Der ehemalige Weltklasse-Spieler
Colin Lloyd ist überzeugt, dass bei
Beau Greaves noch deutlich mehr Potenzial vorhanden ist. Laut Lloyd verfügt die 22-jährige Engländerin über alle Qualitäten, um auf höchstem Niveau dauerhaft mitzuhalten – und möglicherweise sogar einen großen Titel zu gewinnen –, sofern alles zum richtigen Zeitpunkt zusammenpasst.
Hohe Averages
Lloyd, selbst frühere Nummer eins der Welt und Sieger mehrerer großer Turniere, analysierte Greaves’ aktuelle Entwicklung und ihre Position im professionellen PDC-Circuit, in dem sie seit diesem Jahr nach dem Gewinn ihrer
PDC Tour Card vollzeitlich aktiv ist. Dabei betonte er, dass nicht eine günstige Auslosung erfolgsentscheidend sei, sondern vor allem konstante Leistungen.
„Wenn für sie alles an seinen Platz fällt, meine ich damit nicht, dass es nur um eine günstige Auslosung geht“, erklärt Lloyd. „Es geht um die Konstanz, von der wir wissen, welche sie in sich hat. Sie hat bereits gezeigt, dass sie hohe Averages spielen kann. Und wenn du regelmäßig derart hohe Averages produzierst, ist es im Grunde egal, gegen wen du antrittst.“
Laut Lloyd sieht darin den Schlüssel zum Erfolg im modernen Darts. Wer konstant hohe Scores setzt, eröffnet sich automatisch Chancen in Matches. „Wenn du solche Averages weiterhin spielst, gibst du dir Chancen oder kreierst sie für dich. Und wenn du sie dann auch nutzt, wird es für Gegner unglaublich schwer, dir ein Break abzunehmen. Beau hat all diese Qualitäten. Sie verfügt über alle nötigen Attribute.“
Große Turniere als nächster Schritt
In der Dartswelt wird immer häufiger die Frage gestellt, ob Greaves jemals ein großes PDC-Turnier gewinnen kann. Lloyd schließt das keineswegs aus. „Wenn auf einem großen Turnier alles zusammenkommt, werde ich ganz sicher nicht sagen, dass sie es nicht kann“, sagt er bestimmt. „Mehr noch, ich bin wirklich der Meinung, dass sie es kann.“
Dennoch betont der ehemalige Topspieler, dass es noch Arbeit gibt. Trotz ihrer beeindruckenden Leistungen der vergangenen Jahre sieht er weiteres Entwicklungspotenzial. „Sie muss sich weiter verbessern. So gut sie auch ist, es gibt noch viel Raum für Fortschritte“, so Lloyd.
Beau Greaves besitzt seit dieser Saison eine PDC Tour Card
Konstante Saison von entscheidender Bedeutung
Einer der wichtigsten Punkte ist für Lloyd schlicht die Teilnahme an den großen Turnieren. Im aktuellen PDC-System muss sich eine Spielerin oder ein Spieler schließlich erst qualifizieren, bevor überhaupt eine Chance auf Erfolg besteht. „Alles beginnt mit der Qualifikation für die Turniere“, erklärt er. „Man sieht mitunter auch große Namen, die es nicht schaffen, sich zu qualifizieren. Und wenn du dich nicht qualifizierst, bist du automatisch raus. Dann kannst du schlicht nicht um die Preise mitspielen.“
Deshalb braucht Greaves laut Lloyd vor allem ein stabiles und konstantes Jahr auf dem Circuit. „Was sie benötigt, ist eine konstante Saison über zwölf Monate. Wenn das gelingt, kann man danach wirklich angreifen. Dann hast du den vollen Jahreszyklus, um dich für Turniere wie das World Matchplay und den World Grand Prix zu qualifizieren.“
Bedeutung der European Tour
Neben den großen TV-Turnieren verweist Ex-Profi Mark Webster auch auf die wachsende Bedeutung der PDC European Tour. Diese Turniere spielen seiner Ansicht nach eine entscheidende Rolle in der Entwicklung der Spieler und für ihre Position in der Weltrangliste. „Die Qualifikationen für die European Tour sind enorm wichtig“, betont er. „Dort liegt unglaublich viel Preisgeld bereit. Wenn sie sich dafür weiterhin qualifizieren und dort ein paar gute Resultate erzielen kann, steigt sie schnell im Ranking.“
Dieses Preisgeld fließt schließlich in die
Order of Merit ein, die Rangliste, welche den Zugang zu den größten PDC-Events bestimmt.
Gute Anpassung an das Pro-Tour-Leben
Trotz der Herausforderungen sieht Lloyd vor allem positive Signale in Greaves’ Entwicklung. Er findet, dass sie sich bemerkenswert gut an das intensive Leben auf der Profitour angepasst hat. „Soweit ich es sehe, läuft es im Moment eigentlich alles sehr gut“, sagt er. „Sie hat sich wirklich stark an das Leben auf der Pro Tour angepasst.“
Ein vollständiger PDC-Spielplan ist physisch und mental anspruchsvoll, mit vielen Reisen und einer nahezu wöchentlichen Turnierserie. Dennoch scheint Greaves laut Lloyd ihren Weg darin zu finden. „Sie wird das in den kommenden Monaten und Jahren weiter managen müssen“, schließt er. „Aber die Art, wie sie es derzeit angeht, zeigt, dass sie absolut das Potenzial hat, sich weiterzuentwickeln.“