„Der Hype um mich im vergangenen Jahr war übertrieben“ – Wessel Nijman startet mit Statement-Sieg in die Darts WM 2026
PDCWessel Nijman kehrte am Samstagabend souverän auf die Bühne des Alexandra Palace zurück und fegte Karel Sedlacek mit 3:0 Sätzen vom Oche. Dabei lieferte der Niederländer eine der überzeugendsten Leistungen der Auftaktrunde ab.
Bei seinem dritten Auftritt bei der PDC Darts WM überzeugte Nijman wie gewohnt mit starkem Scoring und traf 50 Prozent seiner Doppel. Er demonstrierte eine Vorstellung, die bedacht, ruhig und kompromisslos effizient wirkte – ein Spiegelbild seiner starken Form auf dem Floor.
Schneller Start setzt den Ton
„Natürlich fühlt sich das für mich richtig gut an“, sagte Nijman nach dem Match auf der Pressekonferenz, bei der Dartsnews anwesend war (YouTube). „Mir gefällt sehr, wie ich auf dieser Bühne gespielt habe.“
Eine Statement-Leistung zum Auftakt: Wessel Nijman startete mit einem 100er-Average in die Darts WM 2026
Vom ersten Leg an wirkte Nijman angekommen. Er hielt seinen Anwurf in 15 Darts, legte einen 11-Darter nach und gewann mit einem starken 136-Finish in 12 Darts souverän den ersten Satz.
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„Es ist immer wichtig, gut in ein Match zu starten“, erklärte er. „Im zweiten Satz hat man gesehen, wie Karel drei Darts auf Tops verpasst hat, um zurückzukommen. Ich glaube, die hätte er nicht verpasst, wenn er schon vorne gewesen wäre. Ein guter Start ist wahrscheinlich das Wichtigste an einem Dartsmatch.“
Der zweite Satz folgte einem ähnlichen Muster. Nijman eröffnete mit einem 14-Darter, anschließend verpasste Sedlacek kurzzeitig Chancen, bevor ein klinischer 13-Darter dem Niederländer die 2:0-Führung brachte.
„Es ist etwas Besonderes, weil ich weiß, dass ich mein eigenes Spiel gespielt habe“, sagte Nijman. „Letztes Jahr gegen Joe habe ich nicht so gespielt, aber heute hat mir mein Spiel wirklich gefallen. Wie gesagt, ich bin sehr zufrieden.“
Souverän zu Ende gebracht
Im dritten Satz schwand jede Chance auf ein tschechisches Comeback schnell. Verpasste Doppel von Sedlacek ermöglichten Nijman den Gewinn des Auftaktlegs, und ein 15-Darter brachte die Vorentscheidung. Zwar verzögerte Sedlacek kurzzeitig mit einem 14-Darter, doch Nijman beendete das Match in Ruhe mit einem 13-Darter.
Trotz der dominanten Vorstellung betonte er, dass die lange Pause bis zum nächsten Spiel keine Rückschlüsse zulässt.
„Zwischen den Spielen liegen acht Tage“, sagte Nijman. „Es fühlt sich also wie ein anderes Turnier an, oder? Deshalb sagt der heutige Tag nichts über den nächsten Montag aus.“
Kein Hype, kein Druck
Vor zwölf Monaten reiste Nijman mit hohen Erwartungen zur WM. Diesmal genoss er es, fernab des Rampenlichts zu agieren.
„Ich denke, der Hype um mich im letzten Jahr war etwas übertrieben“, gab er zu. „Ich fand nicht, dass ich der sechstgrößte Favorit war, und ich glaube, niemand sonst fand das. Aber jetzt bekomme ich kaum noch Aufmerksamkeit, so gut wie keine, und das mag ich. Ich mag überhaupt keine Aufmerksamkeit, so sollte es eher sein.“
Diese Ruhe hilft ihm, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. „Ich weiß, wenn ich Selbstvertrauen und Erfahrung sammle, kann ich im TV genauso gut spielen wie bei den Floor-Events. Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit.“
Lernen durch Erfahrung
Gefragt, was er aus der letztjährigen WM mitgenommen habe, verwies Nijman auf seine generelle Bühnenerfahrung bei Major-Turnieren.
„Ich glaube nicht, dass ich aus diesem speziellen Spiel so viel gelernt habe“, sagte er. „Eher aus Matches beim Grand Slam, dem Matchplay, dem Grand Prix, all den Major-Turnieren. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis all diese Erfahrungen in großartige Bühnenspiele münden, so wie heute.“
Rückblickend auf seine Saison 2025 stellte Nijman eine kontinuierliche Verbesserung fest.
„Mein 2025 lief besser als mein 2024, genauso wie mein 2024 besser lief als mein 2023“, sagte er. „Also bin ich wirklich glücklich.“
Selbst bittere Niederlagen zählen für ihn zum Lernprozess. „Ich habe Matchdarts gegen Michael van Gerwen und Rob Cross verpasst, aber trotzdem ein besseres Jahr als letztes Jahr gehabt. Solange du Fortschritte machst, solltest du nicht meckern.“
Ein Spiel nach dem anderen
Trotz wachsender Aufmerksamkeit für das niederländische Darts bleibt Nijman fokussiert.
„Ich will dem niederländischen Darts meinen Stempel aufdrücken“, sagte er. „Aber ich würde nicht sagen, dass sie mich jetzt inspirieren, einen großen Sieg auf dieser Bühne zu holen. Ich pushe mich selbst, einen zu holen.“
Seine Zielsetzung bleibt bescheiden: „Es wäre sehr klischeehaft zu sagen, dass ich mein nächstes Spiel gewinnen will, oder? Ich weiß nicht einmal, gegen wen ich als Nächstes spiele, also kann ich keine großen Erwartungen ans ganze Turnier knüpfen.“
Seine Vorbereitung bleibt klar strukturiert: „Ich werde wahrscheinlich das Gleiche machen wie für dieses Spiel. Denn es hat ja funktioniert, oder?“
Unter dem Radar und ohne Tamtam macht Wessel Nijman weiter – und wenn sein Auftakt ein Maßstab ist, dann tut er dies mit absoluten Weltklasse-Darts.
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









