„Mein Traum? Ein 9-Darter und ein Finale gegen Gerwyn Price“ – Jonny Clayton vor Premier-League-Heimspiel in Cardiff

PDC
Donnerstag, 05 März 2026 um 9:00
Jonny Clayton (1)
Für Jonny Clayton steht ein besonderer Abend bevor. Wenn die Premier League Darts in Cardiff Halt macht, darf der Waliser erneut vor heimischem Publikum antreten. Und das ist für Clayton immer ein spezieller Moment. Der ehemalige Sieger mehrerer großer Turniere freut sich seit Jahren darauf, wieder in seinem Heimatland auf der großen Bühne zu stehen.
„Ehrlich gesagt habe ich darauf drei Jahre warten müssen“, verklärt Clayton mit einem Lächeln. „Also bin ich enorm begeistert. Ich kann es kaum erwarten. Die walisischen Fans sind wirklich unvergleichlich. Das Geschrei, der Gesang, die Stimmung – es ist fantastisch, ein Teil davon zu sein.“

Cardiff: der Lieblingsspielort

Dass Clayton eine Schwäche für Cardiff hat, ist kein Geheimnis. Der Premier League-Abend in der walisischen Hauptstadt gehört seiner Ansicht nach zu den absoluten Höhepunkten des Dartsjahres. „Die Premier League Darts ist mein Lieblingsturnier“, sagt er. „Und Cardiff ist ohne Zweifel meine Lieblingsarena. Das sind diese Momente in deiner Karriere, für die du das alles eigentlich machst.“
Laut Clayton hätte Wales sogar mehr große Dartturniere verdient. „Ich sage es öfter: Es ist eigentlich schade, dass nicht noch ein Major in Wales ausgetragen wird. Für walisische Spieler wäre das großartig, und auch für die Fans. Die Unterstützung, die du hier bekommst, ist enorm.“
Gemeinsam mit Landsmann Gerwyn Price – von Clayton stets „Gezzy“ genannt – prägt er seit Jahren das walisische Topdarts. Die beiden würden nur zu gern zusammen ein Finale in Cardiff spielen. „Das wäre wirklich ein Traumabend“, sagt Clayton. „Zwei walisische Jungs im Finale vor eigenem Publikum. Ich habe ihn damit schon ein bisschen unter Druck gesetzt“, lacht er. „Aber es wäre wirklich etwas Besonderes.“

Erst Cardiff, dann die UK Open

Der volle Darts-Kalender bedeutet, dass Spieler kaum Zeit haben, bei ihren Leistungen innezuhalten. Nach dem Premier-League-Abend in Cardiff wartet nämlich direkt das nächste große Turnier: die UK Open. Dieses Turnier ist als die „FA Cup des Darts“ bekannt, aufgrund seines offenen Charakters und der überraschenden Partien. „Es ist ein einzigartiges Turnier und immer spannend“, erklärt Clayton. „Aber zuerst liegt der Fokus vollständig auf dem Premier-League-Abend in Cardiff. Erst danach schalten wir auf die UK Open um.“
Für die Spieler ist dieser Übergang eigentlich längst normal geworden. Clayton hat das schon öfter erlebt. „Früher war es auch so, dass du zum Beispiel in Exeter gespielt hast und danach direkt weiter nach Minehead musstest für die UK Open. Das gehört einfach dazu. Nach Cardiff fahren wir nach Minehead und dann beginnt die Vorbereitung von vorn.“
Jonny Clayton in Aktion
Jonny Clayton muss zum Auftakt gegen Gian van Veen spielen

Der Druck eines Heimspiels

Vor eigenem Publikum zu spielen, bringt immer eine zusätzliche Dimension mit sich. Verschiedene Topspieler haben bereits betont, dass ein Heimspiel mitunter auch zusätzlichen Druck bedeutet. Man denke etwa an Michael van Gerwen, der häufig über die Erwartungen beim Premier-League-Abend in Rotterdam spricht.
Das spürt auch Clayton in Cardiff. „Es sind im Grunde zwei Arten von Druck“, erklärt er. „Einerseits willst du für deine eigenen Fans gut spielen. Andererseits willst du dich nicht blamieren.“
Der Waliser verweist dabei auf eine herbe Niederlage eine Woche zuvor. „Niemand will 0:6 verlieren, so wie es mir letzte Woche passiert ist. Das tut weh.“
Dennoch ändert sich Claytons Vorbereitung nicht, egal wo er spielt. „Ich gehe immer etwa vier Stunden vor meinem Match in den Aufwärmbereich. Dort arbeite ich an meinem Scoring-Rhythmus und meinen Doppeln. Danach versuche ich ruhig zu bleiben und mich zu fokussieren. Vorbereitung ist im professionellen Darts enorm wichtig.“

Starker Start in die Premier League Darts

Trotz dieser einen herben Niederlage erlebt Clayton einen ausgezeichneten Start in die Premier-League-Saison. In den ersten Wochen der Konkurrenz führt er sogar die Tabelle an.
Seiner Ansicht nach ist Konstanz der Schlüssel zum Erfolg. „Wenn du jede Woche zwei Punkte holst, wird es für andere nach sechzehn Wochen sehr schwierig, dich noch einzuholen“, sagt er. „Aber diese zwei Punkte zu holen, ist leichter gesagt als getan.“
Im aktuellen Format der Premier League Darts bringt ein Wochensieg fünf Punkte, während schon ein Sieg in der ersten Runde zwei Punkte einbringt. „Mein Ziel ist eigentlich simpel: das erste Spiel gewinnen. Alles, was danach kommt, ist Bonus. Wenn du einen Abend gewinnst und fünf Punkte mitnimmst, ist das natürlich großartig.“
Zudem weiß Clayton aus Erfahrung, wie wichtig ein starker Start ist. „Ich habe das schon einmal erlebt, also weiß ich, was nötig ist.“

Fokus auf das eigene Spiel

Auch wenn Clayton die Tabelle anführte, lauern große Namen immer im Hintergrund. Die Weltspitze ist schließlich voller Spieler, die jederzeit eine Siegesserie hinlegen können.
Deshalb versucht der Waliser, sich vor allem auf sein eigenes Spiel zu konzentrieren. „Ich schaue eigentlich nicht so viel auf die anderen“, sagt er. „Das Einzige, was ich tun muss, ist, meine eigenen Punkte weiter einzufahren. Wenn ich das mache, ergibt sich der Rest von selbst.“
Die 0:6-Niederlage gegen Stephen Bunting eine Woche zuvor war durchaus ein Weckruf. Bunting spielte eine beeindruckende Partie mit einem Average deutlich über hundert. „Es tat weh“, gibt Clayton ehrlich zu. „Niemand verliert gern auf diese Art. Aber Stephen hat fantastisch gespielt. Wenn jemand so ein Niveau erreicht und du selbst nicht richtig reinkommst, dann kommst du einfach nicht ran.“
Laut Clayton gehört das zum Spitzensport. „Man hat eben manchmal solche Spiele. Dann muss man es akzeptieren und weitermachen.“

Der Schlüssel: Chancen nutzen

Womit Clayton bislang an seinem eigenen Spiel am zufriedensten ist, ist seine Effizienz in den wichtigen Momenten. „Konstanz ist wichtig, aber Timing ist noch wichtiger“, erklärt er. „Wir können alle gut scoren, daran arbeiten wir jeden Tag. Aber es zählt, dass du zuschlägst, wenn sich die Chance bietet.“
Er nennt ein Beispiel: „Angenommen, dein Gegner verpasst eine Doppel und du stehst auf 110. Wenn du das Finish dann checkst, tut das deinem Gegner weh. Das sind die Momente, die Matches entscheiden.“
Nach Claytons Ansicht hat er diese Chancen in dieser Saison gut genutzt. „Wenn jemand patzt, versuche ich, sofort Kapital daraus zu schlagen. Darum geht es am Ende.“

Traumszenario in Cardiff

Für den Abend in Cardiff hat Clayton selbstverständlich ein Idealbild vor Augen. Die Journalisten fragten ihn, was er dem Publikum am liebsten bieten würde: einen 9-Darter, einen spektakulären Sieg oder einen ikonischen Moment auf der Bühne.
Seine Antwort war typisch Clayton. „Ich nehme alle drei“, lachte er. „Solange ich nur nicht falsch zähle – denn das ist nie gut.“
Dennoch bleibt der ultimative Traum klar. „Einen 9-Darter vor eigenem Publikum zu werfen, wäre unglaublich“, sagt er. „So wie Josh Rock letzte Woche. Das war fantastisch anzusehen.“
Am Ende geht es für Clayton aber nur um eines. „Den Sieg holen und diese zwei Punkte einfahren. Das ist das Wichtigste.“
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