„Nach einem Monat dachte ich: Das sind alles Idioten“ – Josh Rock über Respekt, Realität und seinen Weg nach oben

PDC
Mittwoch, 08 April 2026 um 15:25
Josh Rock (1)
Josh Rock blickt heute mit einem Lächeln auf seine ersten Schritte im Profi-Darts zurück. Was zunächst von Ehrfurcht geprägt war, wandelte sich überraschend schnell in Selbstvertrauen – und eine gute Portion Humor. „Nach einem Monat dachte ich: Das sind alles Idioten“, scherzte der Nordire über seine Anfangszeit auf der Tour.
Als Rock erstmals den Players Room betrat, traute er seinen Augen kaum. Plötzlich stand er Seite an Seite mit Spielern, die er zuvor nur aus dem Fernsehen kannte – darunter sein großes Idol Gary Anderson. Für den jungen Nordiren ein Moment, der ihn tief beeindruckte.

Vom staunenden Talent zum selbstbewussten Profi

In kürzester Zeit etablierte sich Rock in der Weltspitze. Titelgewinne, darunter beim World Cup of Darts, sowie mehrere Halbfinal-Teilnahmen bei Major-Turnieren unterstreichen seine Entwicklung – und das alles noch vor seinem 25. Geburtstag.
Rock klatscht bei seinem Walk-on in Richtung Publikum.
Rock ist inzwischen auf Platz 9 der PDC Order of Merit aufgestiegen.
Im Talking Bollox Podcast schilderte Rock die besondere Atmosphäre seiner ersten Tage als Profi: „Es ist großartig, aber auch seltsam. Man hört immer: Triff deine Helden nicht. Aber bei ihm war es anders. Es hat sofort gepasst.“ Gemeint ist Anderson, der Rock bis heute scherzhaft „seinen Jungen“ nennt – eine Geste, die der Nordire sehr schätzt.
Besonders eindrücklich bleibt für Rock der Moment, als er erstmals mit Tour Card den Players Room betrat: „Ich sah Michael van Gerwen und Gary – mein ganzer Körper hat gezittert. Ich dachte: Das ist unglaublich. Dabei war ich selbst schon Profi.“
Doch diese anfängliche Ehrfurcht wich schnell einer neuen Haltung. Rock fand zu seinem eigenen Selbstverständnis auf der Tour – mit wachsendem Selbstvertrauen und einer klaren Meinung über seine Konkurrenz.
Auch spielerisch erkennt er Parallelen zu seinem Idol Anderson. Vor allem im Scoring sieht Rock Ähnlichkeiten: „Er wurde Weltmeister, weil er konstant hohe Scores spielte, auch wenn die Doppel nicht immer perfekt waren. Er hat sich immer wieder Chancen erarbeitet – genau das versuche ich auch.“

Realismus statt Höhenflug im Titelrennen

Trotz seines rasanten Aufstiegs bleibt Rock realistisch. Sein großes Ziel, eines Tages die Nummer eins der Welt zu werden, behält er im Blick – doch er kennt die Herausforderungen. Besonders der Aufstieg von Luke Littler zeigt, wie hart die Konkurrenz geworden ist.
„Es ist möglich, aber es wird Zeit brauchen. Er ist aktuell weit voraus. Selbst wenn ich dieses Jahr alles gewinne, komme ich nicht an ihn heran“, erklärt Rock nüchtern.
Langfristig sieht er dennoch Chancen. Steigende Preisgelder könnten helfen, den Abstand zur Spitze zu verkleinern. Für Rock ist klar: Konstanz, harte Arbeit und der richtige Moment werden entscheidend sein.
Dabei denkt er in großen Zeiträumen. Vorbilder wie Peter Wright und Raymond van Barneveld zeigen ihm, wie lang eine Karriere im Darts sein kann. „Ich habe noch 25 bis 30 Jahre vor mir. Es gibt keine Altersgrenze – das ist das Schöne an diesem Sport.“
Bemerkenswert ist, was Rock persönlich am meisten bedeutet. Es sind nicht große Werbetafeln oder öffentliche Aufmerksamkeit, sondern ein kleines Detail mit großer emotionaler Wirkung: Sammelkarten.
„Früher warst du glücklich, wenn du eine besondere Karte hattest. Und jetzt sehe ich meine eigene Unterschrift darauf. Das ist verrückt“, sagt Rock. Für ihn sind diese Karten ein Symbol dafür, wie weit er gekommen ist – und gleichzeitig eine Erinnerung an seine Anfänge.
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