Nathan Aspinall hat zugegeben, dass er nach seinen Aussagen über die
Saudi Arabia Darts Masters Anfang dieses Jahres heftig in die Bredouille geraten ist. Der Engländer sorgte nach dem World-Series-Turnier in Riad für Aufsehen, indem er sagte, dass das Publikum „nicht alle aus eigenem Antrieb dort saßen“. Laut Aspinall wurden diese Bemerkungen jedoch falsch interpretiert.
Die aktuelle Nummer fünfzehn der Welt betont, dass er auf das Event selbst sehr positiv zurückblickt. Bei den Saudi Arabia Darts Masters erreichte „The Asp“ das Halbfinale, in dem er mit 5:7 von Michael van Gerwen ausgeschaltet wurde.
Im Gespräch mit 247Bet erklärte Aspinall, dass sich seine Kritik nie gegen die Organisation des Turniers gerichtet habe. „Ich war mit dem Turnier selbst überhaupt nicht unzufrieden. Die Art und Weise, wie wir in Saudi-Arabien versorgt und behandelt wurden, war besser als bei jedem anderen Turnier, bei dem ich je gespielt habe.“
Laut dem zweifachen Major-Sieger wurden die Spieler wie echte Stars behandelt. „Wir wurden wie Superstars behandelt. Ich fand den Walk-on großartig. Es war mal etwas anderes und ich fand es fantastisch.“
Aussagen falsch aufgefasst
Aspinall räumt ein, dass seine Worte nach dem Event unglücklich gewählt waren, wodurch seine Botschaft anders ankam, als er es beabsichtigt hatte.
„Meine Bemerkung bezog sich damals nur darauf, dass das Publikum nicht die gleiche Atmosphäre erzeugte, wie wir es normalerweise gewohnt sind. In diesem Live-Interview kam das falsch rüber und ich bekam dadurch ziemlich viel Ärger.“
Der Engländer stellt klar, dass er vor allem die Zusammensetzung des Publikums meinte. „Was ich eigentlich sagen wollte, war, dass man deutlich merken konnte, dass viele Freikarten verteilt worden waren. Der Saal war voll, aber nicht nur mit Menschen, die alle selbst ein Ticket gekauft hatten. Dadurch wirkte es insgesamt etwas geschäftsmäßiger. Das war es, was ich ausdrücken wollte.“
Obwohl Aspinall die ausgelassenen Dartsfans in Großbritannien und Europa gewohnt ist, konnte er die ruhigere Atmosphäre in Saudi-Arabien durchaus schätzen. „Ich denke wirklich, dass das Turnier ein großer Erfolg war. Es war eine andere Stimmung, was es zwar schwieriger machte. Das ist eigentlich immer so, wenn man an Orten spielt, an denen Darts noch keine riesige Anhängerschaft hat.“
Littler gewann die allererste Ausgabe der Saudi Arabia Darts Masters.
Dabei zieht er einen Vergleich mit anderen Ländern, in denen sich der Sport noch entwickelt. „In Bahrain ist das genauso. Und früher galt das auch für Amerika. Dort ist es insgesamt deutlich leiser.“
Laut Aspinall gibt es dafür zwei logische Erklärungen. „Erstens sind die Menschen dort schlichtweg weniger mit Darts vertraut. Sie schauen unsere Sportart wahrscheinlich nicht oft. Und zweitens haben sie vielleicht einfach mehr Respekt vor den Spielern als in Großbritannien und Europa. Sie wollen in Ruhe verfolgen, was wir auf der Bühne zeigen.“
Diese Rahmenbedingungen liegen ihm eigentlich ganz gut. „Es ist durchaus angenehm, ab und zu unter solchen Umständen zu spielen. So sehr ich ein lautstarkes Publikum liebe, ist es manchmal auch schön, nach oben zu blicken und Menschen zu sehen, die wirklich aufmerksam der Sportart folgen.“
Deshalb würde er im Nachhinein nichts am Event ändern. „Ich würde am Turnier in Saudi-Arabien nichts verändern. Wir sind hervorragend behandelt worden und am Ende wurde das Event auch gut angenommen.“
Wachstum braucht Zeit
Aspinall erwartet zudem, dass die Saudi Arabia Darts Masters in den kommenden Jahren von selbst weiter wachsen werden, so wie zuvor in den Vereinigten Staaten. „Wie soll man sonst mehr Interesse für die Sportart wecken, als immer wieder zurückzukehren und dem Sport die Chance zu geben, zu wachsen?“
Er verweist als Beispiel auf die Entwicklung des Darts in Amerika. „Das haben wir auch in den Vereinigten Staaten gemacht. Am Anfang war es dort wirklich miserabel zu spielen, aber inzwischen verkaufen wir große Arenen wie den Madison Square Garden komplett aus.“
Der Engländer ist daher zuversichtlich, dass derselbe Prozess sich in Saudi-Arabien vollziehen wird. „Mit ausreichend Geduld und Durchhaltevermögen wird sich auch das Event in Saudi-Arabien weiterentwickeln und von selbst immer besser werden.“