Josh Rock gewinnt spektakuläres Finale der Austrian Darts Open gegen Kevin Doets – Schindler scheitert im Viertelfinale

PDC
Sonntag, 10 Mai 2026 um 22:57
Josh Rock
Josh Rock steht wieder ganz oben auf dem Podium der European Tour. Nachdem der Nordire 2023 noch das Finale in Graz verloren hatte, durfte er diesmal endlich das berühmte grüne Jacket überstreifen. In einem hochklassigen und spannenden Endspiel setzte sich Rock mit 8:6 gegen Kevin Doets durch.
Für Doets endete damit eine dennoch historische Woche auf bittere Weise. Erst wenige Tage zuvor gewann der Niederländer mit Players Championship 13 seinen ersten PDC-Ranglistentitel. In Graz erreichte er zudem erstmals ein Finale auf der European Tour und überzeugte dabei mit mehreren starken Auftritten. Gegen den entfesselten Rock reichte es am Ende jedoch nicht.
Das Finale bot spektakuläres Scoring und starke Checkouts auf beiden Seiten. Rock gelang unter anderem ein 170er-Finish, mit dem er erneut in Führung ging. Über weite Strecken hielt er einen knappen Vorsprung, ehe Doets beim Stand von 6:6 wieder ausglich. Doch Rock setzte im entscheidenden Moment nach und sicherte sich mit zwei gewonnenen Legs in Folge den Titel.

Der Weg ins Finale

Rock kommt zwar aus einer enttäuschenden Premier-League-Saison, zeigte abseits davon zuletzt aber wieder starke Leistungen. In Graz kämpfte er sich durch mehrere schwierige Partien. Besonders sein 6:4-Erfolg gegen den überragend spielenden Cristo Reyes war jedoch ein echtes Ausrufezeichen.
Reyes hatte zuvor bereits einen 9-Darter geworfen und außerdem ein perfektes 170er-Finish gespielt. Trotzdem erwies sich Rock letztlich als zu stark und zog verdient ins Halbfinale ein.
Dort wartete mit Daryl Gurney sein Partner vom letztjährigen World Cup of Darts. Gurney hatte zuvor Martin Schindler im Viertelfinale besiegte. Schindler verpasste wichtige Doppeldarts, Gurney war auf den Doppeln der bessere Spieler und zog so mit einem 6-2 ins Halbfinale ein. Gemeinsam hatten die beiden Nordiren in Frankfurt den Titel gewonnen, diesmal konnte allerdings nur einer weiterkommen. Rock dominierte die Partie früh und erspielte sich eine 4:1-Führung mit zwei Breaks Vorsprung.
Gurney spielte im Average rund 16 Punkte schwächer, blieb aber zunächst in Reichweite. Doch Rock ließ nicht nach. Ein 121er-Finish über das Bullseye brachte ihn kurz vor den Sieg, ehe er die Partie mit einem spektakulären 145er-Checkout auf Tops zum 7:3 beendete. Für Gurney war damit Schluss gegen einen überragenden Landsmann.
Auch Kevin Doets reiste mit viel Selbstvertrauen nach Graz. Vor wenigen Tagen hatte er in Milton Keynes mit dem Titel bei Players Championship 13 seinen ersten PDC-Triumph gefeiert. Im Halbfinale traf er auf Luke Woodhouse, den er bereits im Finale dieses Turniers geschlagen hatte.
Doch diesmal war Doets noch dominanter. Mit einem Average von über 112 Punkten gewann „Hawkeye“ mit 6:3 und spielte sich mit einem weiteren 170er-Finish souverän ins Finale.
Im zweiten Halbfinale wartete mit Rob Cross ein ehemaliger Weltmeister. Cross zeigte phasenweise starke Darts, ließ jedoch zu viele Doppelchancen liegen. Doets nutzte dies konsequent aus und erspielte sich eine 4:2-Führung. Zwar verkürzte Cross zwischenzeitlich, doch der Niederländer gewann die letzten drei Legs der Partie. Mit einem 124er-Checkout auf Doppel 11 machte Doets den 7:3-Erfolg perfekt und zog erstmals in ein European-Tour-Finale ein.

Rock sichert sich das grüne Janker

Mit einem Turniersieg hätte sich sowohl Rock als auch Doets an die Spitze der European Championship Order of Merit gesetzt. Im Finale konzentrierten sich beide Spieler jedoch nur auf ein Ziel: zuerst acht Legs gewinnen.
Rock erwischte den besseren Start und breakte direkt mit einem 85er-Finish über Tops. Die Chance auf das 2:0 ließ er zunächst liegen, da mehrere Doppel knapp verpasst wurden. Doets blieb jedoch auf die Doppel stark und glich über Doppel 16 aus.
Auch das nächste Leg brachte direkt das nächste Break. Doets vergab mehrere Chancen auf die Doppel, obwohl er das Leg eigentlich kontrollierte. Rock nutzte dies über Doppel 4 zum dritten Break in Folge. Allerdings konnte auch er seine Führung zunächst nicht bestätigen. Doets antwortete mit einem 84er-Finish über das Bullseye und legte anschließend ein starkes 11-Dart-Leg zum ersten Hold der Partie nach.
Rock fand aber sofort die passende Antwort. Besonders spektakulär wurde es beim „Big Fish“. Nachdem Doets zuvor bereits ein 170er-Finish gelungen war, zog Rock nach und checkte ebenfalls die höchste Kombination im Dartsport. Danach bestätigte er sein Break erstmals und verschaffte sich etwas Luft.
Beide Spieler lieferten weiterhin absolute Weltklasse. Doets traf erneut stark auf das Bullseye und verkürzte den Rückstand wieder auf ein Leg. Doch Rock blieb stabil und stellte direkt wieder den Zwei-Legs-Vorsprung her.
Der Niederländer hielt dagegen und profitierte zusätzlich von einem kleinen Fehler Rocks. Der Nordire verfehlte die große Zahl für einen Versuch auf Tops, woraufhin Doets eiskalt ein 90er-Finish über Doppel 5 löschte.
Rock ließ sich davon allerdings nicht beeindrucken. Beim Stand von 7:6 bekam er nach einem Fehlwurf von Doets auf Tops erneut die Chance auf 78 Punkte Rest. Mit dem dritten Dart traf Rock Doppel 12 und durfte anschließend zum Matchgewinn ans Oche zurückkehren.
Eine siebte 180 im Finale stellte ihn auf 60 Restpunkte. Diese checkte Rock sicher mit zwei Darts zum 8:6-Endstand. Anschließend ließ der Nordire seiner Freude freien Lauf und feierte emotional seinen zweiten Titel auf der European Tour im insgesamt fünften Finale.
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