„Premier League Darts in Antwerpen? Fast 23.000 Fans – das wird ein beispielloses Jahr“ – Emma Paton fiebert der neuen Saison entgegen

PDC
durch Nic Gayer
Mittwoch, 28 Januar 2026 um 10:00
Emma Paton
Mit der Vorstellung des neuen Blade-X-Dartboards hat die PDC den nächsten großen Schritt in Richtung Zukunft gemacht. Ab sofort kommt das Board bei allen TV-Turnieren zum Einsatz. Beim Event vor Ort war auch Emma Paton, Moderatorin bei Sky Sports, die den Moment zugleich als Auftakt in eine neue Saison einordnet.
Für Paton fühlt sich die Präsentation wie ein offizieller Startschuss für das Dartsjahr 2026 an. „Es ist eigentlich alles auf einmal“, sagt sie im Interview mit Online Darts sichtlich begeistert. „Die neue Partnerschaft, eine Vertragsverlängerung um zehn Jahre, die Einführung des Blade X und die Auslosung für das erste Major des Jahres. Es fühlt sich an, als ginge es jetzt richtig los.“

„Wie sind wir so schnell hier gelandet?“

Als Winmau-Botschafterin ist Paton eng in die Einführung des neuen Dartboards eingebunden. „Ich kann es kaum erwarten, bis es bei mir zu Hause ankommt“, sagt sie lachend. Doch vor allem spürt sie, wie schnell der Kalender wieder Fahrt aufnimmt. „Das Dartsjahr hat plötzlich schon wieder begonnen. Es fühlt sich an, als hätten wir uns gestern erst im Ally Pally verabschiedet – und jetzt steht das Winmau World Masters schon wieder vor der Tür.“
Das Gesicht der Darts-Übertragungen auf Sky Sports: Emma Paton
Das Gesicht der Darts-Übertragungen auf Sky Sports: Emma Paton
Das Winmau World Masters, das heute mit dem Qualifikationsturnier startet, gilt traditionell als erster Gradmesser der neuen Saison. Mit der Qualifikation am Mittwoch und dem Hauptturnier ab Donnerstag wissen einige Spieler bei der Auslosung noch nicht einmal, wer ihr Gegner sein wird. Und kaum ist dieses Kapitel aufgeschlagen, folgt bereits in der kommenden Woche die Premier League Darts. „Wie sind wir so schnell hier gelandet?“, fragt Paton mit einem Lächeln.

Die WM mit 128 Spielern: mehr Geschichten denn je

Mit etwas Abstand blickt Paton sehr positiv auf die vergangene Weltmeisterschaft zurück, die erstmals mit 128 Teilnehmern ausgetragen wurde. „Niemand wusste wirklich, was uns erwartet“, sagt sie. „Mehr Spieler, mehr Tage, ein längerer Vorlauf bis Weihnachten. Aber ehrlich gesagt: Es hat sogar noch mehr Geschichten hervorgebracht als je zuvor.“
Gerade die erste Runde habe dem Turnier eine neue Dynamik verliehen. „Plötzlich sprach jeder über David Munyua, Motomu Sakai oder Nitin Kumar. Spieler, die viele Dartsfans vorher kaum kannten, die aber auf einmal alle in ihren Bann gezogen haben.“
Aus Patons Sicht gab das der WM eine zusätzliche Dimension. „Es fühlte sich an, als hätte das Turnier eine neue Kurve genommen. Mehr internationale Geschichten, mehr Charaktere, mehr Überraschungen. Erst nach Weihnachten wurde es dann wieder ernster – so wie immer.“
Am Ende blieben zwei junge Superstars übrig, mit Luke Littler als überzeugendem Weltmeister. „Es war schade, dass das Finale einseitig war“, räumt Paton ein. „Aber das Gesamtbild des Dartsports zeigt nur noch deutlicher in Richtung Zukunft.“

Luke Littler – größer als Darts allein

Der Name Luke Littler fällt bei Paton immer wieder – und das aus gutem Grund. Für sie ist das, was der junge Engländer leistet, selbst im größeren sportlichen Kontext außergewöhnlich. „Das ist eine der größten Sportgeschichten, die wir im Vereinigten Königreich gesehen haben“, sagt sie ohne Zögern. „Und wir sprechen hier nicht nur über Darts.“
Diese Wirkung erlebt sie täglich in ihrem Arbeitsalltag. „Menschen, die sonst kaum Darts verfolgen, sprechen mich darauf an. Sie sagen: Das ist beispiellos. Und sie haben recht. Wenn man sieht, was er in einem Jahr gewonnen hat, dann ist er einer der dominantesten Athleten im gesamten Sport.“
Paton erinnert sich an ihren Abschied aus dem Alexandra Palace Anfang Januar. „Zwei Jahre zuvor erlebten wir seinen märchenhaften Lauf ins Finale, ohne zu wissen, was danach kommen würde. Heute sehen wir: Das war der Anfang von etwas ganz Großem.“
Gleichzeitig mahnt sie zur Vorsicht. „Viele denken schon, er wird wieder alles gewinnen. Aber das Winmau Masters steht noch aus. Und es gibt genug Spieler, die dort ein Wort mitreden wollen.“

Wenn Darts andere Sportarten erreicht

Besonders auffällig ist für Paton, wie stark Darts inzwischen in andere Sportarten hineinwirkt. „Bei Fußballklubs hängen plötzlich Dartboards auf den Trainingsgeländen“, berichtet sie. „Das englische Nationalteam nimmt sogar eines mit auf Reisen.“
Auch in anderen Sportsendungen ist Darts längst Thema. „Ich komme ins Studio, und die erste Frage lautet: Wann beginnt die Premier League Darts wieder? Was hat Littler diese Woche gemacht? Das Gespräch dreht sich schon lange nicht mehr nur um Fußball.“
Für Paton ist das ein klares Zeichen des Wachstums. „Darts ist überall. In jeder Sportart, über die ich berichte, kommt es zur Sprache.“

Auf dem Weg zu einer goldenen Generation?

Der Vergleich mit dem Tennis liegt für sie nahe. So wie Federer, Nadal, Djokovic und Murray eine Ära prägten, könnte Darts vor einer ähnlichen Phase stehen. „Im vergangenen Jahr fühlte es sich an, als würden vor allem die beiden Lukes – Littler und Humphries – herausragen“, sagt Paton.
Inzwischen drängen weitere Namen nach. Gian van Veen machte mit seinem Europameistertitel und einem starken WM-Auftritt auf sich aufmerksam. Michael van Gerwen zeigt wieder mehr Schärfe. „Man sieht, dass er sich gut fühlt – mental wie körperlich“, sagt Paton.
„Wenn mehrere Spieler sich konstant gegenseitig fordern, profitiert der Sport davon. Nicht immer dieselbe Geschichte, nicht immer derselbe Sieger.“

Frauen-Darts mit starkem Momentum

Auch der Frauenbereich entwickelt sich spürbar weiter. Die WM mit fünf Teilnehmerinnen bezeichnet Paton als echten Durchbruch. Besonders Beau Greaves hinterließ Eindruck, trotz ihrer knappen Niederlage gegen Daryl Gurney. „Dieses eine 144er-Finish hat alles verändert“, sagt Paton. „Statistisch war Beau sogar besser.“
Sie erwartet, dass viele Profis sie künftig lieber meiden werden. „Gary Anderson und Nathan Aspinall haben es schon gesagt: Sie wird gefürchtet sein.“
Dazu kommen die Rückkehr von Fallon Sherrock nach gesundheitlichen Problemen, die konstanten Leistungen von Lisa Ashton und der Auftritt von Gemma Hayter. „Das ist wirklich ein sehr guter Moment für die Frauen im Darts.“

Bereit für 17 Wochen Premier League

Mit Blick auf die anstehende Premier League Darts stellt sich Paton auf siebzehn intensive Wochen ein. „Ich liebe das“, sagt sie. „Neue Städte, neue Hallen, jede Woche ein anderes Umfeld.“
Besonders Antwerpen hebt sie hervor. „Fast 23.000 Zuschauer, nahezu ausverkauft. Das sagt alles.“
Ihr Fazit fällt eindeutig aus: „Das wird wieder ein beispielloses Jahr. Ich bin mehr als bereit dafür.“
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