Dartslegende
Phil Taylor hat sein Leben nach dem Karriereende deutlich umgekrempelt. Der inzwischen 66-jährige Engländer arbeitet konsequent an seiner Gesundheit und hat dafür zahlreiche alte Gewohnheiten über Bord geworfen. „The Power" trinkt keinen Alkohol mehr, absolviert tägliches Training und packt sogar regelmäßig Salat auf seinen Teller.
Taylor beendete Anfang 2018 seine beeindruckende Laufbahn und stieg zuvor zum erfolgreichsten Dartspieler aller Zeiten auf. Nach seinem Rücktritt musste der 16-fache Weltmeister das straffe Programm des professionellen Dartzirkus nicht mehr einhalten. In den vergangenen Jahren entschied er sich jedoch bewusst dazu, mehr Zeit in seine Fitness zu investieren.
Taylor verzichtete vollständig auf Alkohol
Im Gespräch mit dem Podcast „
The Smith Brothers Not a Podcast" beschreibt Taylor, wie anders seine Tage heute im Vergleich zu früher ablaufen. Sein Morgen startet inzwischen fest mit Wasser und Bewegung. „Ich trinke zuerst eine Flasche Wasser mit Elektrolyten", erklärt Taylor. „Dann gehe ich in die Garage und rudere tausend Meter auf dem Rudergerät. Anschließend steige ich aufs Laufband und gehe fünftausend Schritte."
Auch seine Ernährung hat Taylor komplett umgestellt. „Danach trinke ich eine Tasse von so einer Pilz-Getränkemischung. Das soll das beste Antioxidans der Welt sein. Bisher hat es mir noch nichts gebracht, aber ich bleibe dabei", verrät der Engländer mit einem Augenzwinkern.
Eine entscheidende Rolle in seinem veränderten Lebensstil spielte das Medikament Mounjaro. Taylor nahm es rund anderthalb Monate lang ein und beschreibt vor allem eine Veränderung seiner Denkweise. „Ich habe Mounjaro anderthalb Monate lang verwendet. Es hat mein Mindset zu hundert Prozent verändert im Vergleich zu vorher."
Zu den größten Veränderungen zählt der komplette Verzicht auf Alkohol. Während seiner aktiven Karriere und auch danach gönnte sich Taylor regelmäßig einen Drink, inzwischen hat er jedoch vollständig damit aufgehört. „Ich habe jeden Abend Wodka getrunken. Damit habe ich aufgehört, und ich hatte danach auch überhaupt kein Verlangen mehr. Ich trinke jetzt gar keinen Alkohol mehr."
Neben sechzehn Weltmeistertiteln gewann Taylor in seiner Karriere insgesamt auch 16× die World Matchplay.
Verspürt Taylor doch einmal Lust auf ein Bier, greift er heute zur alkoholfreien Variante. „Wenn ich heute Abend zum Beispiel etwas trinken wollte, würde ich mir eine Flasche Budweiser mit null Prozent Alkohol nehmen. Das hat nur 46 Kalorien."
Auch beim Essen zeigt sich die Veränderung deutlich. Früher mied Taylor gesunde Mahlzeiten konsequent, heute wählt er bewusst Gerichte wie Hühnchen mit Salat. „Zum Abendessen nehme ich zum Beispiel einen Salat mit Huhn. Ich versuche dabei, dreißig bis fünfzig Gramm Eiweiß aufzunehmen, zusammen mit etwas Salat."
Taylor kann seinen neuen Speiseplan selbst kaum fassen und ordnet die Umstellung mit einem Schmunzeln ein. „Früher habe ich nie Salate gegessen. Ich war jemand, der Salate immer gemieden hat."
Rückkehr ans Dartboard?
Sein neuer Lebensstil bedeutet allerdings nicht, dass Taylor eine Rückkehr in den Profisport plant. Trotzdem hat „The Power" die Pfeile zuletzt wieder häufiger in die Hand genommen.
Nach einer Phase, in der er kaum am Board stand, hat Taylor sein Training wieder aufgenommen. Vorerst hält er seine Einheiten bewusst kurz. „Ich habe wieder mit dem Training begonnen", sagt er. „Im Moment trainiere ich nur eine Stunde pro Tag. Später erhöhe ich das wahrscheinlich auf anderthalb Stunden. Ich genieße es. Es macht Spaß."
Ein ernsthaftes Comeback steht damit vorerst nicht bevor. Taylor zeigte sich nach seinem offiziellen Rücktritt zwar auf verschiedene Weise in der Dartszene, eine Rückkehr in den intensiven Alltag eines Profidarters bleibt jedoch etwas völlig anderes. Die Freude am Spiel ist bei Taylor jedoch weiterhin klar erkennbar.
Zudem liefert Taylor sein Enkel Nathan einen weiteren Grund, regelmäßig ein paar Pfeile zu werfen. Der Nachwuchs erweist sich ebenfalls als talentiert im Darts. „Wenn mein Enkel vorbeikommt, spiele ich mit ihm", erzählt Taylor. „Nathan ist ein ziemlich guter Spieler."
Laut dem 16-fachen Weltmeister steckt in seinem Enkel sogar genug Potenzial, um sich auf solidem Niveau mit anderen Dartspielern zu messen. „Er ist nicht schlecht. Er könnte auf County-Level spielen."