„Ich machte einen Schwung wie eine Ballerina und der Pfeil ging rein“ – Van Duijvenbode über den „Glückspfeil“, um Van Gerwen zu schlagen

PDC
Mittwoch, 22 Juli 2026 um 18:30
Dirk van Duijvenbode
Dirk van Duijvenbode hat am Dienstagabend einen der größten Siege seiner Karriere eingefahren, indem er Michael van Gerwen nach einem packenden Thriller mit 14:12 beim World Matchplay ausschaltete.
Der Niederländer schien die Partie bei einer 10:7-Führung bereits im Griff zu haben, sah jedoch, wie sich sein Landsmann auf 11:11 zurückkämpfte. Erst in der Verlängerung zog Van Duijvenbode schließlich den längeren Hebel.
Nach dem Match überwog vor allem die Erleichterung. Der Spieler aus ’s-Gravenzande gab offen zu, dass ihm in der Schlussphase die Nerven einen Streich spielten und Van Gerwens Comeback ihn stark verunsicherte. „Der Umgang mit der Anspannung lief nicht gut, das können wir wohl festhalten“, sagte Van Duijvenbode anschließend bei Viaplay.
Selbst der entscheidende Matchdart fühlte sich für ihn alles andere als überzeugend an. „Ich habe mit einem Lucky Dart gewonnen. Ich machte eine Bewegung wie eine Ballerina und der Pfeil fiel rein. So hat es sich angefühlt. Ich war schlicht feige und offenbar nicht von mir überzeugt.“

Starke Phase nach der ersten Pause

Van Duijvenbode ging zwar mit einem 2:3-Rückstand in die erste Unterbrechung, übernahm danach jedoch vollständig das Kommando. Mit mehreren starken Legs in Serie drehte er das Match und baute einen komfortablen Vorsprung auf.
Ausgerechnet in dem Moment, als der Sieg zum Greifen nahe schien, setzten die Nerven ein. „Ab 8:4 kam das Zittern, da muss ich ehrlich sein.“
Auffällig war, dass ihn weniger der Gedanke an einen Platz im Viertelfinale beschäftigte. „Vor der nahenden Entscheidung hatte ich nicht so viel Angst, aber dieser Druck… Ich konnte Van Gerwen schlagen und das Viertelfinale erreichen. Und dann interessiert mich dieses Viertelfinale in dem Moment nicht einmal so sehr wie ein Sieg über Van Gerwen beim Matchplay.“
Laut Van Duijvenbode verlor er dadurch vorübergehend die Kontrolle über sein Spiel. „Ich bin da unter dem Druck zusammengebrochen, habe mich aber rechtzeitig wieder gefangen.“

„Dann fühlst du dich klein“

Als Van Gerwen sich von einem 7:10 zurückkämpfte und das Publikum geschlossen hinter dem dreifachen Weltmeister stand, spürte Van Duijvenbode, wie schwierig es wurde, sein Niveau zu halten. „Das war irgendwann auch einschüchternd.“
Er bemerkte, wie Van Gerwen immer mehr Vertrauen tankte. „Er drosch die Triples und das Publikum skandierte seinen Namen.“
Das hinterließ großen Eindruck beim Sieger. „Dann fühlst du dich klein, wirklich ein kleines Männchen. Ich bin ein richtig harter Junge, aber da bist du kurz ganz klein.“
Nach Ansicht von Van Duijvenbode kam in diesem Moment alles zusammen. „Das wirkt dann einfach sehr einschüchternd, zumal ich all meine Chancen gehabt hatte.“
Dieses Vertrauen erwies sich letztlich als berechtigt. In der Verlängerung fand Van Duijvenbode seinen Rhythmus wieder und beendete doch noch Van Gerwens Aufholjagd. Damit zog er ins Viertelfinale des World Matchplay ein.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Aktuelle Kommentare

Loading