Luke Littler hat sich endgültig in die Dartsgeschichte gespielt.
Der junge Engländer, der das Finale mit 7:1 gegen Gian van Veen gewann, krönte sich im Alexandra Palace zum Sieger der Darts WM 2026 und untermauerte damit seinen Status als Aushängeschild einer neuen Generation von Dartspielern.
Nach einem langen und strapaziösen Turnier stand er schließlich mit der Sid Waddell Trophy in den Händen da, stolz und zugleich hungrig auf mehr. „Ich bin sehr stolz, es war ein langes Turnier“, klang es nüchtern, aber vielsagend im Anschluss.
Die WM 2026 war für Littler alles andere als ein Spaziergang. Schon früh im Turnier wurde deutlich, dass jeder Gegner besonders motiviert war, gerade ihn zu schlagen. Dennoch hielt er immer wieder stand. Laut Littler selbst war vor allem sein Match gegen Rob Cross ein Wendepunkt. „Cross war vielleicht das schwierigste Match des ganzen Turniers“, gab er zu. In dieser Partie musste er extrem tief gehen, mental wie physisch, doch genau das erwies sich im Nachhinein als entscheidend. Es gab ihm das Vertrauen, auch unter maximalem Druck bestehen zu können.
Wespe sorgt für Unruhe
Das Finale bot anschließend einen auffälligen Moment, der Publikum und beide Spieler kurz zusammenzucken ließ. In einer entscheidenden Phase flog plötzlich die berühmte Wespe über die Bühne. „Diese Wespe im Finale hat mich kurz erschreckt“, lachte Littler hinterher. „Du versuchst, in deinem Tunnel zu bleiben, aber das war kurz schwierig“, doch Littler ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
Mehr noch: Selbst der Verlust des ersten Satzes brachte ihn nicht aus dem Konzept. Im Gegenteil. „Dieser verlorene Satz hat mir noch mehr Feuer gegeben“, erzählte er. „Ich wollte etwas zeigen.“ Dieses „Etwas“ lieferte er mit einer Reihe hoher Scores und klinischen Finishes. Die Entschlossenheit, mit der er anschließend spielte, unterstrich seine Reife als Spitzensportler. Littler blieb eiskalt.
Ein Schlüsselmoment im Finale kam, als sein Gegner Gian van Veen die Chance hatte, auf 2:0 in Sätzen zu stellen. „Gian hatte diese Chance zum 2:0, und das hätte das Match verändern können“, räumte Littler offen ein. Dieser Moment verstrich jedoch, und Littler witterte Blut. Von da an übernahm er endgültig die Initiative und gab sie nicht mehr aus der Hand.
Luke Littler verteidigte seinen WM Titel
Noch besser werden
Der WM-Titel fügt sich in eine beeindruckende Phase für den jungen Engländer. „Es waren großartige vergangene zwei Jahre“, blickte er zurück. In kurzer Zeit reifte er vom Supertalent zur etablierten Weltspitze. Satt ist er jedoch längst nicht. Im Gegenteil: Littler schaut bereits nach vorn. „Ich werde extra hart arbeiten, um dieses Jahr zu versuchen, jedes Major zu gewinnen“, kündigte er ambitioniert an. Das zeigt, dass dieser WM-Titel für ihn kein Endpunkt ist, sondern ein Anfang.
Diese Gier zeigt sich auch in seinem ultimativen Ziel. „Ich will die Rekorde von Phil Taylor brechen“, sagte er ohne Zögern. Eine Aussage, die bei vielen Stirnrunzeln auslöst, aber zu Litlers Selbstvertrauen und Arbeitsethik passt. Zugleich bleibt er selbstkritisch. „Ich kann noch besser werden, aber dafür muss ich ans Trainingsboard“, gab er zu. Selbst nach einem WM-Titel sieht er noch Luft nach oben.
Dennoch gab es im Anschluss auch eine kleine Enttäuschung. „Kein Neundarter … doch eine Enttäuschung“, bekannte er mit einem Lächeln. Das zeigt den Maßstab, den Littler an sich selbst legt: Selbst Weltmeister zu werden ist nicht perfekt, wenn nicht alles zusammenpasst.