Damon Heta hat sich mit größter Mühe für die zweite Runde der
Flanders Darts Trophy 2026 qualifiziert. Der Australier führte gegen
Beau Greaves bereits mit 5:2 und schien einem vergleichsweise komfortablen Auftaktsieg entgegenzusteuern, ehe die Engländerin noch einmal zurückkam und einen Decider erzwang. Dort hatte Heta schließlich das bessere Ende für sich und setzte sich mit 6:5 durch.
Nach dem Match machte der Australier keinen Hehl daraus, wie sehr ihn das Duell gefordert hatte. Auf die Feststellung, dass er es sich offenbar nie leicht mache, reagierte Heta zunächst scherzhaft: „Nein, warum? Warum? Ich verstehe es nicht.“ Anschließend wurde er deutlich ernster: „Mann, ich war höllisch nervös. Zeitweise war ich wirklich nervös. Dann dachte ich: ‚Oh ja, jetzt habe ich alles unter Kontrolle.‘ Und plötzlich war das nicht mehr der Fall. Es gab einiges, das schlecht war, und einiges, das gut war.“
Heta rettet sich mit 102er-Finish über die Ziellinie
Als Greaves nach dem zwischenzeitlichen 2:5 immer näher herankam, wurde Heta bewusst, dass ihm tatsächlich noch ein Entscheidungsleg drohte. „Da dachte ich nur: ‚Oh nein, genau das brauche ich jetzt – ein 5:5 gegen Beau.‘“
Damon Heta musste gegen Beau Greaves trotz einer 5:2-Führung bis in den Decider kämpfen, ehe er den Sieg mit einem 102er-Checkout perfekt machte.
Genau dazu kam es. Im entscheidenden Leg gelang es Heta jedoch, den Widerstand seiner Gegnerin endgültig zu brechen. Mit einem 102er-Checkout machte der Australier seinen knappen Erfolg perfekt und sorgte damit für große Erleichterung. „Am Ende des Tages habe ich den Sieg geholt und dieses 102er-Finish am Ende irgendwie noch rausgepresst. Ehrlich gesagt bin ich darüber absolut begeistert.“
Für Heta war es ein Sieg, bei dem sich starke und schwächere Phasen abwechselten. Die zwischenzeitlich komfortable Führung brachte ihm keine dauerhafte Sicherheit – stattdessen musste er erleben, wie Greaves die Partie noch einmal vollständig öffnete und ihn bis zum letzten Leg forderte.
Bereits das sechste Duell mit Greaves in diesem Jahr
Dass Heta und Greaves einander gegenüberstanden, ist 2026 längst keine Seltenheit mehr. Das Aufeinandertreffen bei der
Flanders Darts Trophy war bereits das sechste Duell der beiden in diesem Jahr. Zuvor hatten sie sich fünfmal bei Players-Championship-Turnieren gegenübergestanden, nun kam das erste Duell auf der European Tour hinzu.
Heta nahm die ungewöhnliche Häufung mit Humor. „Mann, diese Auslosungen sind manipuliert, das sage ich dir. Ich treffe sie sehr häufig in den frühen Runden. Ich weiß nicht, was mit diesen Algorithmen los ist, aber irgendwie bringen sie uns ständig zusammen.“
Hinter dem Scherz verbarg sich allerdings großer Respekt vor seiner Gegnerin. Heta weiß genau, welche Gefahr von Greaves ausgeht. „Ich kenne natürlich die Klasse von Beau Greaves. Jeder kennt die Klasse von Beau Greaves. Wenn du hier oben auf der Bühne stehst, ist das noch einmal ein anderes Niveau.“
„Hol dir deine Chance und nutze sie“
Entscheidend war für Heta deshalb, den Fokus so weit wie möglich auf das eigene Spiel zu richten. Gerade während der Aufholjagd seiner Gegnerin versuchte der Australier, sich immer wieder an diesen Ansatz zu erinnern.
„Du musst einfach versuchen, bei deinem eigenen Spiel zu bleiben. Genau das habe ich mir immer wieder gesagt: ‚Bekomm deine Chance und nutze sie.‘“
In der Umsetzung funktionierte das zunächst allerdings nur bedingt. Heta bekam seine Möglichkeiten, den Sieg früher perfekt zu machen, ließ jedoch mehrere davon ungenutzt und ermöglichte Greaves damit die Rückkehr ins Match.
„Natürlich habe ich viele davon vergeben. Aber irgendwann habe ich am Ende die eine Chance genutzt, die wirklich gezählt hat.“
Genau darin lag letztlich der Unterschied. Nachdem Heta zuvor mehrere Möglichkeiten ausgelassen hatte, war er im entscheidenden Moment zur Stelle und brachte die Partie mit seinem 102er-Checkout doch noch über die Ziellinie. Entsprechend groß war anschließend seine Erleichterung: „Ich bin wirklich unglaublich zufrieden mit mir selbst, dass ich diesen Sieg geholt habe.“
Schnurrbart-Tipp sorgt zum Abschluss für Lacher
Nach all der Anspannung rund um das sportliche Geschehen endete das Interview schließlich mit einem deutlich lockereren Moment. Heta wurde auf einen Zuschauer angesprochen, der offenbar gerne einen ähnlich markanten Schnurrbart wie der Australier hätte. Gefragt nach seinem Rat, konnte sich Heta einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen.
„Er muss wahrscheinlich erst noch ein bisschen erwachsen werden“, scherzte Heta, ehe er seine fachmännische Empfehlung hinterherschob: „Lass ihn ein bisschen nach unten hängen, Kumpel. Ja, einfach hängen lassen. Dann wird das schon.“
Damit konnte Heta nach einem nervenaufreibenden Abend schließlich doch noch lachen. Gegen Greaves hatte er eine 5:2-Führung beinahe vollständig aus der Hand gegeben und selbst offen eingeräumt, wie nervös er zwischenzeitlich gewesen war. Entscheidend war für ihn jedoch, dass er trotz der vergebenen Möglichkeiten genau jene Chance nutzte, auf die es letztlich ankam. Mit dem 6:5-Erfolg steht der Australier in der zweiten Runde der Flanders Darts Trophy.