„Ich werde das Gefühl nicht los, dass die PDC meinen Ausschluss überdenkt“ – James Wade überrascht mit Premier-League-Statement

PDC
durch Nic Gayer
Samstag, 07 Februar 2026 um 8:00
James Wade
Am vergangenen Donnerstag startete die neue Saison der Premier League Darts. James Wade, aktuell die Nummer elf der Weltrangliste und im Vorjahr Finalist bei zwei Majors, blieb dabei nur die Zuschauerrolle. Zu seiner eigenen Enttäuschung nominierte ihn die PDC nicht für die prestigeträchtige Roadshow.
Nach der emotionalen und körperlichen Belastung der Darts WM fällt es Spielern nicht selten schwer, den optimalen Start in die neue Saison hinzulegen. Doch der Auftakt beim Winmau World Masters wirkte für einige Spieler eher wie ein Frischekick als wie eine zusätzliche Hürde. Das besondere Format mit Best-of-3 pro Satz sorgte sofort für Spannung, enormen Druck und taktische Entscheidungen – genau das machte diese Ausgabe so fesselnd. Wade erreichte in Milton Keynes das Viertelfinale, wo er mit 4:2 Sätzen gegen Gian van Veen verlor.

Mentale Härte im Kurzformat

„Dieses Format ist tückisch“, erklärte Wade in einem Interview mit dem Daily Star. „Wenn du das erste Leg verlierst, gerade bei eigenem Anwurf, fühlst du dich im Kopf sofort wie 0:1 hinten. Dieser mentale Druck ist enorm.“ Trotzdem überwog bei ihm keine Frustration, sondern Anerkennung: „Ich finde es eigentlich großartig. Es zwingt dich, vom ersten Pfeil an hellwach zu sein, und macht jedes Leg entscheidend. Für die Fans ist das fantastisch anzusehen.“
Neben der sportlichen Herausforderung spielte auch die Jagd nach Ranglistenpunkten eine große Rolle. „Diese Punkte sind einfach enorm wichtig. Man sieht, dass die Spieler in diesem Jahr wirklich einen Schritt gemacht haben. Jeder ist schärfer, jeder ist hungriger.“

Beeindruckender Start gegen Razma

Diese Schärfe zeigte Wade direkt in der Auftaktrunde gegen Madars Razma. Mit einem Average von 103 bewies er, dass er die WM mühelos abgehakt hatte. Vor allem auf die Doppel präsentierte er sich stark. „Mein Finishing war wirklich stark, und das gibt in so einem kurzen Format Ruhe. Wenn du weißt, dass du deine Chancen nutzt, spielst du mit viel mehr Vertrauen.“
Die Belohnung für diese Leistung hatte es allerdings in sich: In Runde zwei wartete Gary Anderson, zweifacher Weltmeister, bekannt für gnadenloses Scoring und enorme Erfahrung auf den großen Bühnen.
„Ich sage es seit Jahren: Wenn Gary sein Spiel abrufen kann, ist er kaum zu stoppen“, erkannte Wade im Vorfeld an. Doch die Partie entwickelte sich anders als erwartet. Anderson haderte auffällig mit den Doppeln – etwas, das auf diesem Niveau selten ungestraft bleibt. „Das hat mir Chancen gegeben, und die habe ich genutzt.“

Endlich mit Anderson abgerechnet

Der Erfolg fühlte sich besonders gut an, weil die jüngste Bilanz klar zugunsten des Schotten ausgefallen war. „Er hatte mich vier- oder fünfmal in Serie geschlagen. Das nagt an einem. Deshalb tut es extra gut, ihn jetzt zu bezwingen – gerade auf so einer Bühne.“
Das Duell entwickelte sich zu einem echten Spektakel, in dem jeder Satz auf Messers Schneide stand. „Für solche Spiele bist du Dartprofi geworden. Spannung, Publikum, große Namen – und dann als Sieger herauszugehen. Das bleibt etwas Besonderes.“
Mit dem Sieg über Anderson stiegen die Erwartungen, zumal eine mögliche Halbfinalpartie gegen Luke Humphries lockte. Zunächst musste jedoch das Viertelfinale überstanden werden – gegen das niederländische Top-Talent Gian van Veen. Und der erwies sich als alles andere als leichte Aufgabe. „Gian hat wirklich fantastisch gespielt“, erkannte Wade sportlich an. „Zwischendurch warf er im Schnitt 110 und war trotzdem noch nicht weg. Das sagt eigentlich alles über das Niveau dieser Partie.“
Wade kämpfte weiter, scorte und finishte, doch den entscheidenden Unterschied konnte er knapp nicht machen. „Allen Respekt an ihn. Solche Leistungen zeigen, dass er sehr schnell oben anklopfen wird. Wenn er dieses Niveau hält, wird er noch viele große Matches gewinnen.“

Zuversicht Richtung UK Open

Auch wenn die Halbfinals außer Reichweite blieben, überwiegt die Zufriedenheit mit dem Saisonstart. „Das Viertelfinale zu erreichen, ist einfach ein starker Auftakt ins Jahr. Ich fühle mich gut, mein Spiel ist da und das Vertrauen wächst.“
Mit Blick auf die UK Open ist die Motivation größer denn je. Nicht umsonst gewann Wade dieses Turnier bereits drei Mal. „Das ist ein Turnier, das mir liegt. Die Atmosphäre, das Format, die Historie – ich freue mich wirklich darauf.“

Premier-League-Diskussion bleibt präsent

Trotzdem bleibt ein Thema unausweichlich: die Premier League Darts. Der Ausschluss hinterlässt Spuren – vor allem angesichts der jüngsten Ergebnisse. „Ich vergleiche mich natürlich mit anderen im Feld. Und ehrlich gesagt: Abgesehen von Luke Littler und Luke Humphries habe ich mindestens genauso konstant gespielt.“
Die Zahlen sprechen für sich: Viertelfinals, Halbfinals und Finals bei großen, im Fernsehen übertragenen Turnieren. „Ich habe das Gefühl, dass diese Geschichte noch nicht auserzählt ist. Manchmal hat man den Eindruck, dass die Leute wieder von vorn hinschauen.“
Mit einem starken Saisonstart, wachsendem Selbstvertrauen und den UK Open vor der Tür scheint eines sicher: Der Hunger ist noch lange nicht gestillt. „Ich gehöre einfach hierher. Und das will ich in diesem Jahr jede Woche aufs Neue zeigen.“
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