„Dieser Hunger wird sich nie ändern“ – Luke Littler greift nach historischer WM-Titelverteidigung
PDC
Luke Littler hat seiner außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte im Londoner Alexandra Palace ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Der 18-Jährige erreichte zum dritten Mal in Folge das Finale der PDC Darts WM und ist nun nur noch einen Sieg davon entfernt, in den exklusiven Kreis der Spieler aufzurücken, die zwei Weltmeistertitel in Serie gewinnen konnten.
Im Halbfinale lieferte Littler einmal mehr eine dominante Vorstellung ab. Er spielte einen Average von rund 104 Punkten und gab lediglich den Auftaktsatz gegen Ryan Searle ab, der anschließend nicht mehr zu seinem Spiel fand. Am Ende setzte sich Littler klar mit 6:1 durch.
Selbstbewusstes Ziel: Back-to-back Weltmeister
„Es fühlt sich gut an“, sagte Littler nach dem Match gegenüber den Medien (YouTube). „Offensichtlich habe ich mich einer weiteren besonderen Liste angeschlossen – back-to-back Finals. Jetzt ist das einzige Ziel, zu der Liste der Leute zu gehören, die back-to-back Weltmeister sind.“

Könnte als erst vierter Spieler der PDC-Historie seinen WM-Titel verteidigen: Luke Littler
Schon jetzt schreibt Littler Darts-Geschichte. Er ist erst der zweite Spieler überhaupt – neben Phil Taylor –, der bei seinen ersten drei WM-Teilnahmen jeweils das Finale erreicht hat.
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„Das ist wieder so eine Sache, von der ich nichts wusste, aber jetzt weiß ich es“, sagte Littler mit einem Lächeln. „Es ist etwas ganz Besonderes, diese Listen, von denen ich nichts weiß, einfach weiter zu füllen. Aber ja, jetzt ist das Hauptziel, back-to-back zu gehen.“
Selbstvertrauen ohne Selbstzufriedenheit
Obwohl Littler im Turnier bei einem Average von über 103 Punkten liegt und auf dem Weg ins Finale lediglich drei Sätze abgegeben hat, weigerte er sich, sich selbst zum Favoriten zu erklären.
„Ich habe jedes Recht zu glauben, dass ich es schaffen kann, aber ich sage niemals, dass ich es gewinnen werde“, erklärte er. „Niemals. Wir werden einfach sehen, wie die Darts laufen, denn an einem Tag ist es so und am anderen nicht.“
Diese Herangehensweise habe ihm während der gesamten Weltmeisterschaft geholfen – selbst im Halbfinale, als er den ersten Satz abgab, was ihn sichtlich ärgerte.
„Deshalb war ich heute Abend nach dem verlorenen ersten Satz nicht zufrieden“, sagte Littler. „Morgen will ich einfach diesen ersten Satz aus dem Weg räumen und schauen, wie es läuft.“
The Giant wartet
Im Finale trifft Littler auf Gian van Veen. Über den Niederländer sagte Littler: „Gian ist durch die Ränge gekommen. Ich kenne ihn sehr gut von der Development Tour, und wir sind uns ein paar Mal auf der Pro Tour begegnet. Ich habe ihn in Minehead bei meinem ersten PDC World Youth Titel geschlagen.“
Van Veen spiele aktuell ohne großen Druck, glaubt Littler. „Er ist in den Top Vier, er ist in der Premier League. Also hat er, denke ich, nicht viel zu verlieren“, fügte er hinzu.
Großen Respekt zeigte Littler auch gegenüber Gary Anderson, der sich im Halbfinale gegen van Veen geschlagen geben musste. „Gary ist einfach eine absolute Ikone“, sagte er. „Wir haben einmal beim Grand Slam gespielt, und das war ein richtig gutes Match.“
Auf dem Weg zu Legendenstatus
Vergleiche mit Phil Taylor und Michael van Gerwen sind mittlerweile unvermeidlich – etwas, das Littler mit großer Demut betrachtet. „In ihren Hochzeiten waren sie einfach unglaublich“, sagte er. „Ich habe das als kleiner Junge geschaut. Was ich geschafft habe, da kann ich sagen, ich spiele bei Titeln, Averages und der Anzahl an 9-Dartern im TV genauso gut. Vielleicht, wenn ich es morgen schaffe, bin ich auf ihrem Level.“
Dabei betont Littler, dass seine Dominanz keineswegs mühelos sei. „Es ist nicht mühelos“, stellte er klar. „Man muss immer Arbeit reinstecken. Im Fernsehen sieht es vielleicht nicht so aus, aber es steckt immer Einsatz dahinter.“
Das lange Format der Weltmeisterschaft kommt ihm seiner Meinung nach entgegen. „Da kann ich ein paar Gänge hochschalten und die 180er ins Laufen bringen“, erklärte er.
Konstante Klasse bei Littler
Ein Average von 104 Punkten fühlt sich für Littler inzwischen beinahe wie Normalität an. „Ich denke, ich hätte heute Abend noch etwas besser sein können“, sagte er. „Ich habe ein paar Doppel verpasst, aber Tops lief sehr gut. Solange ich über 50 Prozent auf die Doppel habe, bin ich immer zufrieden. Das ist für jeden Spieler ein Schlüsselteil.“
Er erklärte auch, warum er im Match auf große Checkouts verzichtete und stattdessen gezielt sein Lieblingsdoppel anspielte. „Ich war im Spiel nicht so richtig angekommen und fühlte mich nicht bereit für die großen Finishes“, sagte Littler. „Tops lief richtig gut, und ich dachte, ich könnte gar nicht verfehlen.“
Die Halbfinal-Konstellation beendete zudem die Hoffnungen auf ein Luke-gegen-Luke-Finale, nachdem Luke Humphries zuvor ausgeschieden war. Littler verfolgte das aufmerksam. „Wenn jemand vor dir den Kopf schüttelt, musst du dir sagen: ‚Jetzt hast du ihn‘“, sagte er. „Und das hat Gian gemacht. Er hat es durchgezogen.“
Diese Beobachtung bestärkte auch seinen eigenen Ansatz. „Versuch einfach, den ersten Satz zu gewinnen“, erklärte Littler. „Wenn du das schaffst, bist du gefestigter als dein Gegner.“
Trotz seines bereits gewonnenen WM-Titels bleibt sein Hunger ungebrochen. „Dieser Hunger wird sich nie ändern“, sagte er. „Selbst wenn du deine erste Weltmeisterschaft gewinnst, willst du immer noch eine. Für mich selbst: Ich will back-to-back gehen.“
Zugleich ist er überzeugt, dass noch mehr möglich ist. „Da ist noch ein bisschen im Tank“, sagte Littler. „Ein nahezu 105er-Average heute ist sehr gut, aber ich denke, wir können das morgen noch ein kleines bisschen steigern.“
Ungewissheit über mögliche Dominanz
Rückblickend auf sein erstes WM-Finale gab Littler zu, dass er niemals mit diesem Karriereverlauf gerechnet hätte. Selbst eine Wiederholung seines frühen Erfolgs hielt er damals für unwahrscheinlich – geschweige denn die Chance auf zwei WM-Titel in Serie.
„Nach diesem ersten Finale und dem Premier-League-Anruf habe ich zu meiner Familie gesagt, es könnte nie wieder passieren“, verriet er. „Ich sollte auf die Pro Tour gehen und versuchen, mich für ein paar European Tour Events zu qualifizieren. Aber ich bin seitdem deutlich besser geworden.“
Das gilt trotz der Klasse, die er schon früh zeigte und die sich in Siegen bei den Senioren widerspiegelte, lange bevor sein endgültiger Durchbruch kam.
Nun steht Luke Littler an der Schwelle zur Geschichte. „Meine ersten drei Weltmeisterschaften – und ich stehe jedes Mal im Finale“, sagte er. „Das ist kein schlechter Start. Hoffentlich gibt es morgen wieder einen hohen Average und einen Sieg.“
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








