„Schreibt mich noch nicht ab, ich spüre, dass mein bestes Niveau nicht weit entfernt ist“ – Dave Chisnall sendet klare Botschaft an seine Kritiker
PDC
Dave Chisnall hat erneut eine Woche erlebt, die sinnbildlich für seine aktuelle Situation steht: vielversprechende Ansätze, aber auch Rückschläge. In seiner Kolumne blickt der Engländer offen auf seinen Auftritt bei den Belgian Darts Open zurück, spricht über seine Form und richtet den Blick nach vorn auf eine intensive Phase auf der Pro Tour.
Der Routinier analysiert seine Leistungen mit bemerkenswerter Ehrlichkeit. Er erkennt Fortschritte in seinem Spiel, verschweigt aber auch nicht die Probleme, die ihn derzeit begleiten. Vor allem die fehlende Konstanz bleibt ein zentrales Thema – und genau daran will Chisnall in den kommenden Wochen arbeiten.
Wechselbad der Gefühle in Belgien
Der Start in Belgien verlief aus Chisnalls Sicht vielversprechend. Gegen Thibault Tricole zeigte er eine konzentrierte Leistung und setzte sich souverän mit 6:2 durch. Es war ein Auftritt, der verdeutlichte, welches Niveau der Engländer nach wie vor abrufen kann.

Dave Chisnall erreichte vergangene Woche die zweite Runde bei den Belgian Darts Open
„Das war ein solides Match“, erklärte Chisnall im Anschluss. „Ich habe mich am Oche wohlgefühlt, und es lief einfach.“ Genau solche Spiele sieht er als Schlüssel, um wieder Vertrauen in das eigene Spiel zu gewinnen.
Interessant: Tricole scheint für Chisnall eine besondere Rolle einzunehmen. Bereits früher in der Saison leitete ein Sieg über den Franzosen eine starke Serie ein. Auch diesmal hoffte der Engländer, dass dieser Erfolg als Startpunkt dienen könnte.
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Doch die Euphorie hielt nicht lange an. Bereits am nächsten Tag folgte die Ernüchterung. Gegen Chris Dobey blieb Chisnall deutlich unter seinen Möglichkeiten und musste sich geschlagen geben. „Das war einfach nicht gut genug“, gab er offen zu. „Mein Average hat nicht gepasst, und gegen einen Spieler wie Chris wirst du dafür sofort bestraft.“
Diese Niederlage traf ihn spürbar. Gerade weil er das Gefühl hatte, sich auf einem guten Weg zu befinden, wog der Rückschlag umso schwerer. Der direkte Vergleich zwischen beiden Tagen zeigt das Kernproblem: Chisnall erreicht weiterhin ein hohes Niveau – aber eben nicht konstant.
Viel Zeit zum Grübeln bleibt ihm allerdings nicht. Der Kalender im Darts ist eng getaktet, und die nächsten Aufgaben stehen bereits vor der Tür. In Leicester warten mehrere Players Championship-Turniere – eine Bühne, auf der Chisnall in der Vergangenheit zahlreiche Erfolge gefeiert hat.
Mit Blick auf diese Turniere zeigt er sich kämpferisch: „Mein Spiel ist nah dran. Ich habe das Gefühl, dass ich kurz davor bin, wieder ein Turnier zu gewinnen. Es muss einfach passieren.“
Zwischen Show und Wettkampf: Station in Norwich
Bevor es nach Leicester geht, steht für Chisnall jedoch ein anderer Termin im Kalender. In Norwich nimmt er an zwei Exhibition-Abenden teil – Veranstaltungen, die seit Jahren fester Bestandteil des Darts-Kalenders sind.
Für die Spieler bedeuten diese Events eine willkommene Abwechslung. „Das sind immer tolle Abende“, sagt Chisnall. „Die Fans sorgen für eine großartige Atmosphäre, und es macht Spaß, Darts einmal etwas lockerer zu spielen.“
Ganz ohne sportlichen Nutzen sind diese Auftritte jedoch nicht. In einem dicht gedrängten Spielplan können Exhibitions helfen, im Rhythmus zu bleiben. Genau das ist für Chisnall aktuell entscheidend. Jede Gelegenheit, Matchpraxis zu sammeln, kommt ihm gelegen.
Nach Norwich beginnt dann eine intensive Phase. Leicester steht an, danach folgt unter anderem der German Darts Grand Prix. Viele Spiele in kurzer Zeit – eine Herausforderung, die sowohl körperlich als auch mental alles abverlangt.
Mit Respekt blickt Chisnall dabei auch auf seine Kollegen in der Premier League. Während er selbst bereits ein volles Programm absolviert, reisen diese Woche für Woche quer durch Europa und spielen vor tausenden Fans.
„Es sieht großartig aus, aber es ist extrem anstrengend“, erklärt er. „Reisen, Medien, Verpflichtungen – das darf man nicht unterschätzen.“ Seine Worte zeigen: Hinter der glamourösen Fassade steckt harte Arbeit.
Kritik, Selbstreflexion und klare Haltung
Trotz seiner Erfolge in der Vergangenheit steht Chisnall immer wieder in der Kritik. Vor allem in sozialen Medien wird häufig angemerkt, dass er nicht mehr an frühere Leistungen heranreiche.
Der Engländer begegnet diesen Stimmen mit bemerkenswerter Offenheit. „Vielleicht haben sie recht“, sagt er. „Ich bin aktuell nicht auf dem Niveau von früher. Aber das gehört zum Sport dazu.“
Für ihn sind Leistungsschwankungen ein natürlicher Bestandteil einer langen Karriere. Auch andere große Namen mussten solche Phasen durchlaufen. Chisnall verweist auf Beispiele aus der Darts-Geschichte, um seine Sichtweise zu unterstreichen.
Er ist überzeugt: Erfolg hängt nicht allein vom Alter ab. Erfahrung, mentale Stärke und Spielverständnis bleiben entscheidende Faktoren – gerade in engen Matches.
Erfahrung gegen Jugend: Ein Duell der Generationen
Der moderne Dartsport erlebt derzeit einen starken Zustrom junger Talente. Viele von ihnen spielen konstant hohe Averages und bringen frischen Wind auf die Tour. Chisnall erkennt diese Entwicklung klar an.
„Da kommt unglaublich viel Qualität nach“, sagt er. Gleichzeitig warnt er davor, die erfahrenen Spieler abzuschreiben. „Wir wissen immer noch, wie man Turniere gewinnt.“
Seiner Meinung nach kann gerade in entscheidenden Momenten die Routine den Ausschlag geben. Während junge Spieler gelegentlich Schwankungen zeigen, profitieren Routiniers von ihrer Erfahrung in Drucksituationen.
Diese Mischung aus Respekt vor der neuen Generation und Vertrauen in die eigene Stärke prägt Chisnalls Haltung. Er sieht sich nicht als Auslaufmodell – sondern als Teil eines spannenden Wettbewerbs zwischen Erfahrung und Talent.
Fokus nach vorn: Angriff auf die nächsten Titel
Mit einem vollen Terminkalender und wachsendem Selbstvertrauen richtet Chisnall den Blick klar nach vorn. Die kommenden Wochen bieten zahlreiche Chancen, wieder in die Erfolgsspur zu finden.
Sein Ziel ist eindeutig: Konstanz entwickeln, Sicherheit gewinnen und erneut um Titel kämpfen. Die Grundlage dafür sieht er bereits in seinem Spiel – jetzt geht es darum, diese Leistung regelmäßig abzurufen.
Seine Botschaft ist unmissverständlich: „Schreibt mich noch nicht ab. Es ist noch genug im Tank.“
Für Chisnall beginnt damit eine entscheidende Phase. Sollte es ihm gelingen, sein Potenzial konstant auf die Bühne zu bringen, dürfte er schon bald wieder ganz vorne mitspielen.
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In Norwich for a a couple of days - should be some good fun at Carrow Road. At least my shirt matches lol. Read my new @KwiffOfficial diary here 🎯 #Ad
— Dave Chisnall (@ChizzyChisnall) March 27, 2026
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Theo StodiekRedakteur
Theo ist seit 2025 Teil der Redaktion von Dartsnews.de und berichtet dort über den professionellen Dartsport. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Erstellung von Liveblogs zu großen Turnieren und wichtigen Ereignissen, darunter die European Tour und die PDC World Darts Championship (WM). Dabei begleitet er das Geschehen in Echtzeit und ordnet Ergebnisse, Spielverläufe und Entwicklungen fortlaufend ein. Darüber hinaus schreibt er aktuelle Berichte und Hintergrundtexte rund um die internationale Darts-Szene.
Seine journalistische Laufbahn begann Theo als Praktikant und später als Werkstudent beim Online-Gaming-Magazin EarlyGame. Aktuell studiert er Ressortjournalismus an einer Hochschule. Theo arbeitet aus München und ist in seiner redaktionellen Arbeit eng mit Nicolas Gayer und Oliver Ried vernetzt. In seiner Berichterstattung legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und die zeitnahe Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026









