"Meine Tochter ist jetzt 21, ich habe 17 ihrer Geburtstage verpasst" - George Noble spricht über seinen PDC-Abschied
PDC
George Noble, eine der bekanntesten Stimmen des Dartsports, wird seine Karriere als Schiedsrichter nach der Weltmeisterschaft 2026 beenden. Der Engländer, liebevoll „The Puppy“ genannt, bestätigte seine Entscheidung nun offiziell im Rahmen eines Interviews mit der MODUS Super Series, bei der er aktuell als Geschäftsführer tätig ist. Bereits im Frühjahr hatte er die Neuigkeit informell im belgischen Fernsehen angedeutet.
Abschied nach drei Jahrzehnten
„Es spielen mehrere Faktoren eine Rolle“, erklärt Noble. „Ich bin seit 31 Jahren als TV-Schiedsrichter im Einsatz. Ich liebe es immer noch, aber es gibt auch andere Dinge im Leben.“ Seine Familie stehe mittlerweile im Vordergrund. „Meine Tochter ist inzwischen 21 – ich habe 17 ihrer Geburtstage verpasst. Jetzt habe ich Enkelkinder und will diese Momente nicht auch noch versäumen.“ Der ständige Reisestress, das Leben aus dem Koffer, Hotelzimmer und Flugtermine – all das habe seinen Tribut gefordert.
Sein Rückzug bedeutet jedoch keinen vollständigen Abschied vom Dartsport: „Ich werde nicht ganz aufhören, aber nicht mehr als Schiedsrichter tätig sein. Ich möchte mich zu meinen Bedingungen verabschieden, nicht, weil mir jemand sagt, dass es Zeit ist.“
Vom Jugendspieler zum Kultschiedsrichter
Noble begann seine Dartkarriere als aktiver Spieler bei Jugendturnieren. Als er die Altersgrenze überschritt, ermutigte ihn Roger Nixon – eine zentrale Figur der Londoner Dartszene – zum Wechsel an die andere Seite des Oche. Der Rest ist Geschichte.
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Unvergessen sind die großen Momente, bei denen Noble selbst Teil der Show war – besonders die legendäre Nacht, in der Phil Taylor zwei 9-Darter in einem Premier-League-Match warf: „Das war magisch“, erinnert sich Noble. Auch das Rekordspiel zwischen Taylor und Adrian Lewis beim Grand Slam zählt für ihn zu den emotionalsten Augenblicken.
Freundschaften fürs Leben
Mit Russ Bray verbindet Noble mehr als nur die Karriere: „Ich kenne Russ, seit ich acht war. Er war 17 oder 18, und wir spielten in derselben Gegend.“ Dass beide später gemeinsam auf der großen Bühne als Schiedsrichter standen, erfüllt Noble mit Stolz. Die sozialen Kontakte innerhalb des Sports werde er besonders vermissen.

„Acht Monate im Jahr unterwegs“
Einen weiteren Höhepunkt seiner Laufbahn sieht Noble in den Reisen rund um die Welt: „Las Vegas, New York, Dubai, China, Australien… und dafür auch noch bezahlt zu werden – fantastisch.“ Ein Jahr lang war er bei jeder Station der European Tour dabei. „Donnerstag hin, Freitag bis Sonntag arbeiten, Montag zurück – dann zwei Tage zu Hause, weiter zum nächsten Event. Acht Monate war ich kaum daheim.“
Seine Frau habe diesen Lebensstil mitgetragen, aber mit einem Augenzwinkern fügt Noble hinzu: „Wäre es andersherum gewesen, wären wir vielleicht nicht mehr verheiratet.“
Ein gelassener Abschied
Trotz all der Erlebnisse und Erfolge blickt Noble dem Ruhestand mit Freude entgegen. „Ich freue mich auf ein normaleres Leben. Ich bin dankbar für alles, was ich erleben durfte. Es fühlt sich an, als wäre jetzt der richtige Moment.“
Zuvor stehen jedoch noch einige große Events auf dem Plan: die World Series in New York, das World Matchplay in Blackpool, die Players Championship Finals in Minehead und natürlich der Abschluss im Alexandra Palace bei der Darts-WM. „Wie ich mich dann fühle, weiß ich noch nicht – das wird sich zeigen.“
Ratschlag für die nächste Generation
Zum Abschluss richtet sich Noble an die Nachwuchsschiedsrichter: „Es geht nicht um euch – es geht um die Spieler. Wenn niemand merkt, wer das Match geleitet hat, dann habt ihr einen guten Job gemacht.“ Ein Satz, der seine Karriere perfekt zusammenfasst: professionell, bescheiden und immer im Dienst des Spiels.
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026







