„Es ist eigentlich eine klare Sache. Wenn man jetzt kein großes Turnier nach Irland bringt, verpasst man eine enorme Gelegenheit" – William O’Connor plädiert für ein großes Dartturnier in Irland

PDC
Mittwoch, 11 März 2026 um 15:30
William O'Connor
Für William O’Connor bleibt die European Tour einer der zentralen Bausteine seiner Saison. Der Ire betonte bei den Poland Darts Open, wie wichtig diese Serie für all jene Spieler ist, die sich regelmäßig mit der Weltspitze messen und den Sprung zu den großen TV-Turnieren schaffen wollen.
„Wenn ich erreichen will, was ich mir für dieses Jahr vorgenommen habe, muss ich mich für das Matchplay, den Grand Prix und die WM qualifizieren“, sagte O’Connor entschlossen. „Ich will bei den meisten großen Majors dabei sein – das ist mein Anspruch.“

Bedeutung der European Tour

Die European Tour nimmt für O’Connor dabei eine besondere Stellung ein. Schon die Qualifikation sei in der heutigen Dartslandschaft alles andere als selbstverständlich. „Ich weiß, was diese Turniere wert sind“, betonte der 38-Jährige. „Bei der Konkurrenz von heute musst du dir deinen Platz auf der European Tour hart erarbeiten.“
William O'Connor und Steve Lennon umarmen sich auf der Bühne nach der verlorenen Finalniederlage beim World Cup of Darts 2019.
O'Connor erreichte 2019 zusammen mit Steve Lennon das Finale des World Cup of Darts für Irland.
Für O’Connor zählt dabei nicht nur das Mitspielen, sondern auch das Liefern. „Es ist schön, dabei zu sein, aber du musst auch Matches gewinnen. Das Preisgeld für die Rangliste bekommt man nicht geschenkt.“ Der Ire sieht jedes Jahr auf der Tour als neuen Leistungsnachweis – ein Beweis, dass sich harte Arbeit lohnt. „Hier zu spielen, zeigt, was du über die gesamte Saison investiert hast. Ich habe das im letzten Jahr getan, jetzt muss ich es nutzen.“
Neben dem Grand Prix und der WM hat O’Connor auch den Grand Slam of Darts im Blick. „Der Weg dorthin ist weniger einfach, aber mit einem stabilen Jahr ist auch das in Reichweite“, erklärte er.
Konstanz ist dabei das Schlagwort, das sich durch sein ganzes Denken zieht. „Ein Sieg ist ein Sieg, aber sechs gewonnene Matches bedeuten noch keinen Titel“, meinte O’Connor. „Wer ein Players Championship gewinnen will, muss über das ganze Jahr hinweg konstant abliefern. Genau das ist mein Ziel.“
Er träumt nicht nur von einzelnen Erfolgen, sondern von nachhaltiger Wettbewerbsfähigkeit. „Ob ich am Ende tatsächlich ein Turnier gewinne oder nicht – wir werden sehen. Aber ich will in dieser Position sein, ich will um die Preise mitspielen. Dort gehöre ich hin.“
2019 stand O’Connor mit Steve Lennon bereits im Finale des World Cup of Darts für Irland – ein prägender Moment, der ihn bis heute motiviert. Damals unterlag das Duo Schottland, doch die Leidenschaft für das Trikot der Grünen Insel blieb.

Vertrauen in das eigene Spiel

Trotz voller Turnierpläne liegt O’Connors Fokus vor allem auf sich selbst. „Ich will einfach mit mir selbst zufrieden sein, meiner Wurfbewegung vertrauen und daran glauben, dass das reicht“, sagte er. „Ich will auf die Bühne gehen und meine Darts die Arbeit machen lassen.“
Diese innere Ruhe will er auch in hektischen Turnierphasen bewahren. „Ich schaue nicht zu weit voraus. Ich habe mir nicht einmal die zweite Runde angesehen – interessiert mich nicht. Das erste Spiel ist das einzige, das zählt.“
O’Connor sieht in der European Tour zudem einen entscheidenden Motor für das weltweite Wachstum des Sports. Neue Städte, bessere Hallen und ein größer werdendes Publikum sind für ihn klare Zeichen einer positiven Entwicklung. „Die Locations werden immer größer und besser – das zeigt, dass Darts in die richtige Richtung geht“, sagte er mit sichtlicher Begeisterung. „Ich spiele hier wirklich gern. Hoffentlich kommen in Zukunft noch viele solcher Turniere dazu.“

Eine European Tour in Irland?

Am Ende des Gesprächs kam O’Connor auf ein Thema zu sprechen, das ihm besonders am Herzen liegt – ein European Tour-Event in Irland. Für ihn wäre das mehr als überfällig. „Das große Darts nach Irland holen? Absolut“, sagte er ohne Zögern. „Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.“
Er sieht in der wachsenden Begeisterung auf der Insel eine riesige Chance. „In Irland passiert momentan sehr viel im Darts. Es kommen viele junge Spieler nach, das Interesse ist größer denn je. Wenn man jetzt kein großes Turnier nach Irland bringt, verpasst man eine enorme Gelegenheit.“
Aktuell fehlt es dort an großen PDC-Events. „Den Grand Prix haben wir verloren, und sonst haben wir eigentlich nichts mehr“, erklärte O’Connor nüchtern. „Wir gehören zu Europa – also warum kein European Tour-Turnier in Irland?“
Mit dieser Vision schloss der Ire das Gespräch – voller Entschlossenheit, weiter an seinem Spiel, seiner Konstanz und seinem Traum zu arbeiten, dass eines Tages auch in Dublin oder Limerick eine European Tour-Bühne aufgebaut wird.
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