Wessel Nijman meistert seine erste Hürde bei den
World Series of Darts Finals ohne Blessuren. In Amsterdam setzt sich der Niederländer mit 6:4 gegen den routinierten Simon Whitlock durch und zieht in die zweite Runde ein. Leicht macht er es sich dabei nicht, doch am Ende überwiegt bei ihm vor allem die Erleichterung.
„Ich hatte das Gefühl, dass ich ihn im Scoring heute ziemlich im Griff hatte“, b
lickt Nijman nach der Partie zurück. „Aber es geht natürlich schon mit diesem 150er-Finish im ersten Leg los, während ich eigentlich nur warte. Ich bin vor allem einfach sehr froh, dass ich gewonnen habe.“ Vor dem Duell sorgt kurz die Reihenfolge des Bühnenauftritts für Verwirrung: Nijman rechnet damit, dass Whitlock zuerst werfen muss, tatsächlich entscheidet aber die World-Series-of-Darts-Rangliste darüber. „Wir standen hinten und warteten, dann sagten sie: ‚Wes, du musst.‘ Ich dachte: Ja, es geht über die Rangliste. Dann sagte ich: Okay, dann bin ich dran. Es ist eigentlich ganz klar, aber man muss es eben im Kopf haben.
Nijman warnte vor Unterschätzung
Whitlock bringt eine enorme Erfahrung mit, dennoch betrachtet Nijman den Australier im Vorfeld als eine günstige Auslosung. Gleichzeitig weiß er, dass genau darin auch eine Gefahr steckt. „Es ist natürlich immer schön, gegen solche erfahrenen Spieler zu werfen, aber für das Match selbst macht das für mich keinen großen Unterschied. Es klingt vielleicht komisch, aber von allen Auslosungen war das hier vermutlich eine der besseren.“ Nijman verweist dabei auf Aussagen, die zuvor Dirk van Duijvenbode gemacht hat. „Am Ende musst du ihn trotzdem erst einmal schlagen, und ich bin froh, dass mir das gelungen ist.“
An Selbstvertrauen mangelt es Nijman ohnehin nicht. Der Niederländer zählt das ganze Jahr über zu den Spielern, die vor allem im Scoring beeindrucken. „Das Gefühl ist einfach richtig gut, und das siehst du vor allem in meinem Scoring-Teil der Matches. Es steht einfach gut.“
Der ganz große Lauf bei einem Major fehlt Nijman bislang trotzdem noch. Auf den großen Bühnen lässt er nach eigenem Empfinden aber nicht viel liegen. „Ich habe auch nicht den Eindruck, dass ich bei den Majors wirklich viele Fehler mache, die Münze muss, glaube ich, einfach mal auf die richtige Seite fallen.“ Als Beispiele nennt Nijman seine Niederlagen gegen Gian van Veen beim World Matchplay und gegen Gerwyn Price bei der UK Open. „Das sind beide einfach sehr gute Matches, die kleine Momente entscheiden. Wenn diese Dinge mal auf meine Seite kippen, passt das am Ende schon.“
Zusätzlichen Druck macht sich Nijman für den Herbst nicht. „Unabhängig davon, was ich bei den Majors mache, habe ich schon ein sehr gutes Jahr gespielt. Natürlich willst du mehr. Du willst immer mehr.“ Und sollte ein Platz in der Premier League am Ende sogar mit einem Meistertitel seines Lieblingsklubs AZ zusammenfallen? Nijman überlegt nicht lange: „Wenn ich jetzt dafür unterschreiben darf, unterschreibe ich sofort.“