„Es war furchtbar. Zwei Meter neben dir wurde Billard gespielt“ – Ron Meulenkamp blickt auf chaotische Qualifikation für die UK Open 2026 zurück

PDC
durch Nic Gayer
Samstag, 21 Februar 2026 um 13:30
ron meulenkamp
Ron Meulenkamp hat sich in Liverpool über den sogenannten Rileys Qualifier das Ticket für die UK Open 2026 gesichert. Für den Niederländer bedeutet das die Rückkehr auf die Major-Bühne – nach langer Zeit abseits der ganz großen Turniere.
Erst vor wenigen Wochen unterschrieb Meulenkamp bei Mach Darts Management, wo unter anderem Gian van Veen und Danny van Trijp unter Vertrag stehen. „Dort haben wir einen Plan gemacht. Eigentlich ist es dieses Jahr das Ziel, so viel wie möglich zu spielen“, erklärt Meulenkamp.

Zurück in die Kneipe

Da Meulenkamp bei der Q-School am Versuch eines Tour-Card-Gewinns scheiterte, richtet sich der Fokus in dieser Saison unter anderem auf die Challenge Tour. „Viel spielen, viel Rhythmus aufbauen. Das ist das Ziel.“
Ging bei der Q-School 2026 leer aus: Ron Meulenkamp
Ging bei der Q-School 2026 leer aus: Ron Meulenkamp
Als sich die Gelegenheit bot, über ein Rileys-Qualifikationsturnier in England einen Startplatz für die UK Open zu ergattern, zögerte Meulenkamp nicht lange. „Sie sagten: Willst du hin? Ich sagte: Weißt du, wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“
Wer heute an Profi-Darts denkt, hat meist perfekt organisierte Floor-Turniere mit Bildschirmen und festen Zeitplänen vor Augen. In Liverpool lief vieles anders. „Es war furchtbar“, sagt Meulenkamp mit einem Lächeln. „Wir hatten sechs Boards und 130 Leute. Jeder lief durcheinander. Zwei Meter neben dir wurde Billard gespielt. Herrlich an einem Sonntagnachmittag.“
Sein erstes Match ließ lange auf sich warten. „Es dauerte bis zum 58. Spiel, bevor ich ranmusste. Danach war ich als 24. an der Reihe. Du musstest alles selbst im Blick behalten. Heutzutage würde man denken: Da hängt schon ein Bildschirm, auf dem du alles mitverfolgen kannst. Aber hier musstest du alles selbst im Blick behalten.“
Gleichzeitig hatte das Ganze auch seinen eigenen Charme. „Das brachte mich zurück in die Zeit, als du in der Kneipe an der Ecke mit vierzig, fünfzig Leuten Darts gespielt hast. Genau das war es. Schreihälse hinter dir, lokale Helden, etablierte Namen, die wissen: Ich habe immer eine Chance.“

Manchester als Auftakt

Bereits am Samstag hatte Meulenkamp sein Glück in Manchester versucht – dort endete seine Mission jedoch vorzeitig. Einen Tag später folgte Liverpool, und diesmal fügte sich alles zusammen. „Ich hatte drei, vier Partien gespielt und auch wirklich super geworfen. Supergut.“
Gespielt wurde im klassischen K.-o.-System: Best of 7 Legs, das Finale über Best of 9. Nur der Turniersieger qualifizierte sich für Minehead. „Da stehen 130 Leute. Nur der Gewinner kommt weiter. Das ist nicht selbstverständlich.“
Meulenkamp überstand gleich mehrere Nervenspiele. „Viermal 4:3. Es war eine Mega-Achterbahnfahrt. Enge Matches.“
Im Finale sah zunächst alles klar aus. „Ich führe 4:0 und dann denkst du plötzlich: Ich treffe keine Triple-20 mehr. Das schießt dir auf einmal durch den Kopf. Dafür bist du gekommen, mach es jetzt zu.“
Die Nerven meldeten sich, doch der Niederländer fing sich. „Wieder in die Eins. Einfach ruhig bleiben. Am Ende konnte ich mich wieder zusammenreißen.“ Er entschied das Endspiel schließlich mit 5:2 für sich. „Da habe ich mich dann hören lassen. Da flogen die Billardkugeln kurz in die Luft. Herrlich.“

Stolz und Vertrauen

Die Qualifikation für die UK Open bedeutet für Meulenkamp deutlich mehr als nur ein weiterer Termin im Kalender. „Auf so etwas hoffst du, wenn du gemeinsam Absprachen triffst. Was machen wir diese Saison? Was bedeutet das? Dann nutzt du so eine schöne Chance.“
Besonders dankbar zeigt er sich für das Vertrauen seines Managements. „Ich bin sehr stolz, dass sie den Glauben in mich haben. Dass ich das von ihnen bekomme. Das gibt mir auch Vertrauen.“
Bestärkt wird dieses Gefühl durch seine jüngsten Resultate. „In letzter Zeit läuft es gut. Ich habe die B-Rangliste des Niederländischen Dartverbandes gewonnen. Wir machen weiter.“
Die Mission für 2026 formuliert Meulenkamp bewusst bodenständig: möglichst viele Matches spielen. „Entweder es ist eine gute Lektion und bringt Rhythmus, oder du holst das Ding. Das Ziel ist einfach, viele Spiele zu machen.“
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