„Die Rückkehr an die absolute Spitze ist unrealistisch“ – Sorgen um Michael van Gerwen nehmen zu

PDC
Dienstag, 13 Januar 2026 um 7:45
Michael van Gerwen (2)
Michael van Gerwen steht vor einem entscheidenden Jahr in seiner imposanten Darts-Karriere. Der 36-jährige Niederländer, dreifacher Weltmeister und über Jahre die dominierende Kraft im internationalen Darts, spürt den Druck an der Weltspitze immer stärker. Nach Ansicht des ehemaligen Profispielers Matt Edgar ist ein Abrutschen aus den Top Ten der Weltrangliste sogar „unausweichlich“, auch wegen der anhaltenden Folgen einer Verletzung, die Van Gerwen seit einigen Jahren verfolgt.
2022 unterzog sich Van Gerwen an seinem rechten Arm einer Operation, um ein Karpaltunnelsyndrom zu beheben. Dieser Eingriff hatte weitreichende Folgen. Die Verletzung zwang ihn nicht nur zu einer Pause, sondern auch zu einer tiefgreifenden Umstellung seines Wurfs – etwas, das im Darts oft verheerend ist. Seitdem ist „Mighty Mike“ nicht mehr der Spieler, der über Jahre Rekorde brach und Turniere en masse gewann.
Die Zahlen sind eindeutig. Van Gerwen hat seit inzwischen drei Jahren kein einziges Ranking-Major gewonnen. Zudem ist er kürzlich erstmals seit 2012 aus den Top Drei der Weltrangliste gefallen. Für einen Spieler, der lange unantastbar schien, sind das beispiellose Statistiken.
Matt Edgar, selbst ehemaliger Profi und inzwischen Experte, hat sich zur Lage von Van Gerwen geäußert. Er vergleicht dessen Verletzung mit eigenen Erfahrungen mit Nervenschäden und Handgelenksproblemen und kommt zu einem harten Schluss: Eine vollständige Rückkehr zum alten Niveau ist nahezu unmöglich. „Phil Taylor hat nie eine Karpaltunnel-Operation gehabt wie Michael van Gerwen“, betont Edgar. „Als jemand, der selbst mit Handgelenksproblemen und Nervenschäden gespielt hat, kann ich sagen: Mental bist du nie wieder derselbe. Nie.“

„Niemand kehrt vollständig auf sein altes Niveau zurück“

Laut Edgar gibt es keinen einzigen Dartspieler, der nach einer ernsten Verletzung komplett auf sein altes Niveau zurückgekehrt ist. „Du kannst weiterhin gut spielen, aber es ist nicht mehr dasselbe. Das gilt auch für Michael.“
Van Gerwen selbst hat bereits eingeräumt, dass er sein Handgelenk nicht mehr so drehen kann wie früher. Daher musste sein Wurf angepasst werden. Kam sein Wurf früher weitgehend aus dem Handgelenk, ist er nun gezwungen, deutlich mehr aus der Schulter zu werfen. Auch die Art, wie der Dart in seiner Hand liegt, hat sich verändert. „Der Dart liegt jetzt anders in seiner Hand“, so Edgar. „Das bedeutet automatisch, dass er anders werfen muss. Er passt sich an, er bleibt konkurrenzfähig, aber das ist nicht der Michael van Gerwen, den wir jahrelang gesehen haben.“
Michael van Gerwen in Aktion
Michael van Gerwen ist die aktuelle Nummer vier der Welt

Dominanz fehlt

Obwohl Van Gerwen weiterhin in der Lage ist, Finals zu erreichen und große Namen zu schlagen, fehlt die konstante Dominanz, die ihn einst so gefürchtet machte. Edgar prognostiziert, dass die kommenden Monate für den Niederländer besonders hart werden, auch weil er viel Preisgeld verteidigen muss. „Er hat ein enorm wichtiges Jahr vor sich“, sagt Edgar. „Und ehrlich gesagt sehe ich ihn gegen Ende des Jahres um Platz zwölf der Weltrangliste stehen.“
Van Gerwen kehrt in dieser Woche bei den Bahrain Darts Masters in Sakhir in den Wettkampf zurück, wo er am Donnerstag sein erstes Match spielt. Dieses Turnier der World Series of Darts ist sofort ein wichtiger Gradmesser. Bei seiner einzigen Teilnahme im Jahr 2024 erreichte er noch das Finale, in dem er mit 8:5 gegen das damals erst 17-jährige Supertalent Luke Littler verlor.
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