George Noble erklärt Gründe für seinen Rücktritt: „Ich habe 17 von 22 Geburtstagen meiner Tochter verpasst“

PDC
durch Nic Gayer
Samstag, 03 Januar 2026 um 9:00
George Noble
Während Luke Littler am heutigen Abend im Finale der PDC Darts WM erneut Rekorde brechen und weitere Geschichte schreiben kann, trägt dieser Abend zugleich einen endgültigen Charakter. Mit George Noble verabschiedet sich eine der prägendsten Persönlichkeiten des modernen Dartsports von der ganz großen Bühne.
Auch John McDonald wird an diesem Abend ein letztes Mal als Master of Ceremonies auf einer PDC-Bühne stehen. Gemeinsam mit Darren Bent und Andy Goldstein waren Noble und McDonald bei talkSPORT Drive zu Gast, um über ihre beeindruckenden Karrieren zu sprechen – und natürlich darüber, wer aus ihrer Sicht den WM-Titel gewinnen wird und welche Rolle Luke Littler dabei spielt.

Abschied aus persönlichen Gründen

George Noble sprach offen über seinen Entschluss, seine Karriere als PDC-Caller zu beenden. Der Unparteiische erklärte, dass er über die Jahre hinweg zu viele private Momente verpasst habe und nun andere Prioritäten setzen wolle. Vor allem das Aufwachsen seiner Kinder sei an ihm vorbeigegangen, da der Dartsport einen Großteil seines Lebens eingenommen habe.
„Nun, ich werde nicht jünger. 31 Jahre dabei – ich denke, das ist wahrscheinlich lang genug“, sagte Noble gegenüber talkSPORT. „Ich habe tatsächlich noch andere geschäftliche Interessen außerhalb dessen, was ich jetzt mache, und die nehmen viel Zeit in Anspruch.“
Besonders bewegend sprach Noble über die verpasste Zeit mit seiner Familie. „Ich habe etwa 17 von 22 Geburtstagen meiner Tochter verpasst, weil ich unterwegs war und beim Darts gearbeitet habe“, erklärte er. „Jetzt kann ich die anderen geschäftlichen Interessen mit der Familienzeit verbinden. Auf lange Sicht ist es nicht möglich, alle drei unter einen Hut zu bringen, also musste eines weichen.“
Trotz aller Wehmut blickt Noble dankbar zurück. „Wissen Sie, das Schiedsrichtertum war großartig. Ich habe jeden Kontinent gesehen, fast jedes Land, und ich habe meine Zeit genossen. Aber jetzt ist es an der Zeit, es etwas ruhiger angehen zu lassen.“

Weiterhin Teil des Dartsports – nur abseits der PDC

Ganz aus dem Dartsport zieht sich George Noble jedoch nicht zurück. Er bleibt weiterhin eng verbunden, insbesondere durch sein Engagement bei der MODUS Super Series, die er über Jahre hinweg mit aufgebaut hat.
„Nein, ich werde weiterhin im Darts dabei sein, nur nicht bei der PDC“, stellte Noble klar. „Ich stehe hinter einer Sache auf Pluto, einem großen Streaming-Kanal mit der MODUS Super Series, die fünf Tage die Woche läuft, 50 Wochen im Jahr.“
Diese Aufgabe übt er parallel zu seiner bisherigen Tätigkeit aus. „Ich leite das parallel zu diesem Job. Es ist im Grunde ein Sprungbrett – man geht dorthin, und wenn man gut genug ist, schafft man es anschließend zur PDC. Ich bleibe also beteiligt, nur nicht im Mainstream des PDC-Darts.“

Erinnerungen an besondere Finals

Auf die Frage nach seinem persönlich besten Finale blickte Noble weit zurück – bis in die Zeit vor der PDC. „Das ist wirklich eine knifflige Frage“, sagte er. „Ich habe vor der PDC in der BDO angefangen. 2004 hat bei der BDO Andy Fordham gewonnen. Er war damals ein sehr guter Freund von mir.“
Auch seine Zeit mit Phil Taylor bleibt für Noble unvergessen. „Und dann war es natürlich großartig, dabei zu sein, als Phil Taylor gewonnen hat – der beste Spieler, der je gelebt hat.“
Ein ganz besonderes Match hob Noble jedoch hervor. „Eines meiner Lieblingsspiele war für mich, als Phil Taylor nicht bei der Weltmeisterschaft triumphierte. Es war tatsächlich das Premier-League-Finale.“
Dieses schrieb Geschichte. „Er hat es mit zwei 9-Dartern in einem Match gewonnen, live im Fernsehen. Das war noch nie zuvor passiert – und ist bis heute nicht wieder vorgekommen.“
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