„Gerade wirkt er ein bisschen wie ein Zwanzigjähriger, der alles rauslässt“ – Van der Voort hat Verständnis für den feiernden Van Gerwen

PDC
Mittwoch, 15 April 2026 um 17:00
MVGHoogkamer
Michael van Gerwen verzichtete zu Wochenbeginn überraschend auf das Players-Championship-Doppel in Wigan. Viele vermuteten hinter dem freien Wochenende eine konzentrierte Vorbereitung auf den kommenden Premier-League-Abend in Rotterdam. Doch wie sich mittlerweile zeigt, hatte der 36-Jährige ganz andere Pläne: der Niederländer feierte ausgelassen die Meisterschaft seines Lieblingsvereins PSV Eindhoven und ließ es anschließend auf einem Hardstyle-Festival ordentlich krachen.
Beim Rebirth Festival in Haaren stand „Mighty Mike“ gemeinsam mit Volksmusiker Mart Hoogkamer auf der Bühne und stimmte lautstark dessen Hit „Ik ga zwemmen“ an – inklusive auffälligem Bucket Hat. Die Aufnahmen verbreiteten sich rasch im Netz und sorgten auch bei seinem Kumpel Vincent van der Voort für Schmunzeln.

Zwischen Partylaune und Profi-Fokus

Van der Voort sprach über die Szenen in der neuen Folge des Podcasts Darts Draait Door. Mit einem Augenzwinkern kommentierte er: „Ich musste echt aufpassen, was ich sage, sonst habe ich seine Fangruppe am Hals. Die finden das klasse und sagen, er soll das Leben genießen.“
Dennoch konnte sich der 48-Jährige einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. „Ich habe ihm eine Nachricht geschickt, nachdem ich die Videos gesehen hatte. Ich sagte: Du bist über alle Schamgrenzen hinaus – und ich gebe dir zwei Tipps. Erstens: Du darfst nie wieder singen. Zweitens: Diese Badekappe darfst du nie wieder aufsetzen.“
Trotz seiner Frotzeleien zeigt Van der Voort Verständnis für die Ausgelassenheit seines Freundes. „Er hatte einen großartigen Abend, das ist völlig okay. Er mag eben Partys – er ist immer und überall dabei.“ Der langjährige Weggefährte glaubt, dass Van Gerwen nun Dinge nachholt, die er während seiner intensiven Dartkarriere versäumt hat. „Er durchlebt gerade eine gute Zeit, obwohl er auch schwierige Phasen hinter sich hat. Er genießt das Leben – und das gönne ich ihm von Herzen.“
Seit seiner Jugend sei Van Gerwen fast ausschließlich dem Sport verfallen gewesen, berichtet van der Voort weiter: „Er war seit seinem fünfzehnten Lebensjahr nur mit Darts beschäftigt. Er ist nie einfach mit Freunden feiern gegangen, immer voll fokussiert auf das nächste Turnier, den Druck, die Erwartungen. Jetzt holt er das alles nach.“
Natürlich blickt der Niederländer auch mit einem gewissen Realismus auf die Situation. „Man hofft nur, dass diese Phase nicht zu lange dauert. Gerade wirkt er ein bisschen wie ein Zwanzigjähriger, der alles rauslässt. Irgendwann muss er wieder erkennen, dass Darts Priorität Nummer eins ist – aber im Moment kann man ihm das einfach gönnen.“

Emotionen garantiert: Rotterdam Ahoy wartet

Am Donnerstag steht Van Gerwen wieder an der Oche – und das vor heimischer Kulisse in Rotterdam Ahoy. Gemeinsam mit Gian van Veen greift der dreifache Weltmeister in der Premier League erneut ins Geschehen ein. Für beide Niederländer ist es ein besonderer Abend, sportlich und emotional.
Für Van Veen wird es sogar ein echtes Debüt: sein erster Auftritt in der legendären Arena. „Das wird sicher ein Gänsehautmoment, aber zugleich auch extrem schwierig“, meint van der Voort. Schwierigkeitspotenzial gibt es reichlich: Gegner Luke Humphries befindet sich in Topform, die Atmosphäre ist elektrisierend und der Druck riesig.
„Wenn Van Veen auf die Bühne kommt, geht viel in ihm vor. In den ersten Legs wird Adrenalin durch seinen Körper jagen“, erklärt van der Voort. Die Kunst sei, sich trotzdem schnell ins Match zu finden. Der entscheidende Tipp klingt simpel, ist aber schwer umzusetzen: „So bald wie möglich ein Leg holen – damit man spürt, man ist drin. Je länger das dauert, desto schwieriger wird es.“
Auch wenn Van Veen vor den heimischen Fans klarer Publikumsliebling ist, sieht van der Voort die Favoritenrolle bei Humphries. „Er spielt aktuell einfach besser“, urteilt er. „Nur in wichtigen Momenten lässt er manchmal etwas liegen – genau da könnte Van Veen seine Chance haben.“
Van Gerwen trifft auf Jonny Clayton, die aktuelle Nummer eins der Premier League. Für Clayton sei der Abend fast ein Bonus, während Van Gerwen dringend Punkte für das Play-off-Rennen braucht. „Clayton ist praktisch durch, er kann befreit werfen. Aber das eröffnet auch Möglichkeiten für Michael. Wenn er Clayton schlägt, hat er eine echte Chance, den Abend zu gewinnen.“
Allerdings präsentiert sich Ahoy für „Mighty Mike“ in den letzten Jahren nicht gerade als Lieblingsort. „Zuletzt hat er hier 2022 gewonnen“, erinnert van der Voort. „Das ist schon eine Weile her.“ Trotzdem glaubt der erfahrene Profi fest an seinen Landsmann: „Das ist sein Moment. Wenn er hier liefert, setzt er ein klares Zeichen Richtung Play-offs.“
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