Raymond Smith hat bei seiner Rückkehr auf die PDC-Bühne sofort für eine
faustdicke Überraschung gesorgt. Der Australier setzte sich in der ersten Runde des
New Zealand Darts Masters klar mit 6:2 gegen
Stephen Bunting durch. Beeindruckend war dabei nicht nur das Resultat, sondern vor allem die Art und Weise, wie er den Weltklassespieler bezwang.
Smith spielte einen Average von 99,81 und war auf die Doppelfelder nahezu fehlerfrei. Satte 85,71 Prozent seiner Möglichkeiten verwertete er. Für den Australier bekam der Tag dadurch eine zusätzliche Bedeutung, da es laut eigener Aussage lange her war, dass er zuletzt auf einer PDC-Bühne stand. „Es fühlt sich großartig an. Es ist inzwischen viele Jahre her, dass ich zuletzt auf einer PDC-Bühne gespielt habe, deshalb bin ich unglaublich glücklich damit“, erklärte Smith im Anschluss.
Smith scherzt: Nicht bei „klarem Verstand“
Der Australier zeigte von Beginn an, dass er nicht nach Auckland gereist war, um nur die Gelegenheit zu genießen. Mit einem 92er-Checkout breakte er Bunting gleich im ersten Leg. „The Bullet“ glich in Leg vier mit einem 84er-Finish aus, doch Smith antwortete postwendend mit einem Checkout von 65 Punkten.
Sorgte mit seinem 6:2-Sieg über Stephen Bunting für eine der größten Überraschungen der ersten Runde: Der „Guru“ Raymond Smith
Danach setzte er sich endgültig ab. Über Checks von 90 und 38 Punkten stellte er auf 5:2, ehe Smith die Partie auf sehenswerte Weise beendete. Ein 124er-Finish bedeutete das Aus für Bunting. „Ich glaube nicht, dass ein Spieler bei klarem Verstand das jemals so machen würde“, witzelte Smith über die Art, wie er die 124 angegangen war. „Aber so spiele ich. So habe ich es gelernt und so mache ich es.“
Smith war im Vorfeld bereits als einer der gefährlichsten Spieler aus dem Qualifikantenfeld gehandelt worden, wollte dem selbst jedoch wenig Bedeutung beimessen. Seiner Ansicht nach ist das Niveau in Australien und Neuseeland derart gestiegen, dass sich Spieler ständig neu beweisen müssen.
„Für mich geht es darum, mein eigenes Spiel zu spielen. Die
ADA Tour bei uns zu Hause und die DPNZ Tour hier laufen derzeit großartig, also kannst du überhaupt nichts als selbstverständlich betrachten. Du musst jedes Mal wieder aufstehen und die Arbeit machen. Ich denke, wir beginnen jetzt, dieses Niveau auf die Weltbühne zu übertragen.“
Zuvor hatte Adam Leek bereits für eine Überraschung gesorgt, indem er Ross Smith mit 6:5 schlug. Raymond Smith betonte jedoch, dass ihn das nicht zusätzlich anstachelte. „Für mich ging es vor allem darum zu zeigen, dass wir zu Hause sehr viel Arbeit geleistet haben. Ich wollte einfach ein gutes Match abliefern und ich glaube, ich habe sehr gut gespielt.“
Laut Smith spielen unter anderem die ANZ Premier League und die verschiedenen regionalen Circuits eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Darts in Ozeanien. „Absolut. Ich habe in einem früheren Interview gesagt: Wenn ich während eines Turniers einen 90er-Average spiele, gewinne ich jedes Turnier. Jetzt werfe ich 95 im Average und scheide manchmal in den letzten 32 aus. Das Niveau in Australien und Neuseeland wird einfach verrückt.“
Smith erwartet daher, dass die Investitionen in der Region in der kommenden Zeit immer deutlicher sichtbar werden. „Was diese Investitionen bewirkt haben und was wir dafür zurückbekommen: Du wirst sehr schnell ein Vielfaches davon sehen.“
Im Viertelfinale wartet ausgerechnet Leek, der zuvor am Tag ebenfalls für eine Überraschung sorgte. Smith hat noch nie gegen seinen Landsmann gespielt und äußerte sich anerkennend über dessen Entwicklung. „Alle Credits an Adam. Er ist nicht über das System gekommen. Er hat einfach entschieden: Weißt du was, ich versuche es. Er hat auf seine eigenen Qualitäten vertraut und die waren gut genug. Alle Credits an Adam.“