Die Samstagnachmittagssession der Poland Darts Open 2026 in Krakau hielt, was sie versprach. Acht Zweitrundenpartien standen auf dem Programm – und gleich zum Auftakt musste mit
Martin Schindler die deutsche Hoffnung die Bühne verlassen. Auch
Gary Anderson erwischte es überraschend deutlich, während mehrere Favoriten ihre Klasse unter Beweis stellten.
Insgesamt bot die Nachmittagsession bei den
Poland Darts Open hohes Niveau, starke Finishes und zwei klare Whitewash-Siege. Vor allem Wessel Nijman und Cameron Menzies setzten Ausrufezeichen, während Nathan Aspinall und
Ross Smith souverän weiterzogen.
Schindler und Anderson früh gestoppt – Nijman glänzt mit 103er Average
Martin Schindler eröffnete den Nachmittag gegen Boris Krcmar, fand jedoch nie zu seinem Rhythmus. Zwar setzte der Deutsche mit zwei 13-Dartern und einem Re-Break zum 3:3 ein Ausrufezeichen, doch irgendwas schien in seinem Spiel zu fehlen. Immer wieder landeten mehrere Scoring-Darts in der Single 5, was stark an seinen katastrophalen Auftritt beim ersten Players Championship Turnier des Jahres erinnert, wo "The Wall" nur 65 Punkte im Average spielte.
Vier Niederlage in vier Spielen für den Flying Scotsman gegen Wessel Nijman
Krcmar nutzte diese Leichtsinnsfehler konsequent. Der Kroate checkte insgesamt souverän und überzeugte mit einer Doppelquote von 66 Prozent. Am Ende setzte er sich mit 6:4 durch. Schindler blieb bei einem 86er Average hängen und schied damit früh aus.
Noch deutlicher verlief das Duell zwischen Gary Anderson und Wessel Nijman. Der Niederländer präsentierte sich in bestechender Form, erzielte einen Average von über 103 Punkten und dominierte das Scoring. Ein 124er-Finish zum 12-Dart-Break brachte ihn früh auf Kurs.
Anderson ließ mehrere Doppelchancen liegen, darunter neun Versuche in einem Leg. Nijman bestrafte diese Nachlässigkeiten eiskalt und gewann mit 6:2. Es war bereits sein vierter Sieg im vierten Duell gegen den „Flying Scotsman“.
Auch das rein niederländische Duell zwischen Danny Noppert und Jermaine Wattimena entwickelte sich zu einem echten Schlagabtausch. Beide spielten dauerhaft über 100 Punkte im Average. Mehrere Breaks in Serie sorgten für ständige Momentumswechsel. Noppert verpasste im zehnten Leg bereits einen Matchdart woraufhin sich Wattimena in den Decider rettete und dort seine erste Chance auf der Doppel 18 zum 6:5-Erfolg nutzen konnte.
Whitewashs für Menzies und Dobey
Deutlich einseitiger verlief die Partie zwischen James Wade und Cameron Menzies. Der Schotte startete mit einem Break und dominierte von Beginn an. Wade bekam im gesamten Match nur vier Darts auf die Doppel und konnte keinen davon nutzen. Menzies hingegen verwandelte 50 Prozent seiner Checkdarts sowie ein 120er-Shanghai-Finish zum 5:0. Mit einem klaren 6:0 zog Menzies in die dritte Runde ein.
Für ein weiteres klares Ergebnis sorgte
Chris Dobey. Der ehemalige Masters-Champion ließ Connor Scutt beim 6:0 keine Chance. Dobey überzeugte mit starken Finishes von 108 und 116 Punkten und einer Checkoutquote von 66 Prozent.
Nathan Aspinall musste gegen Darryl Pilgrim deutlich mehr investieren. Pilgrim spielte einen Average von über 101 Punkten und hielt die Partie lange offen. Doch Aspinall war seinem Landsmann in den entscheidenden Momenten immer einen Schritt voraus und trotz dreier verpasster Matchdarts brachte „The Asp“ den 6:3-Erfolg sicher ins Ziel.
Smith souverän, Reyes mit starkem Schlusspunkt
Ross Smith präsentierte sich gegen Daryl Gurney in bestechender Form. Mit einem 11-Darter startete „Smudger“ furios und legte direkt mit dem Break nach. Ab dann war er nicht mehr zu stoppen: Fünf geworfene 180er und ein Average von über 102 Punkten sprechen eine klare Sprache.
Den Schlusspunkt der Session setzte Cristo Reyes. Der Spanier zeigte gegen Ryan Searle eine abgeklärte Leistung. Ein 123er-Bullfinish im ersten Leg und ein 121er-Checkout zum späteren Break ebneten den Weg. Searle vergab mehrere Doppel-Chancen, sogar auf seine Lieblingsdoppel 20, und Reyes blieb konsequent. Mit einem 13-Darter auf der Doppel 14 machte er den 6:2-Erfolg perfekt. Damit steht der Spanier erstmals seit 2018 wieder in der dritten Runde eines European-Tour-Events.
Die Nachmittagssession in Krakau bot eine Mischung aus klaren Favoritensiegen und überraschenden Ergebnissen. Während Schindler und Anderson früh ausschieden, nehmen Spieler wie Nijman, Menzies oder Wattimena viel Selbstvertrauen mit in die dritte Runde.