Danny Noppert gehörte zu den acht Topspielern der PDC, die bei der
Premiere des Saudi Arabia Darts Masters erstmals ans Oche traten. Für den Niederländer entwickelte sich das Turnier jedoch zu einem Debüt zum Vergessen. Gleich im Auftaktmatch unterlag die aktuelle Nummer zehn der Weltrangliste
Man Lok Leung mit 3:6 und schied frühzeitig aus.
Besonders ins Auge fiel dabei ein Detail: Noppert spielte mit Ohrstöpseln – und das, obwohl die Atmosphäre in der Halle von Riad deutlich ruhiger war als bei den meisten PDC-Events. Da Ohrstöpsel in erster Linie dazu dienen, Umgebungsgeräusche zu dämpfen, wirkte diese Entscheidung auf den ersten Blick zumindest ungewöhnlich.
Alkoholverbot, ruhige Halle und ein ungewohntes Umfeld
Das öffentliche Alkoholverbot in Saudi-Arabien spielte für die besondere Stimmung eine zentrale Rolle. Im direkten Vergleich verblasste das Event deutlich gegenüber der ausgelassenen, oft chaotischen Atmosphäre, die Jahr für Jahr rund um die Weltmeisterschaft im legendären Alexandra Palace herrscht.
Statt lautem Gesang und fliegenden Bierbechern erlebten die Spieler in Riad ein Publikum, das hohe Finishes und starke Scores mit höflichem Applaus quittierte. Im Nachgang lieferte Noppert jedoch noch einen weiteren Grund für seinen schwachen Auftritt am Montagabend. „Ich war in den vergangenen Tagen krank“, erklärte er auf seiner
offiziellen Instagram-Seite. „Leider hat man das heute auch auf der Bühne gemerkt. Sorry für meine Leistung, Leute, aber 2026 werdet ihr definitiv noch mehr von mir sehen.“
Warum Ohrenstöpsel plötzlich Sinn ergeben
Ein möglicher Grund für Nopperts Entscheidung, mit Ohrstöpseln zu spielen, liegt genau in dieser ungewohnten Ruhe. In stillen Hallen nehmen Spieler einzelne Geräusche oft deutlich intensiver wahr.
Nathan Aspinall machte diese Erfahrung erst kürzlich selbst – trotz eines klaren 6:1-Siegs gegen Lourence Ilagan. Bereits eine Woche zuvor hatte er beim Bahrain Darts Masters gegen Gian van Veen ähnliche Probleme erlebt.
„Manchmal ist es schwieriger, wenn es still ist“, erklärte „The Asp“. „Dann hörst du alles: jemanden, der etwas ruft, jemanden, der deine Punktzahl ansagt. Das kann dich wirklich aus dem Rhythmus bringen.“ Anschließend schilderte er eine konkrete Situation aus Bahrain: „Ich stand auf der Doppel zehn, und kurz bevor ich werfen wollte, fing jemand an, ‚double ten, double ten‘ zu rufen. Dann musst du resetten, und anschließend passiert es wieder. In kleineren, ruhigeren Hallen ist das manchmal schwieriger als auf einer großen Premier-League-Bühne.“
Auch in Riad wiederholte sich dieses Phänomen. „Du wirfst einen Dart in die Triple 20 und es wird schon geklatscht, obwohl du noch zwei Pfeile in der Hand hast“, sagte Aspinall lachend. „Oder du stehst auf Doppel sechs, verfehlst außen, und trotzdem wird applaudiert. Deshalb musste ich das ganze Match über lachen. Es war eigentlich ziemlich witzig.“