„Diese fiese Krankheit…“ – Raymond van Barneveld spricht berührend über die schwere Zeit seiner Mutter
PDC
Raymond van Barneveld gilt bis heute als der Begründer des niederländischen Dartsports. Fünf Weltmeistertitel formen seine beeindruckende Karriere, doch auch für den inzwischen 58-Jährigen verlief nicht immer alles nach Wunsch. Besonders die schwere Erkrankung seiner Mutter traf „Barney“ tief und prägt ihn bis heute.
Im Jahr 2019 wurde bei seiner Mutter Kieferkrebs diagnostiziert. Es folgten zahlreiche Bestrahlungen sowie mehrere Operationen im Gesicht und am Kiefer – Eingriffe, die ihr Leben stark beeinträchtigten und ihr gewohntes soziales Umfeld schmerzhaft veränderten. In Viaplays neuer Dokumentation „Van Barneveld: Trapped by Darts“ spricht der Niederländer offen über diese Zeit und zeigt sich dabei ungewohnt verletzlich.
Die Interviewer Jacques Nieuwlaat und Koert Westerman halten ihm ein Foto seiner Eltern vor – ein Moment, der sofort Emotionen auslöst. „Leider geht es meiner Mutter nicht so gut. Diese fiese Krankheit in ihrem Gesicht… Sie wurde schon ein paar Mal im Krankenhaus operiert. Darüber mache ich mir wirklich Sorgen. Aber sie ist eine sehr starke Person“, sagt Van Barneveld stolz.
Er beschreibt eindringlich, wie schwer ihn die Krankenhausbesuche belasteten. „Wir waren schon ein paar Mal dort, und dann liegt sie da mit so einem dicken Gesicht. Da kommen einem die Tränen. Dann wird man sehr emotional.“ Gleichzeitig erkennt er eigene Wesenszüge in ihr wieder: „Sie ist sehr auf sich allein gestellt. Das erkenne ich. Sie lässt immer den Käse das Brot fressen.“
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Sein Vater sei dagegen das genaue Gegenteil gewesen. „Der hat sich durchgesetzt. Zusammen sind sie ein feiner Haufen, und ich liebe sie sehr“, sagt Van Barneveld. Ohne es damals zu wissen, legte sein Vater sogar den Grundstein für seine spätere Darts-Karriere. Wenn Van Barneveld senior in der Entertainer Darts Bar in Den Haag sein Geld abholte, griff der junge Raymond zwischendurch zu den Pfeilen. „Einen Speer zu werfen… Was wusste ich schon, dass man das Dart nennt“, erinnert er sich mit einem Lächeln.
Von dort aus nahm alles seinen Lauf. „Zu meinem siebzehnten Geburtstag bat ich um eine Dartscheibe. Es war keine offizielle, sie war grün mit roten Quadraten. Ich habe sie nie wieder gesehen.“ Sein Vater – gelernter Schreiner – baute ihm anschließend ein Brett mit kleinen Säulen, auf denen „Barney“ seine gewonnenen Pokale präsentieren konnte. „Ich erinnere mich genau daran, wie ich meine erste Tasse meinem Großvater zeigte. Er weinte nur. Das war etwas ganz Besonderes.“
Schon kurz darauf verbrachte Van Barneveld seine Samstagabende im „The Entertainer“. Mit dem Moped fuhr er zum Lokal, warf den Helm hinter die Theke und organisierte kleine Turniere. „Aber es gab keinen Gipfel zu verdienen“, sagt er rückblickend.
In diesem Monat startet die niederländische Darts-Legende bereits zu ihrer 19. Teilnahme bei der PDC Darts WM. Auch wenn er nicht mehr an die Dominanz seiner Glanzjahre anknüpft, bleibt Raymond van Barneveld ein Phänomen – ein Spieler, der den niederländischen Dartsport geprägt und international auf die Landkarte gesetzt hat.
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026











