Gesetzte gewinnt“, erklärt er. „Du bist nicht ohne Grund so weit oben in der Rangliste, aber diese Spiele musst du trotzdem erst spielen und gewinnen.“
Entscheidend sei vor allem die innere Haltung. Littler zeigt Respekt vor seinem Kontrahenten und macht deutlich, dass beide Spieler bereit sind. „Wir haben miteinander gesprochen, und ich glaube, er ist komplett fokussiert. Das gilt für mich genauso.“
Suljovic kennt die große Bühne
Für Mensur Suljovic ist die dritte Runde im Ally Pally kein Neuland. Vor drei Jahren sorgte er dort für einen der denkwürdigsten Momente des Turniers, als er Michael van Gerwen mit einem spektakulären 161-Finish kalt erwischte, nachdem der Niederländer sich entschied bei 121 Rest auf ein Doppel zu stellen. Zwar verlor Suljovic die Partie am Ende mit 2:4, doch er zeigte eindrucksvoll, wozu er auf der WM-Bühne fähig ist.
‚The Gentle‘ gibt sich auch diesmal selbstbewusst. Bereits vor Turnierbeginn ließ er durchblicken, dass er ein Duell mit Littler erwartet. „Mein Gefühl ist gut, ich spiele gut“, sagte Suljovic. „Jedes Turnier ist anders, aber die WM ist etwas ganz Besonderes.“ Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Und ich bin größer als Luke Littler.“
Titelverteidigung ohne große Worte
Für Littler steht viel auf dem Spiel. Er kann der erste Spieler seit Gary Anderson im Jahr 2016 werden, der seinen WM-Titel erfolgreich verteidigt. Trotzdem vermeidet er große Ankündigungen oder historische Vergleiche. In seinen bisherigen beiden WM-Teilnahmen erreichte er jeweils das Finale: zunächst die Niederlage gegen Luke Humphries, ein Jahr später der Titelgewinn gegen Michael van Gerwen.
Anfang des Jahres sprach Littler noch davon, dass er „die Qualitäten“ habe, um Phil Taylors Rekorde anzugreifen. Inzwischen klingt er deutlich nüchterner. Auf die Frage nach konkreten Titelzielen antwortet er offen: „Nicht wirklich. Es geht immer darum, ob jemand Phil Taylors Rekord brechen kann. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass das jemals passiert.“
Taylor gewann insgesamt 16 Weltmeistertitel, davon 14 bei der PDC. „Ich habe mir selbst nie eine Zahl gesetzt“, sagt Littler. „Vielleicht kommt irgendwann der Moment, an dem ich so denke. Aber aktuell ist das nicht in meinem Kopf.“
Weiterlesen

Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
Klatscht 0Besucher 0
Gerade In
Beliebte Nachrichten
Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









