„Hundert Millionen Dartspieler im Jahr 2030 sind erreichbar“ - Target Darts peilt dank der Popularität von Luke Littler enormes Wachstum an
PDC
Darts erlebt weltweit einen historischen Aufschwung, und bei Target Darts glaubt man fest daran, dass die Entwicklung noch lange nicht an ihrem Höhepunkt angekommen ist. Der britische Darts-Hersteller hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2030 sollen weltweit hundert Millionen Menschen zum Pfeil greifen. CEO James Tattersall sieht vor allem in den USA, China und Deutschland gewaltiges Potenzial, um die Sportart weiter zu etablieren.
Hundert Millionen Dartspieler klingen zunächst utopisch, doch Tattersall widerspricht dieser Einschätzung. Die aktuelle Spielerzahl müsse sich nach seiner Rechnung lediglich verdreifachen. „Derzeit spielen ungefähr drei Mal weniger Menschen als diese Zahl, also ist es möglich", erklärt Tattersall bei talkSPORT. „Es gibt so viele Märkte, in denen Darts kaum gespielt wird. In den Vereinigten Staaten liegen große Chancen, aber auch in China und Deutschland. Wir glauben, dass dies erst der Anfang ist."
Target setzt auf Technologie und neue Spielformen
Target treibt dieses Wachstum gezielt voran und will die Art, wie Menschen Darts spielen, grundlegend erneuern. Dabei rückt das Unternehmen Technologie klar in den Mittelpunkt. Erst kürzlich stellte Target die Target Arcade vor, die dem klassischen Dartspiel zusätzliche spielerische Elemente verleihen soll.

Luke Littler ist das große Aushängeschild des Darts-Herstellers Target Darts
„Für uns gibt es ein paar zentrale Punkte", so Tattersall. „Zunächst müssen wir weiter innovieren, damit Menschen Darts auf neue Arten spielen können. Heute haben wir die Target Arcade vorgestellt, mit der wir Darts gewissermaßen stärker gamifizieren und Menschen auf neuen Wegen spielen lassen. Das ist wirklich sehr cool. Die Profis fanden es auch großartig, als wir es ihnen gezeigt haben."
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Die Pläne des Herstellers reichen jedoch weit über reines Entertainment hinaus. Tattersall räumt Daten, Künstlicher Intelligenz und Bewegungsanalyse eine zentrale Rolle ein. Während Sportarten wie Tennis oder die Formel 1 inzwischen bis ins kleinste Detail analysiert werden, steckt Darts in diesem Bereich nach seiner Einschätzung noch in den Kinderschuhen. „Der zweite wichtige Punkt ist die Leistung. Wie können wir die Leistungen im Darts verbessern? In vielen Sportarten steigt die Popularität, wenn die Leistungen besser werden."
Tattersall sieht in moderner Technologie den entscheidenden Hebel für diesen Fortschritt. „Durch den Einsatz von Technologie, KI und Motion Tracking können wir neue Einblicke in die Sportart gewinnen. Im Darts gibt es derzeit nämlich nicht sehr viele Daten. Man hat die Checkout-Quote und den Average, aber es gibt noch so viel mehr Daten, die wir nutzen können. Das kann die Sportart wirklich voranbringen."
Luke Littler als Vorbild für eine neue Generation
Target setzt gezielt auf die Nachwuchsförderung, und das überrascht kaum. Weltweit unterstützt und fördert das Unternehmen 75 Jugendakademien. Einer der größten Erfolge dieses Programms trägt einen bekannten Namen: Luke Littler. Der heutige Weltklassespieler unterschrieb bei Target bereits im Alter von zwölf Jahren seinen ersten Vertrag.
Tattersall betont dennoch, dass es nicht einfach darum gehe, „den nächsten Littler" zu finden. „Es ist nicht unsere Aufgabe, den nächsten Luke Littler zu finden. Unsere Aufgabe ist es, ein System zu schaffen, in dem Tausende Spieler dieselben Möglichkeiten erhalten wie er. Das ist ein wichtiger Bestandteil dessen, was wir aufbauen."
Die Entwicklung innerhalb der Jugendakademien stimmt ihn optimistisch. „Wir sponsern und betreuen inzwischen 75 Jugendakademien auf der ganzen Welt. Es ist wirklich fantastisch zu sehen, welche jungen Spieler und wie viel Talent dort hervorkommen. Und natürlich war es in einer dieser Akademien, dass wir Luke Littler entdeckten und ihn mit zwölf Jahren unter Vertrag nahmen."
Weg vom traditionellen Kneipen-Image
Target arbeitet zudem intensiv daran, das traditionelle Image der Sportart zu verändern. Lange assoziierten viele Menschen Darts vor allem mit Pubs, doch Tattersall betrachtet dieses Bild als überholt. Er will Darts an neue Orte bringen und damit auch neue Zielgruppen erreichen.
„Ein wichtiger Bestandteil für uns ist, Darts in die Zukunft zu führen. Es geht um Ambition: Wohin kann Darts gehen? Warum sollte die Sportart dieses Stigma einer Kneipensportart behalten?"
Aus diesem Grund ist Target eine Kooperation mit Powerleague eingegangen. An 24 Standorten soll Darts künftig neben anderen Sportarten seinen festen Platz finden. „Dort wird zum Beispiel Fußball gespielt, und sie haben fantastische Anlagen im ganzen Land. Indem wir Darts an solche neuen Orte bringen, können wir eine Gemeinschaft aufbauen und die Sportart zugänglicher machen."
Auch automatisierte Systeme, die jeden Wurf eines Spielers erfassen, sollen dabei helfen. Mit dem Omni-System können Dartspieler beispielsweise online gegen Gegner aus aller Welt antreten.
Darts möglicherweise auch als Hilfe im Bildungsbereich
Tattersall erkennt zudem Chancen außerhalb des klassischen Sportumfelds. Der CEO führt nach eigenen Angaben bereits Gespräche mit Bildungseinrichtungen in verschiedenen Ländern über eine mögliche Rolle für Darts.
Die Sportart bringt dabei mehrere Vorteile mit. „Darts bringt Menschen zusammen, und jeder kann es spielen. Es gibt auch keine große finanzielle Hürde für den Einstieg."
Hinzu kommt der rechnerische Aspekt der Sportart. Spieler müssen während einer Partie fortlaufend rechnen, von der Addition der Punkte bis zur Bestimmung des passenden Finishes. Das macht Darts nach Einschätzung der Gesprächspartner auch als pädagogisches Hilfsmittel interessant.
Für Target dreht sich am Ende alles um zwei zentrale Ziele: möglichst viele Menschen für Darts zu begeistern und gleichzeitig das Leistungsniveau der Sportart weiter zu professionalisieren.
„Wir wollen die Teilnahme ausbauen. Und darüber hinaus gibt es die Leistungsebene. Wo ist die Sportwissenschaft? Wie sorgen wir dafür, dass Darts über dieselbe Menge an Daten verfügt wie zum Beispiel Tennis oder die Formel 1?"
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„Darts ist jetzt Mainstream"
Tattersall verfolgt eine klare Vision davon, wohin sich die Sportart entwickeln soll. Der Status professioneller Dartspieler müsse künftig mit dem von Topathleten aus deutlich größeren und traditionell etablierteren Sportarten vergleichbar sein.
„Wenn ein Dartspieler an einem Veranstaltungsort ankommt, wollen wir, dass es vergleichbar ist mit Roger Federer, der in Wimbledon eintrifft. Das ist unser Ziel. Darts ist jetzt Mainstream, und die Spieler müssen auch entsprechend behandelt werden."
Für diesen Wandel braucht es laut dem Target-Chef auch eine völlig neue Form der Analyse. Ein automatisches Scoringsystem registriert zwar bereits heute, wenn ein Spieler Doppel 16 verfehlt, doch für Tattersall zählt vor allem, wie knapp dieser Doppel verpasst wird.
„Ein System sagt dir jetzt: Okay, du hast Doppel 16 verpasst. Aber um wie viel hast du ihn verfehlt? Um fünf Millimeter oder um fünf Zentimeter? Das ist wertvolle Information."

Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









