Fallon Sherrock, die 31-jährige englische Dartsspielerin, vielen bekannt als „The Queen of the Palace“, hat sich zu den körperlichen Herausforderungen geäußert, mit denen Spitzensportler bei großen Turnieren zu kämpfen haben. Sie reagierte mit gewisser Frustration auf die jüngste Abwesenheit von
Michael van Gerwen bei mehreren Matches und Turnieren und verwies auf eigene Erfahrungen, um klarzumachen, dass eine Krankheitsausrede in der Profi-Dartswelt nicht immer akzeptiert wird.
„Du musst einfach spielen, auch wenn du dich nicht gut fühlst“, sagte Sherrock im Podcast Double Tops. „Ich muss auch spielen, wenn ich meine Periode habe. Die Leute verstehen nicht, welche Krämpfe und welches Unwohlsein man haben kann. Manchmal will ich überhaupt nicht am Board stehen, aber ich muss. Wenn du nicht hingehst und gut spielst, verlierst du.“
Wenig Verständnis für Van Gerwen
Ihre Aussagen folgen auf eine Reihe von Abwesenheiten Van Gerwens, der mehrfach aufgrund gesundheitlicher Probleme absagen musste. So verpasste der dreifache Weltmeister den dritten Abend der
Premier League Darts 2026 und zog sich von den Players Championship 5 und 6 zurück. Auch ließ er das erste European-Tour-Event des Jahres aus. Dadurch verpasste Van Gerwen insgesamt vier aufeinanderfolgende Turniere.
Bei seiner Rückkehr in Belfast verlor Van Gerwen am vierten Spieltag der Premier League Darts knapp mit 6-5 gegen Gerwyn Price.
Sherrock, die Van Gerwens Form thematisiert, zeigte sich skeptisch gegenüber der Vorstellung, dass ein Topspieler die Ausrede „nicht bei 100 Prozent“ anführen könne.
„Du kannst nicht sagen, dass du nicht in Bestform bist und dann erwarten, dass das zählt“, so Sherrock. „Du musst dein Topniveau zeigen, egal wie du dich fühlst. Die Leute sagen, sie sind krank… dafür habe ich kein Verständnis. Männerschnupfen? Den gibt es nicht. Es ist einfach eine Grippe, nicht weil du ein Mann bist. Tut mir leid, aber so ist es.“
Fallon Sherrock gehört seit Jahren zu den besten Dartspielerinnen
Van Gerwen selbst erklärte zuvor gegenüber niederländischen Medien, dass er sich während seiner Abwesenheit „wirklich schlecht fühlte“. Er fügte hinzu, dass er bei seiner Ankunft in Belfast noch nicht vollständig genesen gewesen sei, aber „fit genug“, um zu spielen. Sherrock betont jedoch, dass es nicht nur ums körperliche Spielen geht, sondern auch um den mentalen Aspekt: Konzentration und Durchhaltevermögen sind entscheidend, selbst bei Unannehmlichkeiten.
Sherrocks Aussagen stoßen in der Dartswelt auf breitere Diskussionen über körperliche Herausforderungen, insbesondere bei Spielerinnen. Während Männer mitunter wegen Krankheit absagen, zeigt sie, dass Frauen oft durchziehen müssen, auch etwa während der Menstruation, und dennoch ihr Niveau halten.
„Frage der Professionalität“
„Es ist eine Frage der Professionalität“, erklärt Sherrock. „Du musst einfach hingehen und es versuchen. Punkt. Es geht nicht darum, Ausreden zu suchen, es geht ums Performen. Das ist Spitzensport.“
Ihre Haltung wird von vielen in der Darts-Community geteilt. Sie unterstreicht, dass Darts – auch wenn es weniger physisch ist als manche andere Sportarten – Körper und Geist dennoch stark fordert. Jedes Match verlangt Konzentration, Präzision und mentale Widerstandskraft. Abwesenheiten oder schwächere Leistungen können unmittelbare Folgen haben, nicht nur für das individuelle Ergebnis, sondern auch für Publikum und Wettbewerb.
„Du musst einfach spielen und dein Bestes geben, auch wenn du keine Lust hast“, schließt Sherrock entschlossen. „Sonst verlierst du, und das zählt in diesem Sport.“