Die Weihnachtspause ist beendet, der Fokus im Alexandra Palace richtet sich wieder voll auf die
Darts WM. Ab Samstag, dem 27. Dezember 2026, kehren die Spieler zurück auf die größte Bühne des Sports. In der ersten Nachmittagssession nach den Feiertagen stehen drei hochinteressante Begegnungen der dritten Runde auf dem Programm. Zwei Niederländer greifen erneut an, dazu kommt ein rein englisches Duell, das sportlich einiges verspricht.
Den Auftakt bestreiten
Wesley Plaisier und Krzysztof Ratajski. Anschließend betritt mit
Andrew Gilding einer der bislang auffälligsten Akteure des Turniers die Bühne, er bekommt es mit Luke Woodhouse zu tun. Den Abschluss bildet das Duell zwischen
Niels Zonneveld und Jonny Clayton, das trotz klarer Rollenverteilung reichlich Spannung bietet.
Spielplan Darts WM 2026
Samstag, 27.12.2026
Nachmittagssession (ab 13:30 Uhr)
| 13:40 Uhr | Wesley Plaisier | v | Krzysztof Ratajski | R3 |
| 14:55 Uhr | Andrew Gilding | v | Luke Woodhouse | R3 |
| 16:10 Uhr | Jonny Clayton | v | Niels Zonneveld | R3 |
Wesley Plaisier gegen Krzysztof Ratajski
Die Nachmittagssession beginnt mit einem Spieler, der bereits für eines der großen Ausrufezeichen dieser WM gesorgt hat.
Wesley Plaisier setzte sich in Runde zwei überraschend gegen Gerwyn Price durch und zeigte dabei eine bemerkenswert reife Leistung. Der Niederländer bewegte sich im Average auf Augenhöhe mit dem
Weltranglistenneunten, überzeugte aber vor allem in den Entscheidungslegs.
Kann Plaisier seine Form aus dem Sensationssieg gegen Gerwyn Price im weiteren Turnierverlauf aufrecht halten?
Im ersten Satz hielten beide Akteure zunächst ihre Anwurflegs. Als Price jedoch einen Dart auf Doppel verpasste, nutzte Plaisier die Chance, holte sich das Break und ging mit 1:0 in Führung. Auch im zweiten Satz agierte der Niederländer äußerst konsequent, zog schnell auf 2:0 davon und ließ sich von einem kurzen Aufbäumen des Walisers nicht aus der Ruhe bringen. Der dritte Durchgang entwickelte sich zum Nervenkrimi, doch erneut ließ Price Möglichkeiten liegen. Plaisier blieb stabil und machte über Doppel 10 den 3:0-Erfolg perfekt.
Nun wartet mit Krzysztof Ratajski ein Gegner, der ebenfalls in starker Form nach London gereist ist. Der Pole ließ Ryan Joyce in der zweiten Runde kaum Raum zur Entfaltung. Bereits im ersten Satz setzte er mit einem Break im dritten Leg den Ton und bestätigte den Durchgang mit einem sehenswerten 135-Finish. Auch im zweiten Satz behielt Ratajski die Kontrolle und nutzte Fehler seines Gegners eiskalt aus.
Zwar meldete sich Joyce im dritten Satz mit einem klaren 3:0 zurück, doch Ratajski reagierte abgeklärt. Im vierten Durchgang übernahm er sofort wieder das Kommando und sicherte sich mit demselben Ergebnis den Einzug in Runde drei. Aufgrund seiner Erfahrung und der besseren Weltranglistenposition geht „The Polish Eagle“ favorisiert in dieses Match. Dennoch hat Plaisier bereits bewiesen, dass er auch gegen etablierte Namen bestehen kann. Mit dem Selbstvertrauen aus dem Price-Sieg ist dem Niederländer auch hier einiges zuzutrauen.
Andrew Gilding gegen Luke Woodhouse
Im zweiten Match des Nachmittags kommt es zu einem englischen Aufeinandertreffen.
Andrew Gilding trifft auf Luke Woodhouse, und beide Spieler haben bislang einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Gilding sorgte in Runde zwei für Aufsehen, als er Chris Dobey, die Nummer acht der Welt, aus dem Turnier nahm.
Der Start verlief dabei zunächst kurios. Gilding eröffnete mit einem 134-Finish, musste den ersten Satz am Ende aber dennoch abgeben. Davon ließ sich „Goldfinger“ nicht beeindrucken. Im zweiten Satz dominierte er klar und stellte mit einem 3:0 den Ausgleich her. Der dritte Durchgang brachte einen weiteren Höhepunkt: Beim Stand von 2:1 legte Gilding einen 10-Darter nach und ging erstmals in Führung.
Im vierten Satz spitzte sich die Partie zu. Beide Spieler hielten ihre Legs, sodass ein fünftes Leg die Entscheidung bringen musste. Hier zeigte Gilding erneut seine Nervenstärke und machte den 3:1-Erfolg perfekt. Sein ruhiger, schnörkelloser Stil passt bislang hervorragend zur großen WM-Bühne.
Luke Woodhouse hatte es in seiner Zweitrundenpartie deutlich einfacher. Gegen Max Hopp aus Deutschland dominierte er von Beginn an. Mit einem 12-, 14- und 16-Darter holte er sich den ersten Satz glatt. Auch im zweiten Durchgang ließ Woodhouse nichts anbrennen und zog schnell auf 2:0 in Sätzen davon. Zwar gelang Hopp im dritten Satz sein erstes Leg, doch zu viele verpasste Doppel verhinderten eine echte Gegenwehr. Woodhouse nutzte das konsequent aus und gewann auch diesen Satz mit 3:1.
Das direkte Duell verspricht ein enges Match auf Augenhöhe. Beide Spieler befinden sich in ordentlicher Form, doch Gilding wirkt bislang etwas stabiler und konstanter. Leicht favorisiert geht daher „Goldfinger“ in diese Begegnung, auch wenn Woodhouse jederzeit in der Lage ist, das Spiel an sich zu reißen.
Gilding zählt bislang zu den Spielern, die bei dieser WM vielleicht den stärksten Eindruck hinterlassen haben.
Jonny Clayton gegen Niels Zonneveld
Zum Abschluss der Nachmittagssession steht der zweite Niederländer im Fokus.
Niels Zonneveld fordert Jonny Clayton heraus, der als gesetzter Spieler erstmals aktiv ins Turnier eingreift. Zonneveld empfahl sich mit einer starken Leistung gegen Michael Smith für höhere Aufgaben.
Gegen den ehemaligen Weltmeister startete der Niederländer furios. Er nahm Smith direkt im ersten Leg den Anwurf ab und sicherte sich den ersten Satz mit 3:1. Im zweiten Durchgang steigerte sich Smith, glich aus und brachte wieder Spannung in die Partie. Doch Zonneveld blieb ruhig, hielt im dritten Satz sein Anwurfleg zum 2:2 und erzwang ein Entscheidungsleg. Als Smith dort einen Dart auf Tops ausließ, war Zonneveld zur Stelle und stellte auf 2:1.
Im vierten Satz spielte der Niederländer dann seine ganze Klasse aus. Mit präzisen Finishes von 70 und 77 setzte er sich früh ab und beendete das Match schließlich mit einem starken 94-Finish in zwölf Darts. Der Einzug in Runde drei war die verdiente Belohnung für einen konzentrierten Auftritt.
Jonny Clayton profitierte in der zweiten Runde von der Disqualifikation seines ursprünglich vorgesehenen Gegners Dom Taylor und zog kampflos weiter. Auf dem Papier bringt „The Ferret“ alle Voraussetzungen mit, um dieses Match zu kontrollieren. Dennoch hat Zonneveld bereits gezeigt, dass er vor großen Namen keinen Respekt hat. Wenn es ihm gelingt, sein Niveau erneut abzurufen, dürfte auch dieses Duell deutlich spannender werden, als es die Ausgangslage vermuten lässt.