Zum dritten Mal in dieser Premier-League-Saison erreichte
Gian van Veen das Finale eines Spielabends. Und
zum dritten Mal blieb der große Wurf aus. In Belfast unterlag der Niederländer im Endspiel Stephen Bunting, der mit 6:2 zuschlug und damit seinen ersten Abendssieg der Saison feierte.
Der Weg ins Finale war beeindruckend. Van Veen behielt die Nerven gegen den heimischen Favoriten Josh Rock, der bei einem 1:5-Rückstand einen 9-Darter warf. Der Nordire und das Publikum explodierten vor Freude, doch Van Veen ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und holte die Partie dennoch.
Im Halbfinale folgte ein starker 6:5-Erfolg gegen Gerwyn Price, der zuvor am Abend Michael van Gerwen ausgeschaltet hatte. Alles schien für einen ersten Wochentitel in seinem Debütjahr in der
Premier League Darts zu passen.
Im Finale stockte es jedoch erneut. Bunting, der bis Donnerstagabend in dieser Ausgabe noch kein Spiel gewonnen hatte, präsentierte sich scharf und effektiv. Nach Siegen über Luke Humphries und Jonny Clayton machte „The Bullet“ auch mit Van Veen kurzen Prozess.
Enttäuschung bei Van Veen
Der Niederländer war nach dem Ende sichtbar bedient. „Das Viertelfinale war okay, das Halbfinale war gut, und dann denkst du im Finale: jetzt muss es passieren – und dann ist es wieder – für mein Gefühl – katastrophal“, analysierte er per Video-Schalte bei Viaplay.
Die wiederkehrende Enttäuschung beginnt zu nagen. „Die Leute wissen, dass ich die letzten Finals immer verliere. Dann bekommst du Bunting und spielst so schlecht ... Ich hatte gehofft, es wäre ein Ausreißer, aber jetzt wird es ein Muster, und das willst du nicht. Du musst einfach einmal gewinnen. Dann ist es hoffentlich erledigt.“
Bunting nutzte das optimal. Im vergangenen Jahr verlor er seine ersten acht Premier-League-Partien, um in Woche neun doch noch einen Abend zu gewinnen. Diesmal dauerte es nicht so lange: Nach drei Wochen ohne Sieg schlug er in Woche vier zu. Die Belohnung: 10.000 Pfund und fünf Punkte.
Van Veen musste sich mit drei Punkten begnügen. Damit steht er bei neun Punkten, gut für Rang zwei hinter Spitzenreiter Jonny Clayton, der elf Zähler gesammelt hat. Die Form stimmt, die Ergebnisse kommen, doch der letzte Schritt fehlt noch. Van Veen weiß, dass er auf dem richtigen Weg ist. „Wenn du so weitermachst, stehst du am Ende einfach in der O2 Arena, aber es wird Zeit, dass ich mal ein Finale gewinne.“
Nächste Woche erhält Van Veen in Cardiff eine neue Chance, den Wochentitel in der
Premier League Darts zu holen. Dann trifft er als Nummer zwei der Rangliste auf Jonny Clayton, den Führenden im Zwischenklassement.