„Es ist auch ziemlich beunruhigend“ – Vincent van der Voort warnt vor der Dominanz von Luke Littler
PDCGian van Veen erlebte im Alexandra Palace das Turnier seines Lebens, doch im WM-Finale war er zu keinem Zeitpunkt nah an einer Überraschung gegen Luke Littler. Der 18-jährige Engländer bestätigte seinen Status als absoluter Dominator im Darts und verteidigte seinen Weltmeistertitel eindrucksvoll mit sieben gewonnenen Sätzen in Folge. Ex-Profi Vincent van der Voort zeigte sich nach dem Match beeindruckt, setzte aber zugleich einen kritischen Akzent zur erdrückenden Überlegenheit Littlers.
Aus Sicht von van der Voort verlor das WM-Finale früh an Spannung. „Es ist schon ein bisschen eine Antiklimax“, sagte er im Podcast Darts Draait Door. Zwar gewann van Veen noch den Auftaktsatz, danach aber überflügelte ihn der Titelverteidiger vollständig. Littler schrieb damit Geschichte: Als erster Spieler seit Gary Anderson im Jahr 2016 verteidigte er erfolgreich seinen PDC-Weltmeistertitel.
Littler übernimmt nach zögerlichem Start komplett die Kontrolle
Van der Voort beobachtete vor allem, wie Littler nach einem kurzen Abtasten sofort das Kommando übernahm. „Es war auch nicht so, dass die Sätze knapp waren. Es reichte einfach nicht, aber größten Respekt an Littler. Was war der Junge gut. Er verliert den ersten Satz und bekommt da einen Dämpfer, dann liegt er im zweiten Satz 0:2 zurück und ab diesem Moment verpasst er kaum noch ein Doppel. Er war nicht zu stoppen, er spielte Gian kaputt.“
Dabei begann van Veen das Finale ohne sichtbare Nervosität und ging auch im zweiten Satz erneut in Führung. „Er hatte kein Lampenfieber, im zweiten Satz geht er auch 2:0 in Front. Nur setzt Littler permanent derart hohen Druck. Solche Finishes hältst du nicht ein ganzes Match durch. Littler nimmt auch nicht plötzlich den Fuß vom Gas. Es gibt nicht viele, die das durchhalten können.“
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Dieser konstante Druck erwies sich letztlich als entscheidend. Littler entschied die Partie, ohne auch nur einen Moment Zweifel aufkommen zu lassen. „Ich fand ihn in den wichtigen Momenten auf die Doppel und bei den Finishes wirklich überragend. Er ließ Gian keine Chance, und man hatte das Gefühl, dass Gian nach ein paar Sätzen ausgespielt war, so nach dem Motto: Dagegen komme ich nicht an. Das ist keine Schande, das erleben fast alle.“
Gerade dieser Punkt macht die Niederlage für van Veen besonders bitter. „Er hat ein wunderbares Turnier mit großartigen Partien gespielt, und wenn du das dann so beendest, ist das schade“, so van der Voort.
Mit seinem zweiten WM-Titel in Folge krönte Luke Littler ein nahezu beispielloses Jahr. Bis auf die EM und das World Masters gewann er alle großen Ranglistenturniere. „Bei allem, was man über ihn sagt, reichen die Worte eigentlich nicht. So etwas haben wir noch nie erlebt“, erklärte van der Voort.
Gleichzeitig sieht der Niederländer auch eine potenzielle Gefahr für den Sport. „Auf der anderen Seite ist es auch ziemlich beunruhigend, denn es müssen schon Spieler kommen, die ihm ab und zu überlegen sind. Ein Jahr ist das schön, aber nun muss die Spitze schauen, wie sie ihn knacken. Dass er gewinnt, ist okay, aber man muss in die Nähe kommen. Das gelang Gian heute Abend nicht.“
Trotz der deutlichen Finalniederlage überwiegt bei Gian van Veen am Ende der Stolz. „Er wird enttäuscht sein, aber ich denke, er ist auch sehr stolz auf sich. Das muss er auch, und er weiß einfach, dass etwas passieren muss, um einen Schritt näher an Littler heranzukommen. Ich denke, er wird das schnell wegstecken.“
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026








