„Ich bin ständig unterwegs. Ich lebe aus dem Koffer. Meine Eltern denken sich vielleicht: Wer bist du eigentlich noch? Ich bin nie zu Hause.“ – Ricky Evans über das hektische Leben als Dartprofi
PDC
Ricky Evans ist seit fast fünfzehn Jahren auf der PDC-Tour unterwegs. Trotz des Ausbleibens eines Turniersiegs hat sich der 35-jährige Engländer zu einer respektierten Größe auf der Pro Tour entwickelt. Auch bei den Fans ist Evans sehr beliebt, vor allem wegen seiner spektakulären Walk-ons.
Evans ist nämlich nie um einen Scherz verlegen und erschien in den vergangenen Jahren bei der Darts-WM regelmäßig als Weihnachtsmann verkleidet auf der Bühne. Das Publikum im Alexandra Palace liebte es, und „Rapid Ricky“ wurde zur Kultfigur.
Leben aus dem Koffer
Hinter dem Humor steckt jedoch auch eine ernstere Seite. Evans sprach offen über die harte Realität des Tourlebens, besonders für Spieler außerhalb der absoluten Spitze. „Ich spiele eigentlich mehr Darts als die meisten Spieler“, erklärte er. „Lokale Ligen, Pro Tour, alles zusammen. Aber ich bin am Ende.“
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Damit meint er nicht nur die körperliche Ermüdung. „Ich bin ständig unterwegs. Ich lebe aus dem Koffer. Meine Eltern denken sich vielleicht: Wer bist du eigentlich noch? Ich bin nie zu Hause.“
Für Spieler außerhalb der Weltspitze ist diese Belastung besonders groß. „Ich kann mir nicht vorstellen, wie Jungs wie Luke Humphries oder Gerwyn Price das machen, zumal sie auch noch andere Verpflichtungen haben.“
Kein Spielraum zum Auslassen
Während Topspieler sich mitunter bewusst Pausen gönnen, hat Evans diesen Luxus nicht. Der Druck, Punkte zu sammeln und sich für große Turniere zu qualifizieren, zwingt ihn dazu, weiterzuspielen. „Wenn ich in ihrer Position wäre, würde ich vielleicht auch mal ein Turnier auslassen“, gab er zu. „Aber das kann ich nicht. Ich muss weiterspielen.“
Seine Ziele sind klar: Qualifikationen für große Bühnen wie die WM im Alexandra Palace und womöglich noch ein gutes Abschneiden bei weiteren Majors. „Ich habe in dreizehn Jahren noch nie ein Turnier ausgelassen“, sagte er. „Vielleicht sagt das auch etwas — denn ich habe noch nie eins gewonnen.“
Dennoch bleibt er zuversichtlich. „In meinem Kopf denke ich immer: Wenn ich ein Turnier auslasse, ist es vielleicht genau das Turnier, das ich gewonnen hätte. So tickt mein Gehirn.“

Ricky Evans ist aktuell die Nummer 45 der Welt
Liebe zum Sport bleibt ausschlaggebend
Trotz aller Müdigkeit, Zweifel und Frustration bleibt eines konstant: seine Liebe zum Darts. „Ich liebe diesen Sport einfach“, so Evans. „Das ist der Grund, warum ich hier bin.“
Und als er hörte, dass er nach Absagen anderer Spieler doch noch am Turnier in Wieze am vergangenen Wochenende teilnehmen durfte, war die Entscheidung schnell gefallen. „Mein Manager sagte: Du bist drin. Flug gebucht, fertig. Es ist eine freie Chance, also warum nicht?“
Evans erreichte schließlich die zweite Runde der Belgian Darts Open, in der er mit 5:6 gegen Ryan Searle verlor.
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Oliver RiedRedakteur
Oliver Ried ist seit Ende 2024 Redakteur bei Dartsnews.de. Er berichtet dort über den professionellen Dartsport und erstellt regelmäßig Liveblogs zu den wichtigsten Turnieren und Ereignissen, darunter die PDC World Darts Championship, die Premier League Darts und das World Matchplay. Ergänzend veröffentlicht er Berichte, Einordnungen und Hintergrundtexte zum Geschehen auf der PDC-Tour. Seit Anfang 2025 schreibt er zudem für Radsportaktuell.de über den professionellen Radsport.
Oliver ist in Würzburg stationiert. Neben seiner redaktionellen Arbeit ist er selbst aktiver Dartspieler und bringt dadurch zusätzliche Praxisnähe in seine Berichterstattung ein. Er studiert Grundschullehramt und legt bei seinen Artikeln Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und verlässliche Informationen. Inhalte aktualisiert er, sobald neue, gesicherte Details vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026







