Wessel Nijman hat am Dienstag einmal mehr unter Beweis gestellt, warum er derzeit zu den prägenden Spielern der PDC Tour gehört. Mit einem
souveränen Finalsieg beim zehnten Players-Championship-Event des Jahres bestätigte der Niederländer eindrucksvoll seine herausragende Form.
Im Endspiel setzte sich Nijman klar mit 8:2 gegen den Engländer Scott Waites durch. Die Anfangsphase verlief noch ausgeglichen, doch schnell übernahm der Niederländer die Kontrolle. „Nach dem ersten Leg denkst du noch nicht sofort, dass du schon durch bist“, erklärte er später. „Aber nach dem zweiten Leg, wenn du deinen Anwurf hältst und es 2:0 steht, kommt das Gefühl. Und wenn du dir danach noch ein Break holst, bist du richtig gut in der Partie.“
Nie in Bedrängnis
Der frühe Vorsprung erwies sich als richtungsweisend. Während Waites nie wirklich zu seinem Rhythmus fand, spielte Nijman die Partie ruhig und souverän weiter. Er ließ kaum Chancen liegen und agierte mit einer Selbstverständlichkeit, wie sie typisch für Spieler in Topform ist. „Das gab mir ein sehr gutes Gefühl für den Rest des Spiels“, sagte Nijman. „Und das hat mir im Finale definitiv geholfen.“
Wessel Nijman präsentiert sich in Topform: Mit seinem souveränen Sieg bei Players Championship 10 unterstreicht der Niederländer seine Ambitionen auf einen Platz in den Top-16 der Weltrangliste
Kein zusätzlicher Druck trotz Favoritenrolle
Bemerkenswert war zudem die klare Favoritenrolle, mit der Nijman in dieses Finale gegangen war – nicht zuletzt aufgrund seiner bereits gewonnenen zwei Players-Championship-Titel in diesem Jahr. „Für mich änderte sich jedoch nichts“, betonte er. „Für ihn kann es aber anders sein. Er hatte im Grunde nichts zu verlieren.“
Dabei erinnerte sich Nijman an seine eigenen ersten Erfahrungen auf diesem Niveau. „Als ich mein erstes Pro-Tour-Finale spielte, verspürte ich auch keinen Druck. Man spielt freier, weil es keine Erwartungen gibt. Das kann für den Gegner gerade gefährlich sein.“
Im Endspiel zeigte sich davon allerdings wenig. Sein Kontrahent konnte diese Freiheit nicht in ein konstant hohes Niveau umsetzen – eine Einschätzung, die auch Nijman teilte. „Vielleicht hätte er besser gespielt, wenn dieses Gefühl da gewesen wäre. Aber gut, ich bin vor allem mit meiner eigenen Leistung zufrieden, nicht nur im Finale, sondern über den ganzen Tag.“
Konstanz als Schlüssel zum Erfolg
Besonders beeindruckend war Nijmans durchgehend hohes Niveau über den gesamten Turniertag hinweg. Während viele Spieler nach starken Einzelpartien Schwierigkeiten haben, ihre Leistung zu stabilisieren, wirkte der Niederländer über Stunden hinweg konstant.
„Das ist wahrscheinlich mein bestes Floor-Turnier bislang“, sagte er. „Ich weiß nicht genau, warum, aber diese Art von Turnieren scheint mir gut zu liegen.“
Eine zentrale Rolle spielte dabei der richtige Rhythmus. „Gestern war nicht mein bester Tag und ich war früh raus. Aber wenn ich einmal in diesen Flow komme und gut spiele, weiß ich, dass ich das den ganzen Tag durchziehen kann. Und genau das ist heute passiert.“
Genau dieser „Flow“ entscheidet auf höchstem Niveau häufig über Sieg oder Niederlage. Wer über viele Stunden hinweg einen Average um die 100 Punkte oder mehr halten kann, verschafft sich einen entscheidenden Vorteil – und genau diese Qualität zeigt Nijman derzeit eindrucksvoll.
Blick auf die Rangliste: Top-16 in Reichweite
Neben dem Turniersieg selbst brachte der Erfolg auch wichtige Fortschritte in der Rangliste. Im Rennen um die Spitzenplätze setzte Nijman ein deutliches Ausrufezeichen. Zwar hatte zuvor Chris Dobey mit einem Turniersieg die Führung übernommen,
doch mit diesem Triumph zog Nijman wieder vorbei. Gleichzeitig rückt in der Weltrangliste die Top-16 zunehmend in greifbare Nähe – ein entscheidender Meilenstein für jeden Profi. „Das ist absolut das Ziel für dieses Jahr“, stellte Nijman klar. „Und je früher ich das erreiche, desto besser.“
Ganz ohne Hürden verliefen die vergangenen Wochen allerdings nicht. Auf der European Tour musste Nijman nach seinem Titelgewinn einige Rückschläge hinnehmen. Sowohl in München als auch in Wieze schied er bereits in der ersten Runde aus. „Das war schon ärgerlich“, sagte er offen. „Ich hatte mir dort mehr erhofft.“
Die nächste Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich bereits an diesem Wochenende beim
Euro-Tour-Event in Sindelfingen. Trotz der jüngsten Rückschläge reist Nijman mit Zuversicht an. „Ich bin auch bei den letzten Euro Tours selbstbewusst angetreten, aber es lief nicht. Hoffentlich wird es an diesem Wochenende besser.“