Nichts zu verteidigen, alles zu gewinnen: Springer, Van Veen und Nijman können 2026 weitere ernsthafte Schritte in der PDC Order of Merit machen
PDC
Einige Darts-Profis gehen mit schwerem Gepäck in das Jahr 2026. Für sie steht viel Preisgeld in der Rangliste auf dem Spiel – und damit auch die Gefahr, im Ranking zu fallen. Andere hingegen starten mit einem fast leeren Rucksack. Wer wenig verteidigen muss, hat automatisch mehr Luft nach oben und profitiert vom wachsenden Preisgeldniveau der PDC.
Die PDC Order of Merit basiert auf dem in den vergangenen zwei Jahren erspielten Preisgeld. Alles, was 2024 gewonnen wurde, fällt 2026 heraus – und muss ersetzt werden. Für Spieler, die damals noch nicht zu den großen Verdienern gehörten, entsteht so ein natürlicher Vorteil. Jeder Pfund, den sie in diesem Jahr einspielen, ist ein direkter Zugewinn. Da die Dotierungen auf sämtlichen Touren steigen, ist diese strukturelle Dynamik stärker denn je zuvor.
Gian van Veen: Top-3-Spieler mit Aufstiegschance
Gian van Veen startet als Nummer drei der Welt in die neue Saison, doch seine Ranglistenstruktur eröffnet ihm realistische Chancen, sogar noch weiter nach oben zu rücken. Nur rund £176.000 seines Preisgelds – etwa 19 Prozent seines Gesamtwerts – fallen 2026 aus der Wertung. Für einen Premier-League-Spieler, der regelmäßig im TV auftritt und bei Majors automatisch gesetzt ist, ist das ein moderater Betrag. Schon solide Ergebnisse auf den großen Bühnen decken diesen Verlust mühelos ab.

Van Veen scheiterte am Freitagabend nur knapp im Finale der Bahrain Darts Masters an Michael van Gerwen.
Der entscheidende Vergleich liegt über ihm: Luke Humphries muss weit mehr verteidigen. Dadurch kann das Kräfteverhältnis zwischen den Nummern zwei und drei kippen – und Van Veen hätte die Chance, noch weiter in die Weltspitze vorzustoßen.
James Wade
James Wade kennt die PDC-Bühnen wie kaum ein anderer – und 2026 startet er mit einer komfortablen Ausgangsposition. Gerade einmal rund £194.000, etwa 35 Prozent seines Gesamtpreisgelds, fallen weg. Für einen etablierten Topspieler, der weiter regelmäßig in Major-Endphasen vordringt, ist das überschaubar.
Seine jüngste Saison brachte Finalteilnahmen bei den UK Open und dem World Matchplay sowie Phasen mit überzeugender Form, die ihn wieder in die Premier-League-Diskussion brachten. Selbst wenn er dieses Niveau nur teilweise bestätigt, ist Wade strukturell so gut aufgestellt, dass er eher klettern als abrutschen dürfte.
Krzysztof Ratajski: Stabiles Fundament für den Neustart
Krzysztof Ratajski beginnt das Jahr mit rund £98.000 zu verteidigendem Preisgeld – knapp 30 Prozent seines Rankings. Das verschafft ihm Spielraum. Der Pole zeigte bei der WM klare Anzeichen einer Trendwende und holte zudem trotz schwieriger Saison einen ProTour-Titel. Gelingt es ihm, seine Konstanz zurückzufinden, ist dieses Preisgeld keine Hürde.
Für einen ehemaligen Top-16-Spieler liegt der Weg klar auf der Hand: Stück für Stück wieder Anschluss finden – mit einer Ausgangslage, die Fehler verzeiht und Fortschritte belohnt.
Wessel Nijman: Erstes Jahr mit Verteidigung, aber enorme Chancen
Für Wessel Nijman beginnt 2026 der erste echte Härtetest im Ranking-System. Nach starken Jahren auf der ProTour und €220.000 Preisgeld im Vorjahr stehen nun rund 30 Prozent seines Gesamtwerts auf dem Spiel. Trotzdem bleibt das eine hervorragende Ausgangsposition für den jungen Niederländer.

Noch ein gutes Jahr für Nijman kann den Niederländer in Richtung der oberen Schicht der Order of Merit bringen
Er spielt regelmäßig auf der European Tour und bei Major-Events, was ihm reichlich Gelegenheiten bietet, Punkte zu sammeln. Entscheidend wird sein, wie effizient er diese Chancen nutzt. Seine Performance auf der Floor-Tour deutet an, dass er problemlos den nächsten Schritt Richtung Top 16 machen kann. Wenn er diese Form auch auf der TV-Bühne bestätigt, steht ihm ein weiteres Sprungbrett in die erweiterte Weltspitze offen.
Kevin Doets: Kontinuität statt Explosion
Kevin Doets verteidigt 2026 nur rund £87.000 – eine machbare Aufgabe für einen Spieler, der sich durch konstante Entwicklung auszeichnet. In der vergangenen Saison erreichte er mehrere ProTour-Viertelfinals und etablierte sich im erweiterten Kreis der Elite.
Gerade sein stetiges, berechenbares Sammeln von Preisgeld wird im Order-of-Merit-System belohnt. Weil viele Spieler zwischen Rang 16 und 32 unter permanentem Druck stehen, kann Doets von jedem Ausrutscher profitieren. Seine solide Basis macht ihn zu einem stillen, aber gefährlichen Aufsteiger.
Niko Springer: Frei von Lasten, bereit zum Angriff
Kaum ein Spieler geht so befreit in die neue Saison wie Niko Springer. Mit rund £129.000 auf dem Konto, von denen 2026 nichts verfällt, startet er ohne jegliche Verteidigungspflicht. Jeder Pfund, den er in diesem Jahr einspielt, zahlt direkt auf sein Ranking ein.
Seine Struktur hat sich dabei stabilisiert: Er erreicht regelmäßig die letzten Runden bei European Tour-Events und auf der ProTour. Wenn er diesen Kurs hält, dürften auch das World Matchplay und der World Grand Prix zur realistischen Option werden. Schon bei durchschnittlicher Konstanz kann Springer spürbar klettern – und ein tiefer Run bei einem Major würde ihn mit einem Schlag in völlig neue Regionen katapultieren.
2026 – das Jahr der weißen Westen
Während Luke Humphries, Michael Smith und andere Stars mit dem Gewicht vergangener Erfolge in die Saison starten, dürfen Spieler wie Van Veen, Wade oder Springer freier agieren. Für sie zählt Beständigkeit mehr als Glanz. Sie müssen keine Titel gewinnen, um in der Rangliste zu klettern – sie müssen regelmäßig liefern.
Das neue Preisgeldgefüge der PDC macht diesen Effekt noch stärker. Wer nichts zu verteidigen hat, kann selbst mit soliden Ergebnissen rapide aufsteigen.
Weiterlesen

Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
Klatscht 3Besucher 2
Gerade In
Beliebte Nachrichten
Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026







