Michael Smith hat sich in Krakau nach einem nervenaufreibenden Sieg über Joe Cullen bei den
Poland Darts Open in die dritte Runde gespielt, doch für den Engländer hatte dieser Erfolg eine weit tiefere Bedeutung als nur sportlich. Der ehemalige Weltmeister widmete seinen Auftritt seiner Frau, die aus Polen stammt.
Smith lag gegen Cullen kein einziges Mal in Führung, brachte die Partie aber im Entscheidungsleg ins Ziel. Im Anschluss erklärte er, warum das Turnier für ihn persönlich so wichtig war. „Es geht darum, deine Chancen zu nutzen. Ich bin froh, dass ich die nächste Runde erreicht habe“, sagte Smith. „Deshalb war ich auch so wütend, als ich die Qualifikation verloren habe. Das war das einzige Turnier, zu dem ich die Familie mitnehmen wollte.“
Ursprünglich hatte sich Smith nämlich nicht für das Euro-Tour-Turnier qualifiziert, nach einer Niederlage in der Qualifikation gegen Mickey Mansell. Das sorgte für Frust, den er auch online zeigte. Am Ende rückte er doch noch ins Teilnehmerfeld nach, was seinen Auftritt in Krakau besonders machte.
„Es ist natürlich für dieses großartige Publikum, aber vor allem für sie“, führte Smith fort und meinte damit seine Partnerin. „Als ich mich nicht qualifizierte, konntet ihr in den sozialen Medien sehen, wie wütend ich war. Aber schließlich bin ich doch noch reingerückt und konnte vor polnischem Publikum spielen. Ich weiß, wie hart sie sein können, denn ich lebe seit dreizehn Jahren mit einer Polin zusammen.“
Michael Smith war vor allem für seine Frau glücklich, dass er bei den Poland Darts Open antreten durfte
Formkurve bei Smith zeigt nach oben
Der Sieg war zudem ein positives Signal für seine sportliche Verfassung. Smith hat in den vergangenen Monaten mit Verletzungen und Arthritis gekämpft, sieht sein Niveau aber wieder steigen.
„Es waren zwei beste Freunde gegeneinander. Im ersten Leg hatte ich Chancen auf 116 und im zweiten vier Darts auf die Doppel. Ich habe weiter an mich geglaubt und am Ende habe ich es über die Ziellinie gebracht. Es war ein echtes Darts-Match.“
Dabei merkte er an, dass sein aktueller Average ein klares Zeichen des Fortschritts ist. „Mit einem Average von 97 habe ich vor ein paar Jahren schlecht gespielt. Es ist schön, dass mein Spiel wieder in die richtige Richtung geht. Ich will einfach weitermachen.“ Dennoch blieb Smith realistisch über seine Teilnahme in Krakau. „Eigentlich sollte ich gar nicht hier sein, ich habe in der Qualifikation verloren“, gab er ehrlich zu. Am Sonntagmittag wartet in der nächsten Runde ein neues Topduell, wenn er auf Jonny Clayton trifft.