„Ich steige sofort ins Auto, um meinen Flug um 21 Uhr zu erwischen“ – Gerwyn Prices verrückter Wettlauf gegen die Zeit vor dem Premier-League-Abend in Belfast

PDC
durch Nic Gayer
Donnerstag, 26 Februar 2026 um 10:42
Gerwyn Price
Gerwyn Price hat am gestrigen Mittwoch ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt. Der 40-jährige Waliser sicherte sich seinen 22. Titel auf der Players-Championship-Tour und unterstrich damit eindrucksvoll seine starke Frühform. Mit einem Tagesaverage von über 104 Punkten und mehreren überzeugenden Auftritten zeigte „The Iceman“, dass er bereit ist für die ganz großen Aufgaben.
Im Finale des sechsten Players Championship des Jahres dominierte Price seinen Gegner Andrew Gilding klar mit 8:1 und holte damit seinen ersten Ranglistentitel der Saison 2026. „Das entwickelt sich zu einer guten Gewohnheit“, sagte er anschließend mit einem Schmunzeln. Eine passende Bemerkung. Noch am Vortag war er überraschend in Runde eins ausgeschieden – nun stemmte er wieder die Trophäe in die Höhe. Dieser Kontrast spiegelt sein aktuelles Spiel treffend wider: anfällig zu Beginn, aber kaum zu stoppen, sobald er ins Rollen kommt.

Druck auf dem Kessel

Price sprach offen über die besondere Ausgangslage an diesem Turniertag. „Ich stand heute schon etwas unter Druck, um Ranglistenpunkte zu holen“, erklärte er. Vor zwei Jahren erlebte er nach eigener Aussage seine schwächste Saison auf der PDC-Tour. Die Folgen spürt er noch immer in der Order of Merit.
Präsentierte sich bei Players Championship 6 in bestechender Form: Gerwyn Price
Präsentierte sich bei Players Championship 6 in bestechender Form: Gerwyn Price
„Ich verteidige dieses Jahr fast nichts“, betonte er. „Vor zwei Jahren hatte ich mein schlechtestes Jahr bei der PDC. Alles, was ich jetzt einspiele, ist ein Plus. Egal wer vor mir steht, ich werde sie einholen.“
Dieser Ehrgeiz zeigte sich von Beginn an. Price spielte konstant Averages jenseits der 100-Punkte-Marke, demonstrierte seine enorme Scoring-Power und traf die Triple-20 mit beeindruckender Sicherheit. Auch auf die Doppel war Verlass, wenn es entscheidend wurde.
„Ich fand, dass ich heute solide gespielt habe“, analysierte er nüchtern. „In ein oder zwei Matches war ich nicht auf meinem besten Niveau. Nicht einmal im Finale. Aber ich hatte genug im Tank.“ Genau das bewies er: In den entscheidenden Momenten legte er noch einmal zu und erhöhte das Tempo.

Revanche mit Augenzwinkern

Auf dem Weg zum Titel setzte sich Price unter anderem gegen Jonny Clayton durch – seinen Landsmann und engen Freund. Damit revanchierte er sich für eine Premier-League-Niederlage in der Vorwoche, nachdem er zuvor zehn Partien in Serie gegen Clayton gewonnen hatte. Mit einem Augenzwinkern richtete er sich an seinen Kollegen: „Ich habe zu ihm gesagt: Das ist der Beginn einer neuen Serie von zehn Siegen.“

Kaum Zeit zum Feiern

Lange feiern konnte Price seinen Erfolg jedoch nicht. Kaum hatte er den letzten Dart aus dem Board gezogen, richtete sich sein Blick bereits auf das nächste Ziel: den Premier-League-Abend in Birmingham.
„Ich werfe buchstäblich das Mikrofon in mein Auto“, lachte er. „Ich steige sofort ins Auto und fahre direkt zum Flughafen Birmingham, um meinen Flug um 21.00 Uhr zu erreichen. Wenn nicht, muss ich morgen früh fliegen.“
Diese Worte zeigen, wie intensiv die aktuelle Phase im Darts-Kalender ist. Die Profis wechseln nahezu im Eiltempo vom Floor-Turnier auf die große TV-Bühne – vom Hotelzimmer in die ausverkaufte Arena. Während einige Spieler den Players-Championship-Block im Hinblick auf die Premier League Darts ausließen, trat Price ohne zu zögern an das Oche. „Ich hätte diese beiden Turniere ohnehin gespielt“, stellte er klar. „Das ist eine großartige Phase, um in Form zu sein.“

Cardiff und der Hunger nach mehr

Seine starke Form kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. In der kommenden Woche steht der Premier-League-Abend in Cardiff an – ein echtes Heimspiel für den stolzen Waliser. Vor heimischem Publikum zu spielen, sorgt bei Price stets für besondere Emotionen. Die Energie der Fans kann ihn tragen, bringt aber auch zusätzlichen Druck mit sich.
Außerdem wartet mit den UK Open ein Turnier, das noch auf seiner Titelliste fehlt. Dennoch denkt Price nicht zu weit voraus. „Ich gehe das Schritt für Schritt an“, sagte er entschlossen. „Heute war meine Priorität. Morgen Abend auch. Danach sehen wir weiter. Ich blicke nicht zu weit nach vorn.“

Das Rätsel der ersten Runde

Besonders aufschlussreich war sein Einblick in die mentale Komponente. „Wenn ich durch die erste Runde komme, habe ich das Gefühl, unbesiegbar zu sein“, erklärte Price. „Aber in dieser ersten Runde fühlt es sich manchmal an, als könnte ich nicht gewinnen.“
Übersteht er jedoch diese Hürde, verändert sich alles. Der Rhythmus stellt sich ein, das Selbstvertrauen wächst, das Adrenalin steigt. „Dann fühle ich mich beinahe unbesiegbar“, sagte er. „Auch wenn das natürlich nicht wirklich so ist.“
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