Nach der intensiven
Darts WM 2026 im Alexandra Palace bleibt der Weltelite kaum Zeit zum Durchatmen. Der Blick richtet sich unmittelbar
auf das nächste Major: das
Winmau World Masters, traditionell der erste große Gradmesser des neuen Darts-Jahres. Doch nicht alle spielberechtigten Profis treten den Weg nach Milton Keynes an – einige prominente Namen fehlen bewusst.
Zwischen sportlichem Risiko und wirtschaftlicher Vernunft
In der vergangenen Woche wurde bestätigt,
dass Raymond van Barneveld nicht an der Qualifikation für die Winmau World Masters teilnimmt. Der fünffache Weltmeister traf eine nüchterne, wirtschaftlich begründete Entscheidung. Zeitgleich erhielt „Barney“ eine Einladung des niederländischen Fußballklubs FC Twente zu mehreren Exhibitions.
Gegenüber der Tageszeitung Tubantia erklärte van Barneveld offen seine Abwägung: „Dann rechnest du nach: zwei Tage bei FC Twente, wo ich gutes Geld verdienen kann, oder absolut nichts, wenn du die Vorrunde nicht überstehst. Ich habe mich für Ersteres entschieden“,
so der 58-Jährige. Da in den Vorrunden nur wenige Spieler den Sprung ins Hauptturnier schaffen, erscheint der Schritt aus seiner Sicht folgerichtig.
Van Barneveld, der seinen Turnierkalender im Spätherbst seiner Karriere zunehmend selektiv plant, verzichtet damit erneut zugunsten kommerzieller Verpflichtungen auf ein sportliches Großereignis. Sein Fehlen bedeutet zugleich, dass eine der größten Ikonen des niederländischen Darts auf der großen Bühne nicht zu sehen sein wird.
Weitere Absagen – zwei Deutsche fehlen im Aufgebot
Am Dienstag kam ein weiterer überraschender Rückzug hinzu.
Jurjen van der Velde, frischgebackener Inhaber einer PDC Tour Card, reist ebenfalls nicht zur Qualifikation nach England. Offizielle Gründe nannte der 23-Jährige bislang nicht.
Der Verzicht ist bemerkenswert, da van der Velde zuletzt sportlich auf sich aufmerksam machte. Bei der vergangenen Weltmeisterschaft feierte er sein Debüt auf der großen Bühne und gewann das Publikum bereits beim Walk-on,
als er mit Insektenspray auf die Bühne kam – eine augenzwinkernde Anspielung auf die legendäre „Ally-Pally-Wespe“. Sportlich endete sein WM-Auftritt zwar mit einer 1:3-Niederlage in Runde eins gegen Danny Noppert, dennoch deutete er sein Potenzial an. Vor zwei Wochen sicherte er sich erstmals eine PDC Tour Card und wäre damit automatisch für die World-Masters-Qualifikation startberechtigt gewesen.
Aus deutscher Sicht fallen insbesondere zwei Absagen ins Gewicht.
Maximilian Czerwinski, der sich im zweiten Jahr seiner PDC Tour Card befindet, verzichtet ebenfalls auf einen Start. Auch der frischgebackene PDC-Profi Matthias Ehlers wird am heutigen Mittwoch nicht an der Qualifikation teilnehmen. Der Deutsche hatte sich erst bei der vergangenen Q-School das „goldene Ticket“ für die PDC Pro Tour gesichert und steht vor seiner ersten vollen Profi-Saison. Der Verzicht auf die Qualifikation bedeutet nun, dass Ehlers den Auftakt in sein erstes Jahr als Tour-Card-Inhaber verpasst.
Neben Czerwinski und Ehlers fehlen auch Mickey Mansell und
Ryan Meikle. Ebenso treten die Neulinge Filip Bereza und Adam Leek nicht an.
Viele eingeladene Spieler sagen ebenfalls ab
Auffällig ist zudem, dass zahlreiche eingeladene Spieler der Affiliate Tours ihre Teilnahme ausgeschlagen haben. Von der Women’s Series verzichten unter anderem Noa-Lynn van Leuven, Gemma Hayter, Robyn Byrne, Rhian O’Sullivan und Lorraine Winstanley. Auch aus anderen Touren bleibt prominente Verstärkung aus, darunter Leonard Gates, Stowe Buntz und Adam Sevada von der CDC sowie Marko Kantele, Johan Engström und weitere Spieler der großen Nebentouren.