Der zweimalige Weltmeister
Adrian Lewis schließt eine Rückkehr auf die PDC-Tour nicht aus, erkennt jedoch an, dass das Leben als Profidartspieler erneut erhebliche Anpassungen erfordert. Der Engländer bezeichnet insbesondere das ständige Reisen und den dazugehörigen Lebensstil als „eine ziemliche Hürde“.
Schritt zurück aus privaten Gründen
„Jackpot“ beendete 2023 seine Profikarriere, um sich vollständig auf seine Familie zu konzentrieren. Lewis traf diese Entscheidung, nachdem bei seiner Frau Sarah eine unheilbare Nierenerkrankung diagnostiziert worden war. Zudem erfordert die Betreuung ihres Sohnes, der Autismus und ADHS hat, viel Aufmerksamkeit.
Seitdem hat der Darts-Profi aus Stoke eine bemerkenswerte Verwandlung durchlaufen. Er nahm über zwanzig Kilo ab und entschied sich bewusst für einen gesünderen Lebensstil.
Eine mögliche Rückkehr würde jedoch auch eine Wiederkehr alter Muster bedeuten. Und dessen ist sich Lewis nur allzu bewusst. „Es wäre erneut eine große Umstellung“, sagt er in einem Interview mit Darts World. „Du bist ständig unterwegs und isst oft Fast Food – etwas, das eigentlich niemand wirklich genießt. Aber es gehört nun einmal dazu.“
Der ehemalige Weltmeister merkt vor allem, dass ihn dieser Aspekt beschäftigt. „Vergleich das mit jetzt: Ich esse gesund und habe mein Leben komplett umgekrempelt. Dann kehrt man doch wieder zu dieser alten Lebensweise zurück. Das ist schon ein bisschen entmutigend.“
Außerdem spielt die Abwesenheit von zu Hause eine Rolle. „Der größte Minuspunkt ist, dass ich fünf Tage pro Woche weg bin. Abgesehen davon sehe ich eigentlich nur Pluspunkte. Ich habe bereits eine großartige Karriere gehabt und könnte sie noch verlängern.“
Adrian Lewis wurde 2011 und 2012 Weltmeister
Entscheidung in Richtung Q School
Lewis rechnet damit, bis November eine Entscheidung über die Teilnahme an der PDC Q School — dem Eintrittstor ins Profifeld — zu treffen. Dabei hat er seine Ziele klar vor Augen. „Geld war nie mein Antrieb. Wenn ich zurückkehre, dann um einen dritten Weltmeistertitel zu gewinnen.“
Der Engländer ist ehrgeizig, aber auch realistisch. „Wenn ich diesen dritten Titel hole, wäre das für mich der perfekte Zeitpunkt, endgültig aufzuhören. Weltmeister zu werden – schon einmal – bedeutet, dass du eine großartige Karriere hattest. Ich habe es zweimal geschafft. Glaube ich, dass noch ein dritter drin ist? Ja, absolut. Andernfalls würde ich gar nicht erst über ein Comeback nachdenken.“
Kurzfristig dämpft Lewis jedoch die Erwartungen. „Das World Matchplay werde ich wahrscheinlich nicht erreichen; dort liege ich schlichtweg schon zu weit zurück. Damit habe ich mich abgefunden.“
Dennoch sieht er Chancen auf anderen großen Bühnen. „Die WM ist definitiv machbar. Außerdem gibt es die Qualifikationsturniere für den Grand Slam — dort räume ich mir gute Chancen ein, durchzukommen.“ In den kommenden Monaten fällt also die Weichenstellung für die Zukunft von „Jackpot“. Wie er selbst sagt: „Rund um November werde ich wissen, wo ich stehe.“