„Es fühlt sich fast so an, als wäre er aus seiner typischen Bühnenroutine herausgemobbt worden“ – Dan Dawson will den alten Dimitri Van den Bergh zurück

PDC
Dienstag, 10 März 2026 um 10:00
Dimitri van den Bergh
Dimitri Van den Bergh erlebt derzeit eine ausgesprochen schwierige Phase in seiner Darts-Karriere. Der 31-jährige Belgier ist erstmals seit Langem aus den Top 32 der Weltrangliste herausgerutscht und sieht womöglich sogar seine PDC Tour Card in Gefahr.

Große Erfolge mit seinem charakteristischen, bedachten Rhythmus

Van den Bergh feierte in den vergangenen Jahren große Erfolge mit seinem charakteristischen, bedachten Rhythmus am Oche, doch laut Dawson ist es gut möglich, dass externe Kritik dazu geführt hat, dass Van den Bergh seine vertraute Routine verändert hat — mit einem klaren Formeinbruch als Folge.
Van den Bergh, Spitzname „The Dreammaker“, war jahrelang für seine sehr spezifische Spielweise bekannt. Der Belgier nahm sich bewusst Zeit zwischen seinen Würfen, nutzte tiefe Atemübungen und legte zwischen Legs oft eine kurze Pause am Tisch ein, um den Fokus neu zu schärfen. Dieser Ansatz erwies sich als äußerst effektiv: Er verhalf ihm unter anderem zu großen Titeln und einigen der besten Leistungen seiner Karriere.
Dennoch scheint dieses vertraute Tempo im vergangenen Jahr verschwunden zu sein. Die aktuelle Nummer 37 der Welt durchlebt eine schwierige Phase und konnte seit geraumer Zeit keine großen Ergebnisse mehr vorweisen. So erreichte Van den Bergh im vergangenen Jahr kein einziges Halbfinale auf der ProTour und verpasste die Qualifikation für mehrere TV-Turniere.

Letzter großer Titel im Jahr 2024

Sein letzter große Titel stammt aus dem Jahr 2024, als er überraschend die UK Open gewinnen konnte. Im Finale bezwang er Luke Humphries und holte eine der größten Trophäen seiner Laufbahn. Bei diesem Turnier bekam der Belgier allerdings auch lautes Pfeifkonzert vom Publikum zu spüren. Manche Fans störten sich an der Zeit, die er sich nahm, um sich zwischen den Legs am Tisch neu zu konzentrieren.
Laut Dawson könnte diese Kritik möglicherweise eine Rolle bei den jüngsten Veränderungen in seinem Spiel gespielt haben. Im Podcast „The Darts Show“ äußerte der Kommentator offen seine Besorgnis über die Situation des Belgiers. „Fakt ist, dass Dimitri Titel gewann, als er das Tempo drosselte und all diese Atemübungen machte“, stellte Dawson fest. „Es fühlt sich fast so an, als wäre er da herausgeekelt worden. Dann heißt es: ‚Hör damit auf, ich finde es seltsam und es dauert zu lange.‘“
Dimitri Van den Bergh beim Walk-on
Dimitri Van den Bergh ist die aktuelle Nummer 37 der Welt
Dawson sieht die Gefahr, dass Van den Bergh seine Herangehensweise geändert hat, um das Publikum oder andere Spieler zufriedenzustellen, was seiner Meinung nach im Spitzensport selten funktioniert. „Es wirkt, als hätte er das Gefühl, sich auf eine bestimmte Art verhalten zu müssen, um andere zu erfreuen“, sagte Dawson. „Aber das musst du überhaupt nicht. Du spielst Darts auf deine Weise, wenn das die besten Ergebnisse liefert.“

„Sollen die anderen reden“

Der Kommentator fand klare Worte an den Belgier. „Sollen die anderen reden. Wenn das dein Weg ist, das Beste aus dir herauszuholen, dann musst du das einfach weiter tun. Er hat keine einzige Regel gebrochen. Okay, manche fanden es nervig — in Ordnung, aber das wäre mir völlig egal.“
Dawson betonte, dass Van den Bergh mit seinem einzigartigen Stil längst bewiesen hat, dass er zur Weltspitze gehören kann. „Er spielte Darts auf Weltklasseniveau und gewann große Titel: das World Matchplay und die UK Open. Außerdem holte er zahlreiche weitere Turniere und hätte wahrscheinlich auch auf der Euro Tour noch mehr gewinnen können.“
Trotz seiner aktuellen Delle glaubt Dawson weiterhin an das Talent und Potenzial des Belgiers. „Er hat bereits eine fantastische Karriere hingelegt, und ich hoffe, dass noch viele schöne Momente folgen.“
Kurzfristig erwartet der Kommentator jedoch keinen großen Umschwung. Das zeigte sich auch bei den jüngsten UK Open, wo Van den Bergh gleich in seinem Auftaktmatch gegen Danny Noppert verlor. Van den Bergh wird in den kommenden Monaten vor allem auf den Floor-Turnieren stark performen müssen, um sich Schritt für Schritt wieder in der Weltrangliste nach oben zu arbeiten und sich so erneut für die großen TV-Turniere zu qualifizieren.
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