„Wir hätten die EU einfach nicht verlassen sollen“ – Chris Dobey kritisiert Reiseprobleme nach Sieg über Dave Chisnall
PDC
Chris Dobey hat sich bei den Belgian Darts Open 2026 zwar für die nächste Runde qualifiziert, überzeugend verlief sein Auftritt jedoch nicht. Nach dem Match äußerte sich der Engländer auffallend kritisch – sowohl zu seiner eigenen Leistung als auch zu den Rahmenbedingungen rund um das Turnier. „Hollywood“ erklärte, dass seine Vorbereitung alles andere als optimal gewesen sei.
Was zunächst wie eine nüchterne Analyse nach seinem 6:3-Erfolg gegen Dave Chisnall in der zweiten Runde begann, entwickelte sich schnell zu einer grundsätzlichen Kritik an den Herausforderungen des modernen Touralltags im Dartsport.
„Nicht die beste Version von uns beiden“
Dobey wusste genau, dass er gegen einen erfahrenen und gefährlichen Gegner antreten musste – auch wenn Chisnall aktuell nicht seine absolute Topform zeigt. „Es ist immer gut, Dave zu schlagen“, sagte Dobey gegenüber Tungsten Tales. „Er ist ein fantastischer Spieler. Und bei unseren letzten Duellen hat er es mir wirklich schwer gemacht.“

Chris Dobey trifft im Achtelfinale auf Lokalmatador Kim Huybrechts
Gleichzeitig bewertete er das Niveau der Partie realistisch. „Das war nicht die beste Version von ‚Chizzy‘ und ganz sicher auch nicht von mir. Aber ein Sieg gegen Dave Chisnall ist und bleibt ein großer Sieg.“
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European Tour: Frust abseits der Bühne
Im weiteren Verlauf des Interviews rückte schnell ein anderes Thema in den Mittelpunkt: die Reiseprobleme vieler britischer Spieler auf der European Tour. Wie zuvor bereits Nathan Aspinall und Jonny Clayton machte auch Dobey deutlich, wie sehr ihn die Situation belastet. „Man möchte hierherkommen und sich gut vorbereiten“, erklärte er. „Aber unter diesen Umständen ist das schwer.“
Als Hauptursache sieht Dobey die Folgen des Brexits. „Wir hätten die EU einfach nicht verlassen sollen, das ist das größte Problem“, sagte er offen. „Für die meisten britischen Spieler ist es einfach unangenehm.“
Stundenlanges Warten am Flughafen
Dobey schilderte konkret, welche Schwierigkeiten die Spieler aktuell erleben. „Wir mussten mehr als zweieinhalb Stunden warten, bis unsere Pässe kontrolliert waren. Und vor ein paar Wochen in Polen war es exakt dasselbe.“
Diese Verzögerungen beeinträchtigen nicht nur die unmittelbare Vorbereitung, sondern auch den gesamten Turnierablauf. „Gestern sind wir gegen halb zwei gelandet“, berichtete er. „Und wir kamen erst nach 17:00 Uhr aus dem Flughafen. Damit ist der Tag im Grunde gelaufen.“
Gerade das, was für viele Spieler eigentlich den Reiz der European Tour ausmacht – neue Städte erleben und Turnierreisen genießen – fällt dadurch häufig weg. „Normalerweise genießt man das“, sagte Dobey. „Man reist, man sieht etwas von der Stadt. Aber jetzt … gestern gab es Essen und sofort ins Bett. Wir konnten gar nichts machen.“
Zweifel an künftiger Teilnahme
Unter diesen Umständen stellt sich für Dobey zwangsläufig die Frage nach seiner weiteren Saisonplanung. „Es könnte sein“, erklärte er mit Blick auf mögliche Turnierabsagen. „Aber die Saison ist noch jung, also will man so viel wie möglich spielen.“
Gleichzeitig äußerte er Zweifel mit Blick auf ein anstehendes Turnier in München über das Osterwochenende. „Wenn es dort genauso ist, muss ich wirklich überlegen, ob ich fahre. Aber eigentlich will man sie alle spielen.“
Trotz aller Kritik unterstrich Dobey die sportliche Bedeutung der European Tour für seine Karriere. „Hier gibt es viel Preisgeld für die Rangliste“, sagte er. „Diese Turniere willst du nicht verpassen. Es ist wichtig, hier weit zu kommen.“
Dieses Spannungsfeld zwischen sportlichen Ambitionen und organisatorischen Schwierigkeiten beschreibt seine Situation treffend. Dobey hofft deshalb auf Verbesserungen in Zukunft. „Hoffentlich ändert sich etwas, damit wir diese Turniere wieder richtig genießen können.“
European Tour bleibt eine Herausforderung
Auffällig bleibt außerdem, dass die European Tour traditionell nicht zu Dobeys erfolgreichsten Jagdgründen zählt. Trotz großer Erfolge bei TV-Turnieren – darunter sein Triumph beim PDC Masters sowie starke Leistungen bei der PDC Darts WM – wartet er auf den großen Durchbruch auf europäischer Bühne. „Früher musste ich mich immer für diese Turniere qualifizieren“, erklärte er. „Das ist nicht einfach, du spielst sofort schwere Partien.“
Inzwischen gehört Dobey zu den gesetzten Spielern und startet dadurch unter besseren Voraussetzungen. „Ich will einfach dort bleiben, wo ich jetzt stehe. Und je öfter du die späten Runden erreichst, desto näher kommst du an einen Titel.“
In der nächsten Runde trifft Dobey auf Kim Huybrechts, der sich mit Unterstützung des Heimpublikums ins Achtelfinale spielte. Dobey blickt dieser Aufgabe entschlossen entgegen. „Ich bin auf jeden Fall bereit“, sagte er. „Kim ist ein fantastischer Spieler und hat natürlich die Fans hinter sich.“
Der Engländer weiß, dass ein Duell mit einem Lokalmatador zusätzliche Intensität mit sich bringt. „Das gibt ihnen genau den kleinen Extra-Schub, aber mich motiviert das erst recht.“
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Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Heute berichtet er für Dartsnews.de über den professionellen Dartsport und ordnet das aktuelle Geschehen ein – von großen Turnieren bis zu Entwicklungen abseits der Bühne.
Regelmäßig ist er bei Events vor Ort und begleitet rund 20 Turniere pro Jahr, wo er Interviews führt, unter anderem mit Luke Littler, Luke Humphries, Michael van Gerwen, Gerwyn Price sowie Martin Schindler, Gian van Veen und Josh Rock.
Zudem ist er eine der prägenden Stimmen im englischsprachigen Dartsnews Podcast und Co-Host des Sport-Podcasts Overtime Takes.
Nic arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus.
In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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Aktuelle Kommentare
- Keiner der Spieler darf sich über Pfiffe oder nicht vorhandenen Respekt beschweren. Ich war Donnerstag, Freitag, Samstagabend und Sonntagnachmittag vor Ort. Es war immer ein sehr faires Publikum. Und wenn Littler und seine Mutter jetzt auch noch respektvoll mit anderen Spielern umgehen, sollte den Aussagen von Littler nichts im Wege stehen.
Grobi25-10-2026 - Sorry, Mensur, zu spät. Wer solche Aussagen in tiefer Emotionalität äußert, der meint diese ernst. Denn das rationale Denken funktioniert in solchen (positiven) Stressmomenten seltens. Und wenn die Wahrnehmung so eingeschränkt ist, dass ich als Profispieler nicht mitbekomme, dass mein Gegner Matchdarts hat, dann stimmt in der Wahrnehmung etwas nicht. Also sorry, Mensur. Entschuldigung nicht angenommen, zumindest von mir. Und was vom Inhalt seines Statement ist mit KI geschrieben? Steht ganz oben. NI wäre hier angebracht gewesen.
Grobi12-10-2026 - Weiß man ob es die rechte oder linke Hand ist? In jedem Fall extrem bitter….Robertuil09-10-2026
- Ricke Evans ist Stand jetzt für die WM qualifiziert. Quelle: Dartsrankings In der ProTour Rangliste werden die Personen rausgerechnet, die bereits qualifiziert sind. Das hat der Autor hier nicht berücksichtigt.FabianD24-09-2026
- Aspinall lag 1:3 hinten , nicht 1:4 🎯Pool1809419-09-2026
- Was ein toller Mensch er doch gewesen ist. Der deutsche Dartsport wäre ohne ihn lange nicht da, wo er heute wäre. Super Artikel 👍ArturBoruc24-08-2026
- Und wer ist jetzt für Amsterdam qualifiziert?Julian1122-08-2026
- Er hat keinen Bock auf Deutschland und findet es hier schrecklich, weil er (zwei-)mal bei einem oder zwei Turnieren von einigen "Dartfans" ausgepfiffen wurde. Das mochte er nicht und deswegen bleibt es Deutschland fern. Ausnahme war der World Cup, da siegte sein Patriotismus und der Ehrgeiz, einmal alles gewonnen zu haben. Er hat es auch mal selbst so geschrieben bzw gesagt, dass er Deutschland (gemeint sind wahrscheinlich Turniere in Deutschland) schrecklich findet.
Grobi18-08-2026 - Danke für den ausführlichen Bericht über Jamie. Generell finde ich es klasse das du dich "fast vergessenen Spielern" annimmst. Wäre grundsätzlich bei Dartnews ein interessantes Dauerthema.XJRLion18-08-2026
- „Littler findet Deutschland einfach ein schreckliches Land“Reißerische Überschrift, aber Gründe lieferst du leider keine. Klar kann man verstehen das einige Topspieler, wie kürzlich Gary Anderson, sagten das er "keinen Bock darauf habe" mehrere Std. am Flughafen zu stehen bis es aufgrund aller Kontrollen weitergeht. Doch erklär uns, gerade aufgrund deiner Überschrift, bitte warum Luke scheinbar grundsätzlich keinen Bock auf Deutschland hat.XJRLion18-08-2026










