Gian van Veen weiß genau, welche Aufgabe vor ihm liegt. Nach einem souveränen
6:2-Erfolg über Motomu Sakai steht der World-Youth-Champion im Viertelfinale der 2026
Saudi Arabia Darts Masters in Riad – und bekommt es dort mit keinem Geringeren als
Luke Littler zu tun. Es ist die Neuauflage ihres Finals bei der Darts WM Anfang Januar, ein Duell, das noch frisch in Erinnerung ist.
Van Veen zeigte sich nach seinem Auftaktsieg realistisch und zugleich selbstbewusst. „Morgen wird es sehr schwer“,
sagte der Niederländer im Gespräch mit Online Darts. „Mit der Auslosung, die ich habe – erst Littler und dann vielleicht Price oder Humphries – wird es extrem schwer. Aber ich weiß auch: Wenn ich über diesen Weg den Titel hole, dann habe ich ihn mir wirklich verdient.“ Große Worte, die den Anspruch eines Spielers unterstreichen, der längst mehr ist als nur ein Talent.
Kontrollierter Auftritt ebnet den Weg zum Littler-Rematch
Der Weg ins Viertelfinale war für Van Veen kein Spektakel, sondern ein Auftritt mit klarer Struktur und Kontrolle. Gegen den Japaner Motomu Sakai setzte er von Beginn an auf Stabilität. Er hielt sein erstes Anwurfleg sicher und nutzte anschließend seine erste Breakchance über Doppel-19 zum frühen 2:0. Auch im dritten Leg blieb er ruhig, als Sakai Druck aufbaute, und erhöhte mit einem präzisen letzten Dart auf Doppel-18 auf 3:0.
Gian van Veen will sich im Viertelfinale der Saudi Arabia Darts Masters für die WM-Finalniederlage gegn Luke Littler revanchieren.
Sakai meldete sich im vierten Leg zurück und traf Doppel-18 zum 1:3. Kurz darauf wurde es enger: Ein 68er-Checkout auf Doppel-16 brachte dem Japaner das Break zum 3:2 und ließ kurzzeitig Spannung aufkommen. Van Veen reagierte jedoch sofort. Mit einem 47-Finish in zwei Darts holte er sich das Break direkt zurück, stellte den alten Abstand wieder her und traf wenig später mit dem letzten Dart die Doppel-14 zum 5:2. Eine sichere Doppel-18 beendete das Match und machte den Einzug in die Runde der letzten Acht perfekt.
Dass er als letzter Spieler des Abends auf die Bühne musste, erhöhte den mentalen Druck. „Ich bin zufrieden“, erklärte Van Veen. „Am Anfang war ich ein bisschen nervös. Du siehst, wie viele große Namen vor dir gewinnen, und dann willst du unbedingt auch am Finaltag dabei sein. Das Scoring war gut, auf die Doppel hier und da etwas kribbelig, aber insgesamt bin ich happy.“
Neue Bühne, neue Eindrücke in Saudi-Arabien
Die
Saudi Arabia Darts Masters markieren für Spieler und Tour eine Premiere. Auch Van Veen musste sich an neue Bedingungen gewöhnen. „Es ist sehr anders“, sagte er. „Die Atmosphäre, die Bühne – es fühlte sich sogar etwas kühl an. Aber das gehört dazu. Für mich war es heute eine komplett neue Erfahrung.“
Der 22-Jährige sieht das Turnier auch im größeren Kontext. „In diesem Jahr werden noch viele neue Erfahrungen kommen“, erklärte er. „Dann ist es gut, eine solche Premiere schon früh mitzunehmen.“ Besonders stolz zeigt er sich darauf, Teil des ersten großen Darts-Events im Königreich zu sein. „Viele Sportarten sind bereits nach Saudi-Arabien gekommen, jetzt auch Darts. Zu den acht PDC-Spielern zu gehören, die unseren Sport hier repräsentieren, ist etwas Besonderes. Wer weiß, vielleicht kommen wir in den nächsten Jahren zurück.“
Auch abseits der Bühne sammelt Van Veen neue Eindrücke. „Schon beim Spazieren durch die Stadt merkt man, dass alles anders ist“, sagte er. „Selbst im Vergleich zu Bahrain, das gar nicht so weit weg ist. Ich genieße das sehr und werde morgen sicher noch etwas durch die Stadt gehen, um mehr davon aufzusaugen.“
Vom Durchbruchsjahr zum Leben im Schnelltempo
Der rasante Aufstieg des Niederländers ist selbst für ihn noch schwer zu greifen. Auf die Frage, ob er vor einem Jahr mit dieser Entwicklung gerechnet hätte, antwortete Van Veen ehrlich: „Ich wusste, wozu ich fähig bin. 2024 war solide, aber 2025 war wirklich mein Durchbruchsjahr. Dass ich jetzt hier stehe, in den Top Vier der Welt, Premier League spiele – damit hätte ich nie gerechnet. Ich zwicke mich jeden Tag.“
Das Leben auf der Tour hat spürbar an Tempo gewonnen. „Die Weltmeisterschaft war extrem hektisch, dann die World Series in Bahrain, jetzt Saudi-Arabien“, sagte er. „Es ist fantastisch. Ich genieße jede Minute und hoffe, dass es noch viele Jahre so weitergeht.“
Doch nun richtet sich der Blick wieder nach vorn. Zwischen
Gian van Veen und dem nächsten großen Schritt steht erneut
Luke Littler. Die Erinnerungen an Ally Pally sind noch präsent, doch Riad bietet eine neue Bühne und eine neue Gelegenheit. Gleiches Duell, anderes Umfeld – und ein Viertelfinale, das zeigen wird, wie belastbar Van Veens beeindruckender Start ins Darts-Jahr 2026 wirklich ist.