Niels Zonneveld hat bei seinem Debüt beim
World Matchplay nur denkbar knapp einen Auftakterfolg verpasst. Der 27 Jahre alte Niederländer lieferte sich am Samstagabend im legendären Empress Ballroom der Winter Gardens in Blackpool ein packendes Duell mit
Stephen Bunting, musste sich dem an Nummer neun gesetzten Engländer nach einem dramatischen Sudden-Death-Leg jedoch mit 12:13 geschlagen geben.
Für Zonneveld war es der erste Auftritt auf der prestigeträchtigen Bühne des
World Matchplay – und die große Kulisse schien ihn keineswegs zu beeindrucken. Zu den Klängen von The Nights des verstorbenen Avicii betrat „Triple Z“ die Bühne und zeigte vom ersten Dart an, dass er sich auf diesem Niveau absolut wohlfühlt.
Zonneveld kämpft sich eindrucksvoll zurück
Gerade in der Anfangsphase präsentierte sich der Niederländer im Scoring sogar als der stärkere Spieler. Mit konstant hohen Aufnahmen setzte er Bunting immer wieder unter Druck, ließ auf die Doppelfelder allerdings zu viele Chancen ungenutzt. Das rächte sich früh: Bunting nutzte die vergebenen Möglichkeiten eiskalt aus, nahm Zonneveld direkt den Anwurf ab und ging mit einer Führung in die erste Pause.
Niels Zonneveld überzeugte bei seinem World-Matchplay-Debüt mit einer starken Leistung, verpasste gegen Stephen Bunting den Auftaktsieg jedoch trotz drei Matchdarts denkbar knapp.
Auch nach der Unterbrechung blieb der Engländer enorm effizient. Als Bunting beim Stand von 7:5 erneut ein Break gelang, schien die Partie allmählich zu seinen Gunsten zu kippen. Doch Zonneveld steckte nicht auf. Angetrieben unter anderem von Kevin van der Voort, dem Sohn des ehemaligen Profis Vincent van der Voort, leitete der Niederländer im entscheidenden Moment eine beeindruckende Aufholjagd ein.
Mit zwei aufeinanderfolgenden Zehn-Dart-Legs brachte Zonneveld die Partie wieder völlig ins Gleichgewicht. Wenig später folgte der wohl spektakulärste Moment des Abends: Mit einem herausragenden 164er-Finish stellte er auf 8:8 und riss den Empress Ballroom förmlich von den Sitzen.
Vergebene Matchdarts rächen sich bitter
Die Aufholjagd setzte sich auch in der Schlussphase fort. Zonneveld brachte sein eigenes Anwurfleg souverän durch und plötzlich lag die Überraschung gegen den diesjährigen Premier-League-Teilnehmer in der Luft. Der Niederländer erspielte sich sogar drei Matchdarts, um das Duell endgültig für sich zu entscheiden. Keiner dieser Würfe fand jedoch sein Ziel – die Partie ging in die Verlängerung.
Da Zonneveld vor dem Match das Ausbullen gewonnen hatte, hätte er in einem möglichen Entscheidungsleg den Anwurf gehabt. Mit zunehmender Spieldauer war beiden Akteuren die wachsende Anspannung anzumerken, wodurch auch die Qualität des Spiels etwas nachließ. Beim Stand von 12:12 musste schließlich das Sudden-Death-Leg über Sieg und Niederlage entscheiden.
Ausgerechnet in diesem alles entscheidenden Leg konnte Zonneveld nicht mehr an sein zuvor so starkes Niveau anknüpfen. Hohe Aufnahmen blieben aus, während Bunting sich die notwendigen Chancen erarbeitete. Der Engländer benötigte am Ende zwar vier Matchdarts, verwandelte schließlich aber doch zum 13:12-Erfolg. Unmittelbar danach suchte Bunting seinen sichtlich niedergeschlagenen Gegner auf, um ihn zu trösten.
„Ich fühlte mich das ganze Match über besser als er“
Entsprechend groß war die Enttäuschung bei Zonneveld, der nach der Partie das Gefühl hatte, den Sieg selbst aus der Hand gegeben zu haben.
„Ich habe ehrlich gesagt keinen Moment gedacht, dass ich gegen ihn verlieren würde“, sagte er anschließend bei Viaplay. „Ich fühlte mich das ganze Match über besser als er. Pff…“, seufzte der sichtlich emotionale Niederländer.
Für Zonneveld war die Ursache der Niederlage eindeutig. Vor allem die vergebenen Doppel in den entscheidenden Momenten hätten ihn den größten Sieg seiner Karriere gekostet.
„Am Ende verliere ich es nach einem letzten Leg, das ist einfach enorm bitter. Ich habe drei Matchdarts, dann gewinnst du das normalerweise. Das Ding hätte meins sein müssen“, lautete sein schmerzhaftes Fazit.
Trotz des bitteren Ausscheidens bleibt von seinem Debüt beim World Matchplay vor allem ein äußerst starker Eindruck. Gegen einen der erfahrensten Spieler im Feld war Zonneveld über weite Strecken mindestens ebenbürtig, phasenweise sogar der bessere Akteur. Am Ende fehlte lediglich die letzte Konsequenz auf die Doppel, um seinen Premierensieg perfekt zu machen. Auch wenn diese Niederlage ihn noch lange beschäftigen dürfte, hat der 27-Jährige eindrucksvoll bewiesen, dass er auf der Bühne eines der bedeutendsten TV-Turniere der Welt absolut konkurrenzfähig ist.