„Ein bisschen wie die alten BDO-Tage“ – Stephen Bunting über Stille, Kälte und seinen besonderen Auftakt in Saudi-Arabien

PDC
durch Nic Gayer
Dienstag, 20 Januar 2026 um 14:00
Stephen Bunting (3)
Stephen Bunting hat das Saudi Arabia Darts Masters mit einem souveränen Erfolg eröffnet. Der Engländer setzte sich in seinem ersten Match klar mit 6:1 gegen den Japaner Tomoya Goto durch. Nach dem Spiel sprach „The Bullet“ jedoch weniger über das Ergebnis als über die außergewöhnlichen Umstände, unter denen dieser Sieg zustande kam. Eine ungewohnt stille Halle, überraschend niedrige Temperaturen und ein Umfeld fernab des gewohnten Darts-Zirkus verlangten ihm zunächst Anpassung ab. Bunting benötigte einige Zeit, um seinen Rhythmus zu finden.
„Man kommt hier in Riad an, ohne genau zu wissen, was einen erwartet“, erklärte Bunting nach dem Match. „Weder von der Halle noch vom Publikum. Es war ziemlich ruhig, und das hat mich ehrlich gesagt ein bisschen überrascht.“ Am Ende überwog bei ihm dennoch die Erleichterung. „Ich bin einfach froh, dass ich das Ding über die Ziellinie gebracht habe. Jetzt weiß ich, was mich erwartet, und kann nach vorne schauen auf morgen.“

Stille Halle, viel Respekt und Erinnerungen an die BDO-Zeit

Die Atmosphäre in der Halle beschrieb Bunting als einzigartig und fühlte sich dabei an seine frühen Jahre im Dartsport erinnert. „Es fühlte sich ein bisschen an wie die alten BDO-Tage“, sagte er. „Sehr, sehr ruhig, aber mit enorm viel Respekt für beide Spieler. Man konnte manchmal buchstäblich eine Stecknadel fallen hören.“ Erst bei hohen Aufnahmen machte sich das Publikum wirklich bemerkbar. „Wenn wir große Scores geworfen haben, fingen sie an zu jubeln. Das war schön zu sehen.“ Bunting geht davon aus, dass sich die Stimmung im Laufe des Abends noch verändert. „Ich denke auch, dass das Publikum im Laufe des Abends etwas lockerer wird. Ich hatte einfach das Pech – oder das Glück –, dass ich früh in der Session gespielt habe.“
Dieses ruhige Umfeld stellte für den Engländer jedoch keine Erleichterung dar, ganz im Gegenteil. „Manchmal ist es gerade dann nervenaufreibender, wenn es so still ist“, gab Bunting offen zu. „Das Einzige, was du hörst, sind deine Darts, die das Board treffen.“ Zusätzlich machte ihm ein weiterer, unerwarteter Faktor zu schaffen: die Temperatur. „Mir war wirklich eiskalt“, sagte er lachend. „Das hat mich noch nervöser gemacht.“ Während tagsüber in Riad noch Temperaturen von etwa 24 bis 25 Grad herrschten, kühlte es am Abend deutlich ab. „Es hat mich ein wenig an Kap Verde erinnert, wo ich ein paar Mal im Urlaub war. Tagsüber herrlich warm, aber nachts kann es wirklich frisch werden.“
Neben den Bedingungen auf der Bühne äußerte sich Bunting auch zu seinen ersten Eindrücken von Saudi-Arabien als Gastgeberland – und diese fielen durchweg positiv aus. „Vom Moment der Landung an sind wir unglaublich herzlich empfangen worden“, berichtete er. „Das Hotel ist wirklich auf Topniveau, das Essen ist großartig und die Menschen sind sehr freundlich.“ Auch die Anspannung vor dem Spiel schilderte er eindrücklich. „Die Vibes backstage, in den Umkleiden, beim Einwerfen … und dann auf die Bühne zu gehen, ohne zu wissen, wie das Publikum reagiert. Das war besonders.“ Umso zufriedener zeigte er sich mit der Resonanz. „Aber das Publikum war großartig, und jetzt kann ich es kaum erwarten, morgen wieder zu spielen.“
Als einer der ersten PDC-Profis, die in Saudi-Arabien ans Oche treten, verspürt Bunting zudem eine gewisse Verantwortung. „Ja, das spürt man schon“, räumte er ein. „Hier sind wichtige Leute anwesend, und wir versuchen, unseren Sport weltweit zu präsentieren.“ Die Präsenz von PDC-Boss Eddie Hearn unterstreiche für ihn die Bedeutung des Turniers zusätzlich. „Es ist eine Ehre, Teil der World Series zu sein. Jeder will hier gewinnen, und das sorgt für diesen kleinen Tick mehr Druck.“
Auch der Walk-on auf die Bühne unterschied sich deutlich von dem, was Bunting sonst gewohnt ist. Statt eines langen Walk-ons durch eine singende Menge führte der Weg diesmal kurz durch einen Tunnel direkt ans Board. „Normalerweise ziehe ich viel Energie aus meinem Walk-on“, erklärte er. „Ich singe immer bei ‚Titanium‘ mit.“ In Riad habe man ihm die Nervosität angemerkt. „Jetzt hat man an allem gemerkt, dass ich nervös war. Ich wusste nicht, wie das Publikum reagieren würde.“ Mit der ungewohnten Situation arrangierte er sich dennoch schnell. „Das gehört zu dieser Erfahrung. Ich bin froh, dass ich weiter bin, und morgen geht’s wieder ans Board.“
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