Die Spannungen zwischen
Michael Smith und
Mickey Mansell sind am Mittwoch bei einem
Euro-Tour-Qualifikationsturnier in Hildesheim hochgekocht. Was als sportlicher Kampf um ein begehrtes Ticket für das erste European-Tour-Turnier 2026 begann, mündete in einen heftigen Schlagabtausch in den sozialen Medien. Das Nachspiel zeigt, wie groß der Frust bei Smith derzeit ist, der seit seinem WM-Titel 2023 mit Formproblemen und Verletzungen zu kämpfen hat.
Beide Profis lieferten sich zunächst ein Duell um einen der begehrten Startplätze – doch nach dem Match verlagerte sich der Fokus schnell von der Bühne ins Netz. Smith ließ seinem Ärger freien Lauf, Mansell konterte – und plötzlich stand nicht mehr nur der Sport im Mittelpunkt.
Geladenes Duell um das Euro-Tour-Ticket
Smith und Mansell trafen in einer der zehn entscheidenden Qualifikationspartien aufeinander. Der Einsatz war klar: ein Startplatz beim ersten European-Tour-Turnier der neuen Saison. Für beide ist die Qualifikation längst kein Selbstläufer mehr. Smith rangiert aktuell als Nummer 32 der Welt, Mansell belegt Platz 47. Das bedeutet: Beide müssen den Umweg über das Qualifikationsturnier für Tour Card Holder gehen und sind nicht automatisch teilnahmeberechtigt.
Der ehemalige Weltmeister Michael Smith ist inzwischen auf Platz 32 der Weltrangliste abgerutscht
In Hildesheim hatte Mansell das bessere Ende für sich. Der Nordire spielte einen Average von 83,07 und besiegte Smith mit 6:3. Smith kam auf 82,89 im Schnitt und setzte seinen Gegner in der Schlussphase der Partie zu keinem Zeitpunkt wirklich unter Druck.
Die Zahlen zeigen: Es war kein hochklassiges Match, sondern ein Duell, in dem Effizienz den Ausschlag gab. Mansell agierte in den entscheidenden Momenten auf die Doppelfelder konzentrierter und nutzte die verpassten Chancen seines englischen Kontrahenten konsequent aus.
Heftige Breitseite in den sozialen Medien
Nach dem Match blieb es nicht beim sportlichen Handschlag. Smith, sichtbar frustriert,
machte seinem Ärger auf Facebook in einem inzwischen gelöschten Beitrag Luft (hier nachlesen). Darin attackierte er Mansells Spielweise scharf. Der ehemalige Weltmeister suggerierte, der Nordire habe bewusst auf Zeit gespielt, indem er nach seinen Würfen lange auf das Board blickte.
„Stell dir vor, du machst so etwas, um ein Spiel zu gewinnen. Tinkerbell wird nicht vorbeikommen und deine Darts bewegen. Kein Grund, 15 Sekunden auf das Board zu starren. Schreckliche Mentalität. Und schrecklicher Spieler“, schrieb Smith unter anderem.
Mit diesen Worten setzte er den Ton für ein hitziges Nachspiel. Im Profidarts wird das Spieltempo regelmäßig diskutiert – aber selten so öffentlich und persönlich, wie es hier der Fall war.
Mansell schlägt zurück
Mansell ließ die Attacke nicht unbeantwortet. Als Smith sich später am Tag wegen einer Fußverletzung von der zweiten Euro-Tour-Qualifikation abmeldete, nutzte der Nordire die Gelegenheit für einen spitzen Konter.
„Ich hätte Boxer werden sollen, denn ich habe einen Gegner aus zwei Turnieren geworfen!“, schrieb Mansell in den sozialen Medien.
Die Bemerkung sorgte erneut für Reaktionen – darunter auch von Dagmara Smith, der Frau von Michael Smith. Sie mischte sich ebenfalls in die Debatte ein und stichelte in Richtung Mansell, er sei dafür „zu langsam“.
Verletzungen und Formtief bei Smith
Smiths Ausbruch lässt sich auch vor dem Hintergrund seiner aktuellen sportlichen Situation einordnen. Seit seinem WM-Titel 2023 ist der Engländer in der Weltrangliste zurückgefallen. Verletzungen spielen dabei eine große Rolle: Zunächst plagten ihn Probleme am Handgelenk, inzwischen beeinträchtigen ihn auch starke Fußbeschwerden.
Auf Instagram teilte Smith ein Foto, auf dem er seine körperliche Lage erläuterte. Dabei ging er auch auf den Vorfall mit Mansell ein. Er erklärte, wie schwer es ihm falle, alles für den Sport zu geben, den er liebt – und dann mit aus seiner Sicht frustrierenden Taktiken der Gegner konfrontiert zu werden.
„Es sollte mir egal sein, aber dennoch frage ich mich dann, warum ich mir das antue“, schrieb er offen.