„In diesem Turnier war einfach nicht mehr drin, und das habe ich während des Matches gespürt“ – Gian van Veen stolz trotz Halbfinal-Niederlage beim World Matchplay

PDC
Sonntag, 26 Juli 2026 um 16:30
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Gian van Veen hat den Finaleinzug beim World Matchplay knapp verpasst. Der 23-jährige Niederländer unterlag im Halbfinale Gerwyn Price mit 10:17. Nach der Partie analysierte Van Veen seine Leistung realistisch und ohne Ausreden.
Trotz der bitteren Niederlage überwog bei ihm am Ende der Stolz, in Blackpool bis unter die letzten Vier vorgestoßen zu sein.

Wechselhafte Vorstellung gegen den Waliser

Gegen Price zeigte Van Veen eine schwankende Leistung. Sein Scoring fiel zu Beginn der Partie deutlich besser aus als in den vorherigen Runden, allerdings bereiteten ihm die Doppel erhebliche Probleme. Genau diese Schwäche kostete ihn früh eine vielversprechende Ausgangsposition.
Gian van Veen in Aktion
Gian van Veen scheiterte im Halbfinale von Blackpool an Gerwyn Price
„Ich hatte wirklich das Gefühl, dass ich am Anfang viel besser gescort habe als in den letzten paar Matches. Und plötzlich verpasst du die Doppel. Du weißt nicht, wo das herkommt", sagte Van Veen anschließend bei Viaplay.
„Danach war mein Finishing deutlich besser, aber mein Scoring ist wieder abgefallen. In diesem Turnier war einfach nicht mehr drin, und das habe ich während des Matches gespürt. Ich habe versucht, so gut es ging dranzubleiben, und das klappte auch. Bis zur vierten Pause, und dann zieht er einfach weg. Leider hatte ich kaum noch etwas entgegenzusetzen."

Starke Aufholjagd machte Hoffnung

Van Veen erwischte einen schwierigen Start und geriet schnell mit 1:6 in Rückstand. Anschließend kämpfte er sich beeindruckend bis auf 5:6 heran und brachte die Partie damit noch einmal komplett zurück.
Auch im weiteren Verlauf behielt er den Glauben an die Wende. „Dann steht es 11:7 und danach 11:9. Du gehst mit 11:9 in die vierte Pause und denkst: Es ist noch nichts passiert. Nur ein Break, denn ich habe meine eigenen Legs gehalten. Also ein Break, und es passt."
Das entscheidende Break blieb jedoch aus. Stattdessen legte Price sogar noch eine Schippe drauf. „Dann steht es 12:9 und 13:9. Du blinzelst zweimal und plötzlich ist es vorbei."
Weshalb ihn ausgerechnet in der Anfangsphase die Doppel im Stich ließen, konnte sich Van Veen selbst nicht erklären. Über den gesamten Turnierverlauf hinweg wies er eine hervorragende Doppelquote auf, die in den ersten Sessions des Halbfinals jedoch kaum zum Tragen kam.
„Gute Frage. Wenn dieses Spiel doch nur so einfach wäre. Die Schwankungen können so groß sein. Mein Scoring war da deutlich besser. Es wäre großartig, wenn beides gleichzeitig klickt, aber das war diesmal leider nicht der Fall."

Price in den Schlüsselmomenten entschlossener

Auch wenn Price nach Einschätzung von Van Veen nicht sein absolutes Topniveau erreichte, sah der Niederländer den Waliser in den entscheidenden Momenten klar im Vorteil.
„Man muss einfach anerkennen, dass er der Bessere war, und so habe ich es auch empfunden. Vor allem nach der vierten Pause. Dann weißt du einfach, dass er davonzieht, und das ist wirklich schade."
Vor dem Halbfinale herrschte zudem noch Unsicherheit über das Material, mit dem Van Veen antreten würde. Er hatte neue Darts im Gepäck und wollte sich erst nach dem Aufwärmen endgültig festlegen. Am Ende entschied er sich für sein bewährtes Set.
„Ich habe schließlich mit den alten Darts geworfen. Ich hatte schon gesagt, dass ich mich 15 Minuten mit den neuen aufwärmen und dann nach Gefühl entscheiden würde. Es sind die alten geworden, aber das hat heute wenig Unterschied gemacht."

Trotz Niederlage überwiegt der Stolz

Van Veen blickte trotz der Enttäuschung positiv auf sein Turnier zurück. Er ging die gesamte Woche kritisch mit seinem eigenen Spiel um, erkannte aber gleichzeitig an, dass ein Halbfinale bei einem der größten TV-Turniere der Welt ein herausragendes Ergebnis darstellt.
„Ich habe bei diesem Turnier nicht großartig gespielt. Trotzdem bin ich unglaublich stolz, das Halbfinale erreicht zu haben. Darüber bin ich sehr glücklich. Ich fahre morgen wirklich zufrieden nach Hause."
Dennoch blieb das Gefühl zurück, dass an diesem Abend mehr möglich gewesen wäre. Van Veen bescheinigte Price zwar eine gute Leistung, hielt ihn aber keineswegs für unschlagbar.
„Natürlich ist es zum Heulen, dieses Match zu verlieren. Denn er war gut, aber nicht überragend. Und ich weiß, dass ich ihn geschlagen hätte, wenn ich bei diesem Turnier richtig gut gewesen wäre. Aber das war ich diese Woche nicht."
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