„Die besten Freunde werden wir nie wieder sein, aber das muss auch nicht sein“ – Mike De Decker und Kim Huybrechts haben das Kriegsbeil begraben

PDC
Freitag, 28 August 2026 um 10:30
Mike De Decker (1)
Die belgischen Dartsprofis Mike De Decker und Kim Huybrechts haben nach gut zwei Jahren ihren viel diskutierten Streit beigelegt. Die beiden Landsleute haben den Konflikt hinter sich gelassen und gehen wieder normal miteinander um.
Die Auseinandersetzung zwischen den beiden belgischen Topspielern wurde Anfang 2024 öffentlich, als Aufnahmen einer hitzigen Konfrontation zwischen De Decker und Huybrechts auftauchten. Auf den Bildern war zu sehen, wie sich beide außerhalb eines PDC-Turniers verbal angingen. Huybrechts musste sogar zurückgehalten werden, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Das Ereignis sorgte anschließend für erheblichen Wirbel in der belgischen Darts-Szene.
Die Angelegenheit führte zu viel Aufregung und beeinflusste auch die Zusammenarbeit der belgischen Spieler. Besonders sichtbar wurde das rund um die World Cup of Darts, wo Belgien seit Jahren auf die Leistungen von De Decker, Huybrechts und Dimitri Van den Bergh angewiesen ist. Da nur zwei Spieler Belgien beim Nationenturnier vertreten dürfen, ist die interne Konkurrenz ohnehin groß.
Inzwischen ist die Luft zwischen den beiden Belgiern jedoch gereinigt. De Decker berichtet im Podcast Darts Draait Door, dass er und Huybrechts das Kriegsbeil begraben haben. „Es ist in der Tat viel passiert, aber irgendwann müssen wir auch mit diesem kindischen Verhalten aufhören“, sagt De Decker. „Die besten Freunde werden wir nie mehr, aber das muss auch nicht sein.“
Laut De Decker herrscht mittlerweile ein normales Verhältnis. „Wir verhalten uns einfach normal, sagen uns hallo und guten Tag.“ Damit scheint ein Kapitel, das lange für Spannungen sorgte, endgültig geschlossen. Dass Huybrechts zuvor bereits seine Entschuldigung bei De Decker hinterlassen hatte, spielte dabei ebenfalls eine Rolle. 2024 räumte Huybrechts ein, dass seine Reaktion im Streit falsch gewesen sei und er dies bereue.

Verschiedene Charaktere

Die Versöhnung bedeutet allerdings nicht, dass die beiden plötzlich dieselbe Persönlichkeit haben. Im Gegenteil. De Decker sieht klare Unterschiede zwischen sich und Huybrechts. „Kim ist immer hochgradig ehrgeizig, und ich bin deutlich ruhiger“, stellt er fest.
Das heißt jedoch nicht, dass De Decker keine Emotionen kennt. „Aber wenn ich irgendwann spüre, dass es raus muss, dann kommt es auch raus.“ Der frühere World-Grand-Prix-Sieger hat damit einen anderen Zugang zum Sport als Huybrechts, betont aber, dass am Ende beide dasselbe Ziel verfolgen: mit Darts Geld zu verdienen.
Genau dieses Grundprinzip ist für De Decker der Grund, warum der World Cup für ihn nicht dieselbe emotionale Bedeutung hat wie für manche andere Spieler. „Der einzige Grund, warum wir dort auf der Bühne stehen, ist, um unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Ob das mit Kim oder Dimitri ist, ist mir egal. Ich mache es nicht für mein Land.“
Diese Aussage sorgte im vergangenen Jahr in Belgien für erhebliche Aufregung. De Decker wurde in den sozialen Medien mit Kritik überschüttet und von einigen sogar als Landesverräter beschimpft. „Oh Mann, all diese Leute…“, blickt er lachend zurück. „Die Nachrichten, die ich damals bekommen habe. Landesverräter und so, ach Mann.“
Der Belgier möchte seine Worte jedoch nuancieren. Seiner Ansicht nach bedeutete die Aussage keineswegs, dass er keinen Stolz empfindet, wenn er Belgien vertritt. „Also nein: Ich spiele schlicht für meinen Lebensunterhalt, und das hat nichts mit dem World Cup zu tun oder damit, dass ich nicht stolz wäre, für mein Land zu spielen.“
Mike De Decker in Aktion beim World Cup of Darts
Mike De Decker bildete in diesem Jahr beim World Cup of Darts ein Duo mit Dimitri van den Bergh

„So runtergemacht und niedergemacht“

Trotzdem hat sich das besondere Gefühl rund um den World Cup laut De Decker verändert. Seine Erfahrungen aus der Vergangenheit haben dafür gesorgt, dass die Begeisterung nicht mehr dieselbe ist wie bei seinen ersten Teilnahmen.
Vor allem ein früheres Ausscheiden ist ihm noch präsent. „Damals wurden wir so runtergemacht und niedergemacht. Da kann man nicht erwarten, dass ich ein Jahr später denke: ‚Jeej‘.“ De Decker will sich damit vor allem von dem enormen Druck distanzieren, der in Belgien rund um das Nationalteam entstehen kann.
Die Beziehung zu Huybrechts wirkt inzwischen deutlich ruhiger. Die beiden müssen keine besten Freunde sein, um wieder gemeinsam bei einer World Cup anzutreten. Sollten Rangliste und Ergebnisse dazu führen, dass sie Belgien künftig erneut zusammen vertreten, sieht De Decker darin kein Problem.
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