„Es ist auch ziemlich beunruhigend“ – Vincent van der Voort warnt vor der Dominanz von Luke Littler

PDC
durch Nic Gayer
Sonntag, 04 Januar 2026 um 18:30
Luke Littler (1)
Gian van Veen erlebte im Alexandra Palace das Turnier seines Lebens, doch im WM-Finale war er zu keinem Zeitpunkt nah an einer Überraschung gegen Luke Littler. Der 18-jährige Engländer bestätigte seinen Status als absoluter Dominator im Darts und verteidigte seinen Weltmeistertitel eindrucksvoll mit sieben gewonnenen Sätzen in Folge. Ex-Profi Vincent van der Voort zeigte sich nach dem Match beeindruckt, setzte aber zugleich einen kritischen Akzent zur erdrückenden Überlegenheit Littlers.
Aus Sicht von van der Voort verlor das WM-Finale früh an Spannung. „Es ist schon ein bisschen eine Antiklimax“, sagte er im Podcast Darts Draait Door. Zwar gewann van Veen noch den Auftaktsatz, danach aber überflügelte ihn der Titelverteidiger vollständig. Littler schrieb damit Geschichte: Als erster Spieler seit Gary Anderson im Jahr 2016 verteidigte er erfolgreich seinen PDC-Weltmeistertitel.

Littler übernimmt nach zögerlichem Start komplett die Kontrolle

Van der Voort beobachtete vor allem, wie Littler nach einem kurzen Abtasten sofort das Kommando übernahm. „Es war auch nicht so, dass die Sätze knapp waren. Es reichte einfach nicht, aber größten Respekt an Littler. Was war der Junge gut. Er verliert den ersten Satz und bekommt da einen Dämpfer, dann liegt er im zweiten Satz 0:2 zurück und ab diesem Moment verpasst er kaum noch ein Doppel. Er war nicht zu stoppen, er spielte Gian kaputt.“
Dabei begann van Veen das Finale ohne sichtbare Nervosität und ging auch im zweiten Satz erneut in Führung. „Er hatte kein Lampenfieber, im zweiten Satz geht er auch 2:0 in Front. Nur setzt Littler permanent derart hohen Druck. Solche Finishes hältst du nicht ein ganzes Match durch. Littler nimmt auch nicht plötzlich den Fuß vom Gas. Es gibt nicht viele, die das durchhalten können.“
Dieser konstante Druck erwies sich letztlich als entscheidend. Littler entschied die Partie, ohne auch nur einen Moment Zweifel aufkommen zu lassen. „Ich fand ihn in den wichtigen Momenten auf die Doppel und bei den Finishes wirklich überragend. Er ließ Gian keine Chance, und man hatte das Gefühl, dass Gian nach ein paar Sätzen ausgespielt war, so nach dem Motto: Dagegen komme ich nicht an. Das ist keine Schande, das erleben fast alle.“
Gerade dieser Punkt macht die Niederlage für van Veen besonders bitter. „Er hat ein wunderbares Turnier mit großartigen Partien gespielt, und wenn du das dann so beendest, ist das schade“, so van der Voort.
Mit seinem zweiten WM-Titel in Folge krönte Luke Littler ein nahezu beispielloses Jahr. Bis auf die EM und das World Masters gewann er alle großen Ranglistenturniere. „Bei allem, was man über ihn sagt, reichen die Worte eigentlich nicht. So etwas haben wir noch nie erlebt“, erklärte van der Voort.
Gleichzeitig sieht der Niederländer auch eine potenzielle Gefahr für den Sport. „Auf der anderen Seite ist es auch ziemlich beunruhigend, denn es müssen schon Spieler kommen, die ihm ab und zu überlegen sind. Ein Jahr ist das schön, aber nun muss die Spitze schauen, wie sie ihn knacken. Dass er gewinnt, ist okay, aber man muss in die Nähe kommen. Das gelang Gian heute Abend nicht.“
Trotz der deutlichen Finalniederlage überwiegt bei Gian van Veen am Ende der Stolz. „Er wird enttäuscht sein, aber ich denke, er ist auch sehr stolz auf sich. Das muss er auch, und er weiß einfach, dass etwas passieren muss, um einen Schritt näher an Littler heranzukommen. Ich denke, er wird das schnell wegstecken.“
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